15. September 2026 / Aktuell

FAS NRW feiert 25 Jahre Suchtselbsthilfe im NRW-Landtag

Rund 170 Gäste feierten das Jubiläum des FAS NRW. Im Mittelpunkt standen mehr Teilhabe, Akzeptanz und die Mitgestaltung der Suchthilfe.

25 Jahre FAS NRW: Sprecher*innenkreis mit Moderator Bernd Hoeber. Foto: Ludolf Dahmen
Veröffentlicht am 15. September 2026 um 10:31 Uhr

Bild oben: Der Sprecher*innenkreis des FAS NRW mit Moderator Bernd Hoeber beim Festakt im NRW-Landtag. Von links: Norbert Wiegand, Karl Gerber, Karin Oerschkes, Carmen Laumann, Gerd Sinderhauf und Bernd Hoeber. Foto: Ludolf Dahmen.

Düsseldorf. Der Fachausschuss Suchtselbsthilfe NRW (FAS NRW) hat am 11. September 2026 sein 25-jähriges Bestehen im Landtag Nordrhein-Westfalen gefeiert. Rund 170 Gäste aus Suchtselbsthilfe, professioneller Suchthilfe, Politik und Gesundheitswesen kamen zum Festakt unter dem Motto „Brücken bauen für mehr Teilhabe und Akzeptanz“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Menschen mit eigener Suchterfahrung und Angehörige die Zukunft der Suchthilfe mitgestalten können.

Erfahrungswissen soll die Suchthilfe mitgestalten

Angelika Schels-Bernards, Vorsitzende des Arbeitsausschusses Drogen und Sucht der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege NRW, betonte in ihrer Laudatio: „Weg von der Vorstellung: Wir beteiligen die Suchtselbsthilfe, lassen sie partizipieren. Hin zu der Selbstverständlichkeit: Suchtselbsthilfe gestaltet Suchthilfe mit.“

Der FAS NRW setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Suchterfahrung und Angehörige an der Weiterentwicklung des Hilfesystems beteiligt werden. Ihr Erfahrungswissen soll als eigenständige Perspektive in Suchthilfe, Politik und gesellschaftliche Debatten einfließen.

Unterschiedliche Wege zu Hilfe und Selbsthilfe

Beim Podiumsgespräch mit Ingo Häfner vom Kreuzbund und Björn Peterburs von JES NRW ging es um persönliche Wege aus der Sucht, Drogenkonsumräume und Drogenhilfe sowie unterschiedliche Zugänge zu Unterstützung und Selbsthilfe. Peterburs forderte: „Ein Recht auf respekt- und würdevollen Umgang, den sich keiner erst durch Abstinenz verdienen muss!“ Häfner hob die Bedeutung des Dialogs hervor, um Solidarität und Menschlichkeit angesichts des Drucks auf das Hilfesystem zu erhalten.

Der Sprecher*innenkreis des FAS NRW richtete den Blick auf eine generations- und suchtformübergreifende Suchtselbsthilfe. Klassische Gruppenangebote und neue Formen von Recovery sollen sich ergänzen. Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Suchterfahrungen sollen voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen.

Anerkennung für ein Vierteljahrhundert Engagement

Claudia Middendorf, Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten in Nordrhein-Westfalen, würdigte den FAS NRW als unverzichtbaren Partner des Landes und wichtige Stütze für Menschen mit Suchterkrankung und ihre Angehörigen. Dr. Anna Larissa Tonn aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW hob die 25-jährige Arbeit für mehr Teilhabe und Akzeptanz hervor.

Bernd Hoeber moderierte den Festakt. Volker Voigt hielt zentrale Gedanken in einem Graphic Recording fest; den musikalischen Abschluss gestaltete der Popchor Lebenshunger.

Auch nach 25 Jahren will der FAS NRW Suchtselbsthilfe sichtbar machen, Stigmatisierung abbauen und die Mitgestaltung von Menschen mit Suchterfahrung und Angehörigen stärken. Weitere Informationen zur Arbeit des Fachausschusses gibt es unter www.fas-nrw.de.

Bild in der Galerie: Björn Peterburs (JES NRW), Ingo Häfner (Kreuzbund DV Essen) und Moderator Bernd Hoeber beim Podiumsgespräch zum 25-jährigen Bestehen des FAS NRW (von links). Foto: Ludolf Dahmen.

Originalquelle: Pressemitteilung des Fachausschusses Suchtselbsthilfe NRW (FAS NRW) zum 25-jährigen Jubiläum und Festakt im Landtag Nordrhein-Westfalen, vom 15. September 2026. www.fas-nrw.de.

Meistgelesene Artikel

Pollhans 2026: Öffnungszeiten und Programm vom 17. bis 19. Oktober
In SHS entdeckt

Kirmes, Bauernmarkt, Wirtschaftsschau und Feuerwerk: Das Programm für drei Pollhanstage in Schloß Holte-Stukenbrock im Überblick.

weiterlesen...
Pubertät oder Depression?
Kreis Gütersloh

Gütersloh. Im Rahmen der Wochen zur seelischen Gesundheit gibt Autorin und systemische Familientherapeutin Melanie...

weiterlesen...
Autismus richtig verstehen
Kreis Gütersloh

Gütersloh. Was ist Autismus? Ein psychiatrisches Störungsbild, eine Behinderung oder doch eine Art Modediagnose?...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Messerangriff im Seniorenheim: Verdächtiger saß im Rollstuhl
Aus aller Welt

Ein 72-jähriger Bewohner soll in einem Seniorenheim im Münsterland mehrere Frauen mit einem Messer angegriffen haben. Eine starb. Die Ermittler versuchen, Antworten zu finden.

weiterlesen...
Berichte: 17 Tote bei Massenpanik in Indien
Aus aller Welt

Während des Hindu-Fests Durga Puja strömen viele Menschen zu einem Pavillon in Kolkata. Am Ausgang kommt es zum tödlichen Gedränge.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

TÜV NORD gibt Tipps für entspannte Osterreisen ohne Stress
Aktuell

Reifendruck prüfen und günstigere Tankstellen abseits der Autobahn nutzen

weiterlesen...
KI in der Personalarbeit: Netzwerk tauscht sich im Kreis Gütersloh aus
Aktuell

Von virtuellen Avataren bis Recruiting: Beim Treffen stehen konkrete Praxisbeispiele im Fokus

weiterlesen...