Bild oben: Der Sprecher*innenkreis des FAS NRW mit Moderator Bernd Hoeber beim Festakt im NRW-Landtag. Von links: Norbert Wiegand, Karl Gerber, Karin Oerschkes, Carmen Laumann, Gerd Sinderhauf und Bernd Hoeber. Foto: Ludolf Dahmen.
Düsseldorf. Der Fachausschuss Suchtselbsthilfe NRW (FAS NRW) hat am 11. September 2026 sein 25-jähriges Bestehen im Landtag Nordrhein-Westfalen gefeiert. Rund 170 Gäste aus Suchtselbsthilfe, professioneller Suchthilfe, Politik und Gesundheitswesen kamen zum Festakt unter dem Motto „Brücken bauen für mehr Teilhabe und Akzeptanz“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Menschen mit eigener Suchterfahrung und Angehörige die Zukunft der Suchthilfe mitgestalten können.
Erfahrungswissen soll die Suchthilfe mitgestalten
Angelika Schels-Bernards, Vorsitzende des Arbeitsausschusses Drogen und Sucht der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege NRW, betonte in ihrer Laudatio: „Weg von der Vorstellung: Wir beteiligen die Suchtselbsthilfe, lassen sie partizipieren. Hin zu der Selbstverständlichkeit: Suchtselbsthilfe gestaltet Suchthilfe mit.“
Der FAS NRW setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Suchterfahrung und Angehörige an der Weiterentwicklung des Hilfesystems beteiligt werden. Ihr Erfahrungswissen soll als eigenständige Perspektive in Suchthilfe, Politik und gesellschaftliche Debatten einfließen.
Unterschiedliche Wege zu Hilfe und Selbsthilfe
Beim Podiumsgespräch mit Ingo Häfner vom Kreuzbund und Björn Peterburs von JES NRW ging es um persönliche Wege aus der Sucht, Drogenkonsumräume und Drogenhilfe sowie unterschiedliche Zugänge zu Unterstützung und Selbsthilfe. Peterburs forderte: „Ein Recht auf respekt- und würdevollen Umgang, den sich keiner erst durch Abstinenz verdienen muss!“ Häfner hob die Bedeutung des Dialogs hervor, um Solidarität und Menschlichkeit angesichts des Drucks auf das Hilfesystem zu erhalten.
Der Sprecher*innenkreis des FAS NRW richtete den Blick auf eine generations- und suchtformübergreifende Suchtselbsthilfe. Klassische Gruppenangebote und neue Formen von Recovery sollen sich ergänzen. Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Suchterfahrungen sollen voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen.
Anerkennung für ein Vierteljahrhundert Engagement
Claudia Middendorf, Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten in Nordrhein-Westfalen, würdigte den FAS NRW als unverzichtbaren Partner des Landes und wichtige Stütze für Menschen mit Suchterkrankung und ihre Angehörigen. Dr. Anna Larissa Tonn aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW hob die 25-jährige Arbeit für mehr Teilhabe und Akzeptanz hervor.
Bernd Hoeber moderierte den Festakt. Volker Voigt hielt zentrale Gedanken in einem Graphic Recording fest; den musikalischen Abschluss gestaltete der Popchor Lebenshunger.
Auch nach 25 Jahren will der FAS NRW Suchtselbsthilfe sichtbar machen, Stigmatisierung abbauen und die Mitgestaltung von Menschen mit Suchterfahrung und Angehörigen stärken. Weitere Informationen zur Arbeit des Fachausschusses gibt es unter www.fas-nrw.de.
Bild in der Galerie: Björn Peterburs (JES NRW), Ingo Häfner (Kreuzbund DV Essen) und Moderator Bernd Hoeber beim Podiumsgespräch zum 25-jährigen Bestehen des FAS NRW (von links). Foto: Ludolf Dahmen.
Originalquelle: Pressemitteilung des Fachausschusses Suchtselbsthilfe NRW (FAS NRW) zum 25-jährigen Jubiläum und Festakt im Landtag Nordrhein-Westfalen, vom 15. September 2026. www.fas-nrw.de.

