16. Januar 2023 / Aus aller Welt

Corona-Experte Wendtner hält Lockerungen für verfrüht

Zum 2. Februar soll die Maskenpflicht in Fernzügen und -bussen fallen. Corona-Experte Wendtner hält das für überhastet. Es sei nicht glücklich mit der Entscheidung von Gesundheitsminister Lauterbach.

Bundesgesundheitsminister Lauterbach hat das Ende der Maskenpflicht in Fernzügen und -bussen zum 2. Februar angekündigt.
Veröffentlicht am 16. Januar 2023 um 04:36 Uhr

Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner hält die Abschaffung weiterer Corona-Schutzmaßnahmen im Winter für überhastet und der allgemeinen Pandemie-Müdigkeit geschuldet. «Das ist die Grundlage, warum aus meiner Sicht zum Teil irrationale und vorschnelle Entscheidungen getroffen wurden», sagte der Corona-Experte der «Augsburger Allgemeinen» (Montag). «In einer Saison, in der Viruserkrankungen ihren Höhepunkt haben, ist es sehr fragwürdig, Dinge zu schnell zu lockern.»

Er sei nicht glücklich darüber, dass die Masken «auf breiter Front fallen», sagte der Infektiologe. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Freitag das Ende der Maskenpflicht in Fernzügen und -bussen zum 2. Februar angekündigt. Im Nahverkehr, für den die Bundesländer zuständig sind, soll bis Anfang Februar auch das Maskentragen keine Pflicht mehr sein. Mehrere Bundesländer haben dies bereits umgesetzt, alle anderen ziehen nun nach. «Ich hätte es für besser gehalten, wenn wir noch ein bisschen die Füße stillgehalten hätten. Etwa bis April, dann läuft das Infektionsschutzgesetz ohnehin aus», sagte Wendtner mit Blick auf die Lockerungen.

Wendtner ist Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing und hatte dort Anfang 2020 die ersten Corona-Patienten in Deutschland behandelt. Mit dem Coronavirus werde die Gesellschaft noch viele Jahre leben müssen, sagte er. Zudem sei «der Weg zurück in die Pandemie» auch möglich. «Etwa dann, wenn neue Varianten auftreten.» Das Risiko dafür sei besonders hoch, wenn das Virus - wie derzeit in China - auf eine Bevölkerung treffe, die nicht ausreichend immunisiert sei.


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