Am Ende waren die Schäden zu groß: Die Bonner Nordbrücke der Autobahn 565 bleibt für mehr als zwei Jahre komplett gesperrt. Der geschädigte Brückenteil solle nun abgerissen und neu gebaut werden - «und das möglichst schnell», kündigte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) an. «Das Schadensbild an der linksrheinischen Vorlandbrücke hat sich so verschlechtert, dass eine Öffnung der Bücke sowohl für den Lkw- als auch für den Pkw-Verkehr nicht mehr infrage kommt», sagte Schnieder nach der zweiten Sitzung eines Lenkungskreises von Bund, Land und Kommunen in Bonn. Das Vergabeverfahren werde sofort starten, so dass möglichst schon im Sommer mit dem Abriss begonnen werden könne, erklärte Schnieder. Noch in diesem Jahr solle die Vergabe für die neue Brücke beauftragt werden. Ziel sei es, den Neubau innerhalb von zwei Jahren fertigzustellen, so dass die Brücke spätestens Ende 2028 wieder für den Verkehr geöffnet werden könne. Die marode Bonner Nordbrücke ist Teil der A565 und die wichtigste Ost-West-Verbindung für die Region. Bereits seit Februar galt ein Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen. Anfang Juni wurde die Autobahnbrücke über den Rhein dann wegen massiver Schäden komplett für den Verkehr gesperrt. Seitdem hatte die Autobahn GmbH weitere Prüfungen vorgenommen. Ergebnis: Das Bauwerk sei inzwischen so geschwächt, dass es sich «im Grenzzustand der Tragfähigkeit für einzelne Bauteile» befinde, sagte der technische Geschäftsführer der Autobahn GmbH, Dirk Brandenburger. «Die vorhandene und teilweise geschädigte Bewehrung ist nicht ausreichend, um ein Versagen einzelner Bauteile zu verhindern.» Die Brücke sei mit technischen Mitteln nicht mehr sanierungsfähig. «Die Nachricht ist eine schwierige für die Region und für Nordrhein-Westfalen», sagte Landesverkehrsminister Oliver Krischer (Grüne). Dass die Bonner Nordbrücke als wichtige Verkehrsverbindung nun für mehr als zwei Jahre nicht zur Verfügung stehe, werde die Region intensiv belasten. Dass der Abriss sofort starten solle, sei aber «ein klares Signal an die Region, dass hier gehandelt wird und nicht lange diskutiert wird». Somit sei das geplante Vorgehen «unter den gegebenen schwierigen Umständen» immer noch die beste Lösung, meinte Krischer. Die Autobahn GmbH habe etwa bei der Rahmede-Talbrücke gezeigt, dass sie schnell bauen könne. Der Bonner Oberbürgermeister Guido Déus sprach von einer «schlimmen Botschaft für Bonn und die Region». Positiv sei einzig, dass zumindest Radfahrer und Fußgänger die Brücke voraussichtlich ab Spätsommer wieder nutzen könnten. Seit der Sperrung gibt es in Bonn erhebliche Verkehrsprobleme. Um kurzfristig für Entlastung zu sorgen, hatte die Stadt unter anderem bis Ende Juni die kostenlose Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs eingeführt. Dies könne angesichts der angespannten Haushaltslage «ohne externe Hilfe» nicht fortgeführt werden, sagte Déus. Die Sperrung bedeute für die Wirtschaft einen enormen Schaden, erklärte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg. Die avisierte Freigabe 2028 sei aber immerhin «ein Silberstreif am Horizont», sagte IHK-Präsident Stefan Hagen. Der Präsident der Kölner Handwerkskammer, Thomas Radermacher, forderte, temporäre Entlastungsmaßnahmen zu prüfen, «etwaeine Erstattung der Mautkosten bei nachweislichen Umwegen». Abgesehen von der Vorlandbrücke werden laut Schnieder auch die Planungen für den ohnehin vorgesehenen späteren Neubau der Strombrücke weiter vorangetrieben. Dieser soll frühestens in den 2030er Jahren starten. Wenn es so weit ist, bedeute das nicht, dass die Brücke erneut komplett gesperrt werden müsse, betonte Schnieder.Neue Brücke soll 2028 fertig sein
Einzelne Bauteile sind nicht mehr tragfähig
OB Déus: «Schlimme Botschaft»
Kostenloser ÖPNV in Bonn nicht auf Dauer
Planungen für Neubau der Strombrücke laufen weiter
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Bonner Nordbrücke bleibt bis Ende 2028 gesperrt
Wegen struktureller Schäden wurde die marode Bonner Nordbrücke komplett gesperrt - ein Schock für den Verkehr im Rheinland. Nun gibt es Neuigkeiten, wie es mit der Autobahnbrücke weitergehen soll.
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