25. Juni 2026 / Aus aller Welt

Deutschland bereitet Erdbebenhilfe für Venezuela vor

Nach einem Hilfeersuchen aus Venezuela laufen in Deutschland die Vorbereitungen für einen Hilfseinsatz. Sechs Transportflugzeuge stehen bereit.

Transportflugzeuge vom Typ Airbus A400M stehen auf dem Fliegerhorst Wunstorf. Deutschland bietet Venezuela Unterstützung an.
Veröffentlicht am 25. Juni 2026 um 17:54 Uhr

Die Bundesregierung will Venezuela nach den schweren Erdbeben schnell Hilfe leisten. «Dafür stehen Hilfsgüter, wie etwa Wasserfilter, Feldbetten, Zelte oder Generatoren bereit», teilten das Auswärtige Amt und das Verteidigungsministerium nach einer koordinierenden Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung mit.

Die einzelnen Ressorts seien zudem in Abstimmungsgesprächen mit zivilen Hilfs- und Katastrophenschutzorganisationen. Venezuela habe am Nachmittag ein internationales Hilfeersuchen nach dem EU-Katastrophenschutzmechanismus gestellt. Europäisch abgestimmt würden nun Unterstützungsmöglichkeiten geprüft.

Das Auswärtige Amt sei seit der Nacht mit den deutschen Einsatzteams in der Katastrophenhilfe und internationalen Partnern in Kontakt. Noch am Donnerstag sollen Vorab-Teams des Technischen Hilfswerkes (THW) und weiterer Organisationen gemeinsam mit Kollegen aus der Schweiz zur Abklärung der Lage in die Region aufbrechen. 

Bundeswehr ist zur Hilfe bereit

Beim Lufttransportgeschwader 62 der Luftwaffe im niedersächsischen Wunstorf liefen Vorbereitungen für den Einsatz von sechs Transportflugzeugen des Typs A400M. Darunter ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums eine Maschine, die als «MedEvac» genutzt werden kann, also für den medizinischen Krankentransport. 

Der Verband bereitet sich demnach auch darauf vor, als logistisches Drehkreuz für zivile Hilfs- und Katastrophenschutzorganisationen, wie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und dem THW zu fungieren und angelieferte Hilfsgüter auszufliegen. 

Zum Beginn eines möglichen Hilfseinsatzes würde das Kontingent des Lufttransportgeschwaders den Kontingentführer, die fliegende Besatzung, und ein kleines Technikteam umfassen, so das Ministerium. 

Der A400M könne bis zu 16 Tonnen Material und Personal transportieren. Nach aktuellen Planungen würden Flüge in die 8200 km entfernte Krisenregion rund 13 Stunden an reiner Flugzeit benötigen.


Bildnachweis: © Moritz Frankenberg/dpa
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