21. Juli 2025 / Aktueller Hinweis

Vandalismus belastet Natur, Stadtbild und Engagement – Stadt ruft zum Mitdenken auf

Hinsehen statt wegschauen, schützen statt zerstören

Vandalismus belastet Natur, Stadtbild und Engagement – Stadt ruft zum Mitdenken auf

Hinsehen statt wegschauen, schützen statt zerstören – Mit diesem Appell richtet sich die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock an alle Bürgerinnen und Bürger. Anlass sind zunehmende Vandalismusschäden im Stadtgebiet, insbesondere am Walderlebnispfad, aber auch im Umfeld von Schulen und rund um das Rathaus. Betroffen sind nicht nur Spiel- und Erlebniselemente, sondern auch die Natur selbst und das Engagement vieler, die sich für Umweltbildung und ein gepflegtes Stadtbild einsetzen.

„Besonders am Walderlebnispfad ist es in den vergangenen Monaten immer wieder zu mutwilligen Zerstörungen gekommen“, berichtet Lena Linne, Klimaschutzmanagerin der Stadt. „Die Ameisenstation wurde beschädigt und konnte nur notdürftig repariert werden. Der Handlauf am Barfußpfad, der eine wichtige Unterstützung für Menschen mit Gleichgewichtsproblemen oder Fußbeschwerden darstellt, ist so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass er nun auf rund 20 Metern vollständig ersetzt werden muss“, erklärt sie. Allein die Materialkosten für die notwendige Reparatur belaufen sich auf ca. 1.800 Euro. Auch die erst 2024 aufgestellten Fernrohre seien erst entglast, dann beschmiert und schließlich komplett abgerissen worden. „Der Schaden beläuft sich allein hier auf rund 1.200 Euro“, summiert Linne.

Der Walderlebnispfad in Schloß Holte-Stukenbrock ist ein Ort, an dem Kinder, Familien, Schulklassen und Spaziergänger die heimische Natur mit allen Sinnen entdecken können. „Wenn hier mutwillig zerstört wird, geht es nicht nur um Sachschäden. Es trifft ein Bildungsangebot, das mit viel Einsatz und Überzeugung aufgebaut wurde und das vor allem jungen Menschen Naturerfahrung und Umweltbewusstsein vermitteln will“, gibt die Klimaschutzmanagerin zu bedenken.

Auch die Musikstation wird regelmäßig beschädigt. Schlaghämmer werden entfernt oder zerstört und die Klanghölzer in Mitleidenschaft gezogen. „Eine dauerhafte Nutzung ist kaum noch möglich“, bedauert Linne. Gleichzeitig werde auch die Natur selbst gestört: „Brütende Tiere werden verscheucht, Pflanzen beschädigt und Rückzugsräume zerstört. Und das ausgerechnet an einem Ort, der für einen achtsamen Umgang mit der Umwelt steht“, sagt sie. 

Besonders von Vandalismus betroffen ist auch das Sandarium im Sportpark, ein Nistplatz für Insekten. „Wir finden dort regelmäßig Müll, Zigarettenkippen und Grillreste, mitten auf der sensiblen Sandfläche! Trotz Absperrung wird das Areal betreten, der Zaun beschädigt oder das Seil heruntergerissen, obwohl Wildbienen dort bereits mit dem Nestbau begonnen haben“, bedauert Linne.

Doch die Vorfälle beschränken sich nicht auf Naturbereiche. Auch an Schulen kommt es immer wieder zu Sachbeschädigungen. Erst vergangene Woche ist eine Tisch-Bank-Kombination auf der Plaza am Hallenbad umgekippt und dabei teilweise aus der Verankerung gerissen worden, sodass sie entfernt werden musste. Rund um das Rathaus sorgen – häufig von Schülerinnen und Schülern – weggeworfene Zigarettenstummel und Müll für einen täglichen Mehraufwand beim Reinigungspersonal. „Diese Rücksichtslosigkeit bindet personelle Ressourcen, die eigentlich für die Pflege und Verschönerung der Stadt vorgesehen sind“, gibt Bürgermeister Hubert Erichlandwehr zu bedenken. 

Die Schäden durch Vandalismus haben allein in den vergangenen Wochen Kosten in fünfstelliger Höhe verursacht: „Diese Entwicklung ist erschütternd! Jedoch nicht nur wegen der Kosten, sondern weil sie das Miteinander in einer Stadtgemeinschaft untergräbt“, sagt Bürgermeister Hubert Erichlandwehr. „Wir investieren viel in Umweltbildung, Naturprojekte und Aufenthaltsqualität. Doch das alles nützt nichts, wenn wir nicht gemeinsam hinschauen, wenn etwas zerstört wird. Unsere Stadt gehört uns allen, das heißt: Wir alle tragen Verantwortung“, bekräftigt er.

Die Stadt setzt deshalb verstärkt auf Aufklärung, Sensibilisierung und Prävention, insbesondere bei jungen Menschen. „Wo es nötig ist, werden wir die Kontrollen durch das Ordnungsamt noch einmal verstärken“, informiert Erichlandwehr. Zugleich betont er: „Vandalismus ist kein Kavaliersdelikt. Wer mutwillig Dinge beschädigt, macht sich strafbar. Sobald wir eine Sachbeschädigung feststellen, stellen wir Strafanzeige bei der Polizei.“ Nach § 303 des Strafgesetzbuches können Sachbeschädigungen mit Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen geahndet werden.

„Aber vor allem appellieren wir an den Gemeinsinn aller Bürgerinnen und Bürger: Wer achtsam ist und sich kümmert, der schützt nicht nur Bänke, Fernrohre oder Pflanzen. Er schützt Lebensqualität und das Miteinander in unserer Stadt“, so Erichlandwehr abschließend.

Weitere Infos zur Stadt und ihren Dienstleistungen finden sich unter: www.stadt-shs.de.

BUZ_Sandarium
Das Sandarium im Sportpark ist kein Grillplatz oder Mülleimer, sondern ein Nistplatz für Insekten. Wildbienen haben dort bereits mit dem Nestbau begonnen. Foto: Stadt SHS. 

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Mutwillige Zerstörung. Der Handlauf am Barfußpfad als Teil des Erlebnispfades Holter Wald wurde über mehrere Wochen hinweg beschädigt. 20 Meter müssen jetzt ersetzt werden. Foto: Stadt SHS. 

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Auch die erst 2024 aufgestellten Fernrohre auf dem Walderlebnispfad sind komplett abgerissen worden. Der Schaden beläuft sich allein hier auf rund 1.200 Euro. Foto: Stadt SHS.

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