21. Dezember 2019 / Allgemeines

Neuer Blogbericht: Gutes aus der Nachbarschaft

"Gutes aus der Nachbarschaft"

Frühkartoffeln aus Ägypten, Eier aus den Niederlanden, Erdbeeren aus Spanien – In Zeiten von Klimawandel und Nachhaltigkeit ein Widerspruch, den viele nicht mehr hinnehmen wollen. „Regionales Einkaufen“ heißt das Stichwort, das auch vielen Schloß Holte-Stukenbrockern am Herzen liegt. In der Stadt können Kartoffeln, Eier, Milch und einiges mehr in direkter Nachbarschaft frisch vom Erzeuger erstanden werden. Einen von ihnen habe ich besucht.

Kalt und sonnig ist es an diesem Dezembermorgen, an dem ich mit Johannes Broeker an der Spellerstraße 30 am Kreisverkehr verabredet bin. Ich darf mir heute seinen mobilen Hühnerstall von innen angucken und bin schon sehr gespannt. Als die Tür aufgeht, werden wir begrüßt von aufgeregtem Gegacker. 340 Hühner und 5 Hähne bewohnen Stall und Wiese. Die Nacht haben heute allerdings nur 344 Tiere im mobilen Anhänger verbracht. Ein Hahn ist gestern draußen geblieben. „Das passiert schon mal“, sagt Johannes Broeker, sei aber nicht weiter schlimm. Im Regelfall geht die Hühnerschar mit Einbruch der Dunkelheit zum Schlafen in den Stall.
 
Die ersten Hühner drängen sich an uns vorbei ins Freie. Ich habe Mühe, in den kleinen Vorraum zu kommen, ohne auf Hühnerzehen zu treten. Endlich angekommen im Hauptraum bemerke ich – neben den vielen Hühnern überall – als erstes die zwei Steine im Gang. „Das sind Picksteine mit Mineralien, damit sich die Schnäbel abwetzen und die Hühner beschäftigt sind“, klärt mich Johannes Broeker auf, „die Steine sind schwer zu zerstören, da sitzen die lange dran.“ So würden sich die Tiere auch im Stall nicht langweilen und gegenseitig hacken. Denn dort verbringen sie in der kalten Jahreszeit einen großen Teil des Tages.

Jetzt im Winter schließt sich die vollautomatische Bodenklappe im hinteren Teil des Wagens um 18:30 Uhr, um 10 oder 11 Uhr geht sie wieder auf. So können die Hühner morgens noch genug frisches Wasser und Futter zu sich nehmen und vor allen Dingen ihre Eier einsammelfreundlich in die Nester legen, die sich auf der obersten der drei Aufenthalts-Ebenen befinden. Ungefähr 300 Eier liegen täglich in den Nestern. Eingesammelt wird morgens und mittags. Und da die Hühner ihre Eierproduktion an Feiertagen und Wochenende natürlich nicht einstellen, können die Eier täglich auch an Sonn- und Feiertagen von 7 bis 20 Uhr in der Verkaufshütte erworben werden. Vorausgesetzt, man ist schnell genug. Da die Eier sehr beliebt sind, ist der Kühlschrank häufig schon lange vor Hüttenschluss leer.

Wie sie denn auf die Idee mit dem mobilen Stall gekommen seien, frage ich, während meine Schuhe von mehreren neugierigen Hennen ausgiebig bepickt werden. „Wir haben das auf einer Messe gesehen, das hat mir gut gefallen“, antwortet mir Johannes Broeker, „es war gar nicht die Frage, ob man das macht, sondern wie man das macht.“ Entschieden haben sie sich dann für einen Direktvertrieb auf Vertrauensbasis im roten Hüttchen vor der Hühnerwiese. Und sogar im Internet vertreten ist das Stukenbrocker Wiesenei. Auf Facebook hält Broekers Frau Anna Lena die Eierliebhaber auf dem Laufenden. In unregelmäßigen Abständen gibt es da etwa die Eier-Infos zum Wochenstart, wird informiert über den Stand des mobilen Hühnerstalls und auch schon mal fix eine Frage nach dem Hühnerfutter beantwortet: gentechnikfreies Mischfuttermüsli aus Westerwiehe findet sich in den Futtertrögen, dazu Heu und natürlich gibt es vor der Haustür frisches Gras.

Mittlerweile können neben den Eiern im roten Häuschen auch geräucherte Forellen und frischer Honig eingekauft werden. Die Forellen kommen aus Broekers Angelteichen an der Trapphofstraße und auch der Honig ist aus der Nachbarschaft. Die fleißigen Bienen von Heike und Werner Klöpper produzieren den „Bienenhonig aus Stukenbrock“. Die Bezahlung auf Vertrauensbasis funktioniert: „Bis jetzt ist das wirklich gut“, sagt Johannes Broeker, „das passt eigentlich immer.“ Nur die Honigkasse ist Anfang November aufgebrochen worden. Glücklicherweise war sie leer.

Wer die Augen offen hält, findet auch in den anderen Stadtteilen Frisches aus dem Ort. Längst etabliert hat sich die Liemker Frischehütte. Hier kann am Automaten frische (Roh)Milch gezapft werden und auch Eier und Kartoffeln finden sich dort. Die Milchhütte hat täglich, auch sonn- und feiertags, von 6 bis 22 Uhr geöffnet. Wer gerne Honig aus der Nachbarschaft hätte, aber nicht weiß, ob ein Imker in der Nähe wohnt, sollte sich an Walter Eschen wenden. Der Vorsitzende des Imkervereins Schloß Holte-Stukenbrock kennt die Adressen der Imker in der Stadt.

Quelle: Schlossholtestukenbrock.de

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