14. Juli 2024 / Aus aller Welt

Dutzende Verletzte bei Stierhatzen in Spanien

Wer gerne mit Kampfstieren um sein Leben rennt, muss jetzt wieder ein Jahr warten. Das berühmte Sanfermín-Fest im nordspanischen Pamplona endet mit einer glimpflichen Bilanz. Aber nur für die Läufer.

Um die 600 Kilogramm schwere Muskelpakete, bis zu 40 Sachen schnell und nicht zum Spaßen aufgelegt - Kampfstiere bei den berühmten und umstrittenen Stierhatzen im nordspanischen Pamplona.
Veröffentlicht am 14. Juli 2024 um 11:02 Uhr

Zum Abschluss des Sanfermín-Festes im nordspanischen Pamplona sind bei der achten und letzten Stierhatz mindestens sieben Läufer verletzt worden. Allerdings blieb es wie bei den Läufen an den sieben Tagen zuvor bei leichteren Verletzungen wie Prellungen und Gerhinerschütterungen, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. Insgesamt seien damit seit vergangenem Sonntag mindestens 36 Läufer ins Krankenhaus gebracht worden, darunter auch ein US-Bürger und ein Australier. 

Um Punkt 08.00 Uhr begann die letzte Hatz wie jeden Morgen während des Stadtfestes mit dem Start einer kleinen Rakete, das Gatter öffnete sich und sechs Kampfstiere geführt von zahmen Leitochsen stürmten in die mit Tausenden Läufern gefüllten Gassen in Richtung der mehr als 800 Meter entfernten Stierkampfarena, wo sie später sterben sollten. 

Bei den Mutproben der vorwiegend jungen Männer kommt es nicht nur auf Schnelligkeit an, denn Bullen können trotz ihrer Massigkeit schneller als jeder Mensch laufen. Es braucht auch Geschick und Todesmut, um vor oder zwischen den Stieren zu laufen, denn mit ihren langen spitzen Hörnern können sie tödliche Verletzungen zufügen. Die meisten Stürze und damit Verletzungen gibt es aber, weil Läufer im Gedränge übereinander stürzen. Denn sie müssen ständig nach hinten schauen, um den Kampfstieren möglichst im letzten Augenblick zur Seite auszuweichen. Die Zeitung «La Vanguardia» schrieb von der «Emotion des Stierlaufs, bei dem man wirklich betet und rennt wie nie zuvor». Seit 1924 gab es 16 Todesopfer, das letzte 2009. 

Die Stierhatzen sind zentraler Teil des jährlichen Festes zu Ehren des Stadtheiligen San Fermín. Tierschützer protestieren seit langem gegen die traditionsreiche Veranstaltung, die bereits seit 1591 stattfindet. Trotz aller Kritik lockt das Fest aber jedes Jahr Zehntausende Touristen aus ganz Spanien und auch aus dem Ausland an. Tierschützer beklagen, für die Tiere sei die Hatz tatsächlich nichts anderes als eine panische Flucht durch die für sie völlig ungewohnten Menschenmassen. Es handele sich ebenso wie der Stierkampf um Tierquälerei, die ein Ende haben müsse.


Bildnachweis: © Alvaro Barrientos/AP/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Aus aller Welt

Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.

weiterlesen...
Jetzt noch eine Ausbildung im Handwerk beginnen? Es ist nicht zu spät!
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...

weiterlesen...
Drei Stunden Stau am Schweizer Gotthard-Tunnel
Aus aller Welt

Blechlawinen vor dem Gotthard-Tunnel, Proteste in Amsteg: Wie Urlauber und Anwohner unter dem Mega-Stau leiden – und welche Alternativen es gibt.

weiterlesen...

Neueste Artikel

USA - Juli war wärmster Monat seit mehr als 130 Jahren
Aus aller Welt

Im Juni und Juli war es in Westeuropa so heiß wie nie zuvor in den beiden Sommermonaten. Auch in den USA werden Rekorde verzeichnet.

weiterlesen...
Bewährungsstrafe im Prozess um erhängten Hund «Buddy»
Aus aller Welt

Vor dem Amtsgericht Flensburg muss sich ein 38-Jähriger verantworten, weil er den Hund «Buddy» getötet haben soll. Der Fall sorgt für große Anteilnahme in der Stadt. Nun ist das Urteil gefallen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

USA - Juli war wärmster Monat seit mehr als 130 Jahren
Aus aller Welt

Im Juni und Juli war es in Westeuropa so heiß wie nie zuvor in den beiden Sommermonaten. Auch in den USA werden Rekorde verzeichnet.

weiterlesen...
Bewährungsstrafe im Prozess um erhängten Hund «Buddy»
Aus aller Welt

Vor dem Amtsgericht Flensburg muss sich ein 38-Jähriger verantworten, weil er den Hund «Buddy» getötet haben soll. Der Fall sorgt für große Anteilnahme in der Stadt. Nun ist das Urteil gefallen.

weiterlesen...