8. Juli 2024 / Aus aller Welt

Drei Jahre Haft nach tödlicher Flucht vor der Polizei

Ein Autofahrer versucht, der Polizei zu entkommen. Er tritt aufs Gas - und fährt am Ende gegen einen Baum. Sein Beifahrer kommt ums Leben. Nun hat das Gericht ein Urteil gefällt.

Ein Autofahrer hat Schuld am Tod seines Beifahrers auf der Flucht vor der Polizei (Archivbild).

Nach dem Tod seines Beifahrers auf der Flucht vor der Polizei im Nordwesten Niedersachsens soll ein Mann für drei Jahre ins Gefängnis. Der Angeklagte habe so schnell wie möglich entkommen wollen und sei schuld am Tod seines Freundes, sagte die Richterin am Amtsgericht Westerstede. «Das Todesopfer war gerade einmal 16 Jahre alt.» Nach zwei Jahren dürfe der Angeklagte wieder die Fahrerlaubnis beantragen.

Das Gericht ist überzeugt, dass der Angeklagte Ende September im Alkohol- und Drogenrausch in eine Firma einbrach, ein Auto stahl und sich ohne Führerschein hinters Steuer setzte. Er habe seinen Freund mit dem Wagen abgeholt, in Oldenburg getankt und sei ohne zu bezahlen weitergefahren. Auf der Flucht vor der Polizei habe er aufs Gas getreten und sei in einem Graben gelandet. 

Nach dem Unfall fuhr der 23-Jährige nach Auffassung des Gerichts in hohem Tempo weiter. «Ziel war, die Polizei abzuschütteln und so schnell wie möglich wegzukommen», sagte die Richterin. In einer Kurve zwischen Oldenburg und Bremen habe er die Kontrolle über das Auto verloren, sei von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum gefahren. Der Jugendliche auf dem Beifahrersitz überlebte den Unfall nicht. Der Angeklagte erlitt mehrere Schürfwunden und brach sich den kleinen Finger. 

Laut Gericht ist der Deutsch-Türke außerdem für zwei Einbrüche verantwortlich. Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn alle Taten gestanden. Das Urteil unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und verbotenem Kraftfahrzeugrennen ist noch nicht rechtskräftig.


Bildnachweis: © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Vermutlicher Blitzeinschlag in Schloß Holte-Stukenbrock
Polizeimeldung

Kriminalität Vermutlicher Blitzeinschlag in Schloß Holte-Stukenbrock Samstagabend (29.06., 23.25 Uhr) brannte eine...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Nach Angriff an Volkshochschule bleibt Motiv unklar
Aus aller Welt

An einer Volkshochschule in Wedel bei Hamburg wird ein Dozent niedergestochen. Lebensgefährlich verletzt kommt er ins Krankenhaus. Die mutmaßlichen Täter sind gefasst, doch das Warum bleibt offen.

weiterlesen...
Einsturz von Autobahnbrücke in China: Mindestens zwölf Tote
Aus aller Welt

Enorme Niederschläge sollen zum Einsturz einer Autobahnbrücke geführt haben. Die Rettungsarbeiten sind noch im Gange.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Nach Angriff an Volkshochschule bleibt Motiv unklar
Aus aller Welt

An einer Volkshochschule in Wedel bei Hamburg wird ein Dozent niedergestochen. Lebensgefährlich verletzt kommt er ins Krankenhaus. Die mutmaßlichen Täter sind gefasst, doch das Warum bleibt offen.

weiterlesen...
Einsturz von Autobahnbrücke in China: Mindestens zwölf Tote
Aus aller Welt

Enorme Niederschläge sollen zum Einsturz einer Autobahnbrücke geführt haben. Die Rettungsarbeiten sind noch im Gange.

weiterlesen...