3. Dezember 2024 / Aus aller Welt

BKA: Schlag gegen große illegale Internet-Plattform

«Crimenetwork» gilt als größter deutschsprachiger Online-Marktplatz für illegale Waren und Dienstleistungen. Einer der mutmaßlich technischen Köpfe der Plattform sitzt nun in Haft.

Die Plattform «Crimenetwork» galt laut BKA als größter deutschsprachiger Online-Marktplatz für illegale Waren und Dienstleistungen. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 3. Dezember 2024 um 14:51 Uhr

Ermittler des Bundeskriminalamtes und der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main haben einen mutmaßlichen Administrator der kriminellen Handelsplattform «Crimenetwork» festgenommen. Die Plattform galt laut BKA als größter deutschsprachiger Online-Marktplatz für illegale Waren und Dienstleistungen. Auch die Server der Plattform konnten die Ermittler abschalten.

Dem 29-Jährigen wird vorgeworfen, viele Jahre technischer Administrator der Plattform gewesen zu sein. Er wurde nach seiner Festnahme am Montag dem Haftrichter vorgeführt und befindet sich nun in Untersuchungshaft. Neben umfangreichen Beweismitteln und hochwertigen Fahrzeugen wurde auch Vermögen im Wert von rund einer Million Euro in Kryptowerten sichergestellt.

Außerdem habe das BKA «umfangreiche Nutzer- und Transaktionsdaten» sicherstellen können. Diese könnten nun wertvolle Ermittlungsansätze für die weitere Aufklärung der kriminellen Strukturen hinter der Plattform bieten, teilten die Ermittler mit.

BKA geht von 100.000 Nutzern aus

«Crimenetwork» habe als Marktplatz für illegale Waren und Dienstleistungen, insbesondere für gestohlene Daten, Drogen und gefälschte Dokumente, gedient, teilten die Ermittler mit. Zuletzt waren auf der Plattform mehr als 100.000 Nutzer und über 100 Verkäufer angemeldet. Die Kunden der Plattform dürften sich überwiegend im deutschsprachigen Raum aufhalten. Für die Bezahlung der illegalen Waren und Dienstleistungen verwendeten die Nutzer die Kryptowährungen Bitcoin und Monero.

Die Betreiber der Plattform sollen für die Abwicklung der erfolgten Verkäufe Provisionszahlungen in Höhe von ein bis fünf Prozent des Verkaufswertes erhalten haben. Darüber hinaus sollen die Verkäufer monatliche Gebühren beispielsweise für Werbung und für ihre Verkaufslizenzen an die Betreiber der Plattform gezahlt haben. Unterstützt wurden die Ermittlungen laut BKA von niederländischen Strafverfolgungsbehörden.

Der Schlag gegen die Plattform ist ein weiterer Erfolg im Kampf der Behörden gegen Cybercrime in diesem Jahr. Federführend sind das BKA und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main.

Weiterer Ermittlungserfolg bei «Operation Endgame»

Ende Mai 2024 waren durch ZIT und BKA bei der «Operation Endgame» nach Angaben des hessischen Justizministers Christian Heinz (CDU) mehrere der gefährlichsten Schadsoftware-Familien unschädlich gemacht worden, zehn internationale Haftbefehle wurden erlassen und vier Menschen vorläufig festgenommen.

Im September 2024 konnten den Angaben zufolge 47 in Deutschland gehostete digitale Geldwechsel-Dienste (auch «Exchange Services» genannt), die für kriminelle Zwecke genutzt wurden, abgeschaltet werden.

Nach Angaben von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) wurden auf «Crimenetwork» Kokain und Ecstasy ebenso gehandelt wie gestohlene Accounts und Schadsoftware. «Dieser Ermittlungserfolg sendet ein eindeutiges Signal: Auch im Netz können sich Straftäter nicht sicher fühlen. Unsere Sicherheitsbehörden handeln international vernetzt und zerschlagen sehr erfolgreich kriminelle Strukturen.» Den «niederländischen Partnern» dankte sie für die enge Zusammenarbeit.


Bildnachweis: © Julian Stratenschulte/dpa
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