2. September 2023 / Aus aller Welt

Ecuador: Häftlinge in Gefängnissen lassen Geiseln frei

Immer wieder kommt es zu Meutereien, viele Haftanstalten sind unter der Kontrolle von Verbrechersyndikaten. In mehreren Gefängnissen wurden Beamte als Geiseln genommen. Nun sind sie wieder frei.

Blick auf das Turi-Gefängnis, wo Dutzende von Gefängniswärtern und Polizisten von den Insassen entführt wurden.
Veröffentlicht am 2. September 2023 um 03:34 Uhr

Nach mehreren Tagen haben aufständische Häftlinge in mehreren ecuadorianischen Gefängnissen Dutzende als Geiseln genommene Sicherheitskräfte freigelassen. 50 Justizvollzugsbeamte und sieben Polizisten in insgesamt sechs Haftanstalten seien auf freien Fuß gesetzt worden, teilte die Gefängnisverwaltung des südamerikanischen Landes am Freitag mit.

Die Beamten seien ärztlich untersucht worden und befänden sich in guter gesundheitlicher Verfassung. Die Häftlinge hatten die Gefängniswärter und Polizisten überwältigt, nachdem die Sicherheitskräfte eine Reihe von Haftanstalten durchsucht und nach Waffen und anderen verbotenen Gegenständen gesucht hatten.

Konflikte zwischen verfeindeten Banden

In den Haftanstalten Ecuadors kommt es immer wieder zu Gefangenenmeutereien und blutigen Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Banden. Viele Strafanstalten werden von Verbrechersyndikaten kontrolliert. Oftmals sorgen die Sicherheitskräfte lediglich dafür, dass die Gefangenen in den Haftanstalten bleiben. Innerhalb der Mauern bleiben sie sich weitgehend selbst überlassen.

Nachdem zuletzt mehrere hochrangige Bandenchefs in andere Gefängnisse verlegt worden waren, detonierten vor Büros der Gefängnisverwaltung zwei Autobomben. Verletzt wurde bei den Anschlägen niemand. «Sie wollen den Staat einschüchtern, um uns daran zu hindern, weiterhin die Rolle der Streitkräfte und der Polizei bei der Kontrolle dieser Gefängnisse zu erfüllen», sagte Sicherheitsminister Wagner Bravo im Radiosender FM Mundo.


Bildnachweis: © Xavier Caivinagua/AP/dpa
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