7. April 2022 / Aus aller Welt

Brückeneinsturz in Genua - Prozess gegen 59 Angeklagte

Anfang Juli soll der Prozess gegen 59 Angeklagte beginnen. Diese müssen sich unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und Unterlassung von Amtshandlung verantworten.

Die Autobahnbrücke Morandi stürzte 2018 ein. Wer trägt die Verantwortung?
Veröffentlicht am 7. April 2022 um 17:04 Uhr

Die italienische Justiz hat im Fall der 2018 in Genua eingestürzten Autobahnbrücke mit 43 Toten den Prozess gegen 59 Menschen zugelassen. Das entschied die Richterin der Vorverhandlung am Donnerstag, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Außerdem verfügte sie demnach, dass der Autobahnbetreiber und ein Wartungsunternehmen nicht vor Gericht und stattdessen 30 Millionen Euro bezahlen müssen. Zuvor gab es Versuche, den Prozess für nichtig zu erklären, etwa weil nicht alle Akten einsehbar gewesen sein sollen.

Das Unglück in der norditalienischen Küstenstadt geschah am 14. August 2018. Damals stürzte das Polcevera-Viadukt der Autobahn 10, auch «Ponte Morandi» genannt, ein. Hunderte Menschen, die darunter wohnten, wurden obdachlos. Im August 2020 wurde ein Neubau namens San-Giorgio-Brücke eingeweiht.

Die Angeklagten - Experten und frühere leitende Angestellte verschiedener Firmen - müssen sich unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Verstoß gegen die Sicherheit im Straßenverkehr und Unterlassung von Amtshandlung verantworten. Laut Medienberichten waren an der Brücke Mängel ignoriert worden.

Opfervertreter zeigten sich zufrieden mit der Entscheidung. «Heute ist die Bestätigung dafür gekommen, was wir die ganze Zeit schon sagen», sagte Egle Possetti laut Ansa. Der erste Prozesstag wurde auf den 7. Juli festgelegt.


Bildnachweis: © Antonio Calanni/AP/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Goldener Kamm in Gütersloh
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...

weiterlesen...
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Aus aller Welt

Das Feuer aus Belgien rückt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.

weiterlesen...
Brand im Hohen Venn: Evakuierung bei Monschau angeordnet
Aus aller Welt

Wegen des Waldbrandes im Hohen Venn müssen Anwohner in Deutschland ihre Häuser verlassen. Eine Notunterkunft ist eingerichtet.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Australien sagt Social-Media-Algorithmen den Kampf an
Aus aller Welt

Nach dem weltweit ersten Verbot von Social-Media-Konten für unter 16-Jährige geht Australien den nächsten Schritt: Nutzer sollen künftig selbst entscheiden können, ob Algorithmen ihren Feed bestimmen.

weiterlesen...
Rund 16.000 Hitzetote in diesem Jahr – und nun?
Aus aller Welt

Mindestens 16.000 Menschen sind hitzebedingt in diesem Jahr in Deutschland gestorben. Experten erklären, warum viele Todesfälle unentdeckt bleiben – und wie sie verhindert werden könnten.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Australien sagt Social-Media-Algorithmen den Kampf an
Aus aller Welt

Nach dem weltweit ersten Verbot von Social-Media-Konten für unter 16-Jährige geht Australien den nächsten Schritt: Nutzer sollen künftig selbst entscheiden können, ob Algorithmen ihren Feed bestimmen.

weiterlesen...
Rund 16.000 Hitzetote in diesem Jahr – und nun?
Aus aller Welt

Mindestens 16.000 Menschen sind hitzebedingt in diesem Jahr in Deutschland gestorben. Experten erklären, warum viele Todesfälle unentdeckt bleiben – und wie sie verhindert werden könnten.

weiterlesen...