3. April 2026 / Aus aller Welt

Auf dem Weg zum Mond: Astronauten verlassen Erdumlaufbahn

Erstmals seit mehr als 50 Jahren sind wieder Menschen auf dem Weg zum Mond. Nach einem Bilderbuch-Start tauchten kleinere Probleme auf, aber ein Manöver zum Verlassen der Erdumlaufbahn klappte.

Vier Menschen sind mit «Orion» auf dem Weg in Richtung Mond.
Veröffentlicht am 3. April 2026 um 05:23 Uhr

Rund 24 Stunden nach ihrem Start zum Mond haben die Astronauten der «Artemis 2»-Mission mit einem speziellen Manöver die Erdumlaufbahn verlassen - als erste Menschen seit mehr als 50 Jahren. Fast sechs Minuten lang feuerte das «Orion»-Raumschiff dafür sein Haupttriebwerk an, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. 

Das Manöver habe «einwandfrei» funktioniert, sagte Nasa-Managerin Lori Glaze. «Von diesem Punkt an werden die Gesetze der Raumflugmechanik unsere Crew bis zum Mond, um die Rückseite herum und zurück zur Erde tragen.» Während des Manövers habe die Crew die «Kraft der Durchhaltefähigkeit» des ganzen Teams hinter der Mission gespürt, sagte der kanadische Astronaut Jeremy Hansen aus der «Orion»-Kapsel. «Die Menschheit hat wieder einmal gezeigt, wozu wir fähig sind und es sind eure Hoffnungen für die Zukunft, die uns jetzt auf diese Reise um den Mond tragen.» 

Vor und seit dem Start technische Probleme

Die vier Astronauten waren in der Nacht zum Donnerstag (MESZ) an Bord der «Orion»-Kapsel mit dem Raketensystem «Space Launch System» vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben. Der Start der krisengeplagten Mission «Artemis 2» war zuvor wegen technischer Probleme mehrfach verschoben worden. 

Seit dem Start waren ebenfalls schon technische Probleme aufgetaucht - allerdings hauptsächlich kleinere, die rasch wieder gelöst werden konnten. Unter anderem brach vorübergehend die Kommunikation zwischen den Astronauten und dem Kontrollzentrum auf der Erde ab. Zudem funktionierte die Bordtoilette zeitweise nicht einwandfrei.

Mission soll zehn Tage dauern

«Artemis 2» baut auf den Erfahrungen der unbemannten Mission «Artemis 1» von 2022 auf. An Bord der «Orion»-Kapsel soll die Crew – bestehend aus Hansen sowie den US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman – etwa zehn Tage im All verbringen und um den Mond herumfliegen, bevor die Kapsel wieder im Meer auf der Erde aufkommen soll.

Für Glover, Koch und Wiseman ist es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch ist die erste Frau an Bord einer Mond-Mission der Nasa, Glover der erste nicht-weiße Mensch und Hansen der erste Kanadier. 

Mehr als 2,3 Millionen Kilometer um Mond und Erde

Der Flugverlauf von «Artemis 2» gleicht insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die vier Astronauten sollen insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. 

Am fünften Flugtag soll «Orion» den Punkt erreichen, wenn die Schwerkraft des Mondes stärker auf das Raumschiff wirkt als die der Erde. Am sechsten Flugtag soll das Raumschiff dem Mond am nächsten kommen - etwa 7.500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite. Von dort aus können die Astronauten dann Erde und Mond gleichzeitig sehen - und sogar auch eine Sonnenfinsternis, bei der die Sonne aus der Perspektive von «Orion» hinter dem Mond verschwindet. 

An diesem Flugtag könnten sie sich auch weiter von der Erde entfernen als jemals Menschen zuvor. Den bisherigen Rekord stellte die Crew der «Apollo 13»-Mission 1970 mit rund 400.171 Kilometern auf. 

Bislang zwölf Amerikaner auf dem Mond

Der erste Mensch auf dem Mond war am 20. Juli 1969 Neil Armstrong. Als bislang letzter Mensch verließ im Dezember 1972 der 2017 gestorbene Nasa-Astronaut Eugene Cernan mit der «Apollo 17»-Mission den Erdtrabanten. Insgesamt brachten die USA als bislang einziges Land mit den «Apollo»-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond.


Bildnachweis: © -/NASA/dpa
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