22. Dezember 2023 / Aus aller Welt

Anklage gegen Bahnmitarbeiter nach Garmischer Zugunglück

Eineinhalb Jahre nach dem Unglück von Garmisch-Partenkirchen kommt die juristische Aufarbeitung voran: Es gibt nun eine Anklage.

Rettungskräfte haben nach dem schweren Zugunglück einen der Waggons angehoben. Bei dem Unglück im Juni 2022 kamen fünf Menschen ums Leben.

Nach dem tödlichen Zugunglück von Garmisch-Partenkirchen im Sommer 2022 ist nach dpa-Informationen Anklage gegen drei Bahnmitarbeiter erhoben worden. Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet. Die Ermittler werfen ihnen demnach unter anderem fahrlässige Tötung vor. Die Staatsanwaltschaft München II wollte sich nicht dazu äußern.

Bei dem Unglück am 3. Juni 2022 war ein Regionalzug von Garmisch-Partenkirchen nach München entgleist - fünf Menschen starben, 78 wurden verletzt. Nach einem Zwischenbericht des Bundesamtes für Eisenbahnunfalluntersuchung hatten beschädigte Betonschwellen das Unglück verursacht.

«Mangel am Oberbau» der Bahnstrecke primäre Ursache

In dem Zwischenbericht benennen die Unfallermittler einen «Mangel am Oberbau» der Bahnstrecke als primäre Ursache für das Entgleisen des Regionalzugs. Die am Unglücksort verlegten Spannbetonschwellen hätten Schäden aufgewiesen, die dazu geführt hätten, dass die sogenannten Schienenauflager als Bindeglieder zwischen Schiene und Beton wegbrachen. Die Bahn hat angekündigt, nach dem Unglück mehrere Hunderttausend Betonschwellen auszutauschen.

Mehrfach wurde darüber spekuliert, dass vor dem Unglück eine Warnung wegen eines Problem an der späteren Unfallstelle nicht weitergegeben wurde. Nach Medienberichten unter anderem der «Süddeutsche Zeitung» soll eine entsprechende Meldung eines Lokführers nicht weitergereicht worden sein. Der Lokführer habe etwas «Außergewöhnliches» wahrgenommen, hieß es.

Zunächst war gegen fünf Mitarbeiter der Bahn ermittelt worden. In zwei Fällen wurden die Verfahren aber eingestellt.


Bildnachweis: © Sven Hoppe/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Vermutlicher Blitzeinschlag in Schloß Holte-Stukenbrock
Polizeimeldung

Kriminalität Vermutlicher Blitzeinschlag in Schloß Holte-Stukenbrock Samstagabend (29.06., 23.25 Uhr) brannte eine...

weiterlesen...
Bauarbeiter im Kreis Gütersloh bekommen jetzt eine „Schippe voll Lohn“ obendrauf
Aktuell

Kreis Gütersloh: Rund 4.450 Bau-Beschäftigte arbeiten in 362 Betrieben

weiterlesen...
Ehrenamtliche Energie bei der Euro 2024
Aktueller Hinweis

16.000 Volunteers engagieren sich dieses Jahr bei der EM

weiterlesen...

Neueste Artikel

UNAIDS: Weltweiter Kampf gegen Aids und HIV am Scheideweg
Aus aller Welt

Kann Aids überwunden werden? Es gibt große Erfolge, doch das Programm der Vereinten Nationen gegen Aids (UNAIDS) warnt: Fortschritte sind in Gefahr.

weiterlesen...
Frau will in fahrenden Zug und verletzt sich schwer
Aus aller Welt

Eine Frau stellt ihr Gepäck in einer Regionalbahn ab, geht dann aber wieder raus auf den Bahnsteig. Was dann folgt, ist ein tragischer Unfall.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

UNAIDS: Weltweiter Kampf gegen Aids und HIV am Scheideweg
Aus aller Welt

Kann Aids überwunden werden? Es gibt große Erfolge, doch das Programm der Vereinten Nationen gegen Aids (UNAIDS) warnt: Fortschritte sind in Gefahr.

weiterlesen...
Frau will in fahrenden Zug und verletzt sich schwer
Aus aller Welt

Eine Frau stellt ihr Gepäck in einer Regionalbahn ab, geht dann aber wieder raus auf den Bahnsteig. Was dann folgt, ist ein tragischer Unfall.

weiterlesen...