28. September 2025 / Aus aller Welt

Artistin stürzt im Zirkus - Zuschauer sehen tödliches Drama

Ein Zirkusnachmittag wird zum Albtraum: Vor den Augen vieler Kinder endet eine Trapeznummer in Bautzen tödlich. Viele Besucher werden psychologisch betreut.

Während einer Vorstellung stürzt eine Zirkusartistin vor den Augen vieler Kinder zu Tode.
Veröffentlicht am 28. September 2025 um 13:24 Uhr

Es sollte eine unterhaltsame Familienvorstellung in einem Zirkus werden und endete mit einem tödlichen Unglück: Vor den Augen zahlreicher Besucher, unter ihnen viele Kinder, stürzt eine Artistin im sächsischen Bautzen aus etwa fünf Metern vom Trapez. Die 27-Jährige aus Spanien stirbt noch in der Manege.

Zahlreiche Kinder sehen den tödlichen Sturz

Das Unglück ereignete sich am Samstagnachmittag. In der Vorstellung saßen knapp 100 Menschen, darunter viele Familien mit Kindern. «Das Kriseninterventionsteam war sofort im Einsatz und hat die Gäste und auch die anderen Zirkusmitarbeiter betreut», sagte Polizeisprecher Stefan Heiduck. Der Zirkusbetreiber war am Sonntag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Nach Polizeiangaben hatte der Zirkus am Freitag die erste Vorstellung gegeben und für die kommenden Tage noch weitere geplant. Nun werde aber davon ausgegangen, dass der Zirkus das Zelt abbaue, sagte Polizeisprecher Heiduck.

Der Vorsitzende des Verbandes deutscher Circusunternehmen (VDCU) sprach von einem tragischen Unfall. «Vor allem für die Besucher und die Kinder ist das ein schlimmes Erlebnis, ein Schock», sagte Ralf Huppertz. Ihm sei kein tödlicher Absturz einer Artistin in Erinnerung, schon aber schwere Verletzungen.

Zirkusverband: Artisten gehen gewisse Gefahren ein

Der Beruf der Artisten beinhalte gewisse Gefahren und eine 100-prozentige Absicherung sei bei einigen Darbietungen nicht möglich, betonte Huppertz. «Die Artisten gehen Gefahren ein, die sie selbst einkalkulieren und einschätzen. Darüber sind sie sich aber auch im Klaren.» Er selbst kenne die Darbietung nicht, bei der die Frau ums Leben gekommen war. «Aber eigentlich sind fünf Meter keine besondere Höhe für Artisten, die sind gut trainiert und muskulös. Die Frau muss sehr unglücklich oder auf ein Hindernis gefallen sein», vermutete Huppertz.

Polizei stuft Unglück zunächst als Arbeitsunfall ein

Nach ersten Angaben der Polizei wird das Unglück als Arbeitsunfall eingestuft. Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es derzeit nicht. Der Polizeisprecher appelliert an die Menschen, die das Zirkuszelt nach dem Unfall verlassen hatten und nach Hause gefahren waren, sich bei der Betreuungshotline (03571/192 96) zu melden. «Denn vor allem bei Kindern sei die Hilfe wichtig, bevor sich ein Trauma bildet», betonte Stefan Heiduck.

Artistinnen und Artisten sind nach Verbandsangaben in der Regel selbstständige Künstler. «Sie sind auch für ihre Darbietungen selbst verantwortlich und bauen ihre Geräte meist auch selbst auf», erläuterte Huppertz. In manchen Fällen kontrolliere aber auch ein Zeltmeister den Aufbau.

Oberbürgermeister sehr betroffen

Bautzens Oberbürgermeister zeigte sich bestürzt von dem Unglück. «Im Namen der Stadt spreche ich den Angehörigen und Hinterbliebenen mein aufrichtiges Mitgefühl aus. Unsere Gedanken sind bei den Familien und allen, die von diesem schweren Unglück betroffen sind», sagte Karsten Vogt (CDU).


Bildnachweis: © Sebastian Kahnert/dpa
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