Der Missbrauchsskandal um den verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein dominiert weiter die Schlagzeilen in Großbritannien. Am Tag der Veröffentlichung der Memoiren von Epstein-Opfer Virginia Giuffre, die auch dem britischen Prinzen Andrew (65) vorwirft, sie mehrfach sexuell missbraucht zu haben, titelte etwa die Boulevardzeitung «The Mirror» mit der Frage: «Was wusste der Palast?» Der Bruder von König Charles III. (76) bestreitet die Vorwürfe, doch der Skandal droht längst nicht nur einen Schatten auf seine eigene Biografie, sondern auf das Königshaus zu werfen. Kurz vor der Veröffentlichung des Buchs legte Andrew mehrere Titel und Ehrungen nieder. «Ich weiß, dass sie das als Sieg betrachten würde, dass er - wie auch immer - gezwungen wurde, sie freiwillig aufzugeben», sagte Giuffres Co-Autorin Amy Wallace der BBC. Virginia Giuffre selbst hatte sich im April das Leben genommen. Dass die Affäre für das Königshaus nun ausgestanden ist, darf bezweifelt werden. Es sind schockierende Details, die Giuffre in den Memoiren mit dem Titel «Nobody's Girl» offenlegt. Die gebürtige US-Amerikanerin beschreibt, wie sie als Jugendliche von Epstein und seiner Gehilfin Ghislaine Maxwell in ein Abhängigkeitsverhältnis gebracht und über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren von Epstein und weiteren mächtigen Männern sexuell ausgebeutet wurde - bis ihr die Flucht gelang. Giuffre berichtet über brutale Vergewaltigungen, Erniedrigungen und Drohungen. Die Namen ihrer zweifellos teils weltbekannten Peiniger bleiben mit Ausnahme Epsteins und weniger weiterer wie Prinz Andrew jedoch ungenannt. Besonders erschütternd ist, dass sie bereits mehrfach zum Opfer sexuellen Missbrauchs geworden war, als sie in die Fänge Epsteins geriet. Prinz Andrew, der sich im Jahr 2022 auf einen angeblich millionenschweren Vergleich in einer US-Zivilklage mit Giuffre einigte, könnte noch mehr Ungemach drohen. Scotland Yard bestätigte auf dpa-Anfrage, Berichte zu prüfen, wonach Andrew seinen Personenschützer angewiesen haben soll, diskreditierende Informationen über Giuffre zu besorgen.Brutale Vergewaltigungen, Erniedrigungen und Drohungen
Bildnachweis: © James Manning/PA Wire/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Mehr Ärger für Andrew? Buch von Epstein-Opfer veröffentlicht
Die Memoiren von Virginia Giuffre zeichnen ein verstörendes Bild, wie sexuelle Ausbeutung in höchsten Kreisen kultiviert wurde. Für Prinz Andrew scheint die Affäre noch längst nicht ausgestanden.
Meistgelesene Artikel
- 30. September 2026
Die «Hells Angels» und die Spur des schmutzigen Geldes
Polizisten und Steuerfahnder gehen mit einer Großaktion gegen Rocker der «Hells Angels» und ein Geldwäsche-System vor. Die Ermittler wollen 48,6 Millionen Euro Vermögen beschlagnahmen.
- 23. September 2026
Stein und Staub: Großer Felssturz an der Zugspitze
Eine riesige Staubwolke, bröckelnde Felsen und trotzdem keine Gefahr für Wege oder Gebäude – was steckt hinter dem ungewöhnlichen Felssturz an der Zugspitze?
- 14. September 2026
Pollhans 2026: Drei Tage Kirmesspaß in Schloß Holte-Stukenbrock
Vom 17. bis 19. Oktober 2026 locken mehr als 350 Beschicker, Fahrgeschäfte, Wirtschaftsschau und Bauernmarkt auf den Pollhansplatz.
Neueste Artikel
- 12. Oktober 2026
Frankreich: 14-Jähriger schießt auf Schulleiter und Lehrerin
Nach den ersten Schüssen läuft der Schüler ein Stockwerk höher und feuert in Richtung einer Lehrkraft und auch in einer Klasse. Das Motiv ist noch vollkommen unklar.
- 12. Oktober 2026
Höhlenforscher auf Sardinien nach 27 Stunden gerettet
Ein Hangrutsch verschüttet den Eingang zu einer Höhle auf Sardinien. Ein Höhlenforscher sitzt in zehn Metern Tiefe fest. Nach schwierigen Bergungsarbeiten kann der Mann schließlich gerettet werden.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 12. Oktober 2026
Frankreich: 14-Jähriger schießt auf Schulleiter und Lehrerin
Nach den ersten Schüssen läuft der Schüler ein Stockwerk höher und feuert in Richtung einer Lehrkraft und auch in einer Klasse. Das Motiv ist noch vollkommen unklar.
- 12. Oktober 2026
Höhlenforscher auf Sardinien nach 27 Stunden gerettet
Ein Hangrutsch verschüttet den Eingang zu einer Höhle auf Sardinien. Ein Höhlenforscher sitzt in zehn Metern Tiefe fest. Nach schwierigen Bergungsarbeiten kann der Mann schließlich gerettet werden.

