9. August 2026 / Aus aller Welt

Abholzung im Amazonasgebiet auf Zehnjahrestief

Brasiliens Präsident Lula feiert die niedrigste Entwaldungsrate seit 2016 als «fantastisch». Die Daten stammen vom Nationalen Institut für Weltraumforschung.

Immer wieder werden Bäume im Regenwald gerodet, um dort Felder anzulegen. Zuletzt ist die Abholzung jedoch zurückgegangen. (Archivbild)
Veröffentlicht am 9. August 2026 um 02:19 Uhr

Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet ist so niedrig wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Nach Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (Inpe) wurden zwischen August 2025 und Juli 2026 rund 2.874 Quadratkilometer abgeholzt. Das sind rund 36 Prozent weniger als in den zwölf Monaten zuvor sowie der niedrigste Wert, seit es Daten des Echtzeit-Systems zur Erkennung von Entwaldung gibt, wie das Wissenschaftsministerium mitteilte.

Präsident Lula: Fantastische Zahlen

«Wir haben die niedrigste Entwaldungsrate seit 2016 verkünden können», sagte der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva am Samstag bei einer Veranstaltung der Bewegung der obdachlosen Arbeiternehmer in Taboão da Serra in der Nähe der Großstadt São Paulo. Das sei «fantastisch».

Lula hatte bei seinem Amtsantritt Anfang 2023 angekündigt, den Umwelt- und Klimaschutz stärken zu wollen. Die Entwaldung soll bis 2030 auf Null sinken. Der Amazonas-Regenwald gilt als CO2-Speicher und hat eine wichtige Funktion im internationalen Kampf gegen den Klimawandel. 

Die Überwachungsinitiative MapBiomas hatte zuletzt auch einen Rückgang der Waldbrände im Amazonasgebiet gemeldet. Rund 3,1 Millionen Hektar waren demnach im vergangenen Jahr von Bränden betroffen, rund 80 Prozent weniger als im Vorjahr.

Wahl im Oktober gegen Sohn von Bolsonaro

Der 80-jährige Lula geht bei der Präsidentenwahl am 4. Oktober als Kandidat der linken Arbeiterpartei (PT) erneut ins Rennen. Sein wichtigster Herausforderer ist Flávio Bolsonaro, der Sohn des ehemaligen rechtsgerichteten Präsidenten Jair Bolsonaro.

Während der Amtszeit Bolsonaros (2019 - 2022) nahmen Abholzungen und Brandrodungen stark zu. Der Ex-Militär sah die Region vor allem als ungenutztes wirtschaftliches Potenzial und ließ Farmern und Goldschürfern bei der Landnahme weitgehend freie Hand. Den Kontrollbehörden kürzte er Gelder oder entzog ihnen ihre Kompetenzen.


Bildnachweis: © Larissa Schwedes/dpa
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