17. Februar 2023 / Aus aller Welt

Entgleister Zug in Ohio: Sorge wegen giftiger Chemikalien

Ein Güterzug entgleist mitten in einer Kleinstadt, an Bord ist unter anderem Vinylchlorid. Nun klagen Anwohner über gesundheitliche Probleme. Mit Informationen geht die Eisenbahngesellschaft sparsam um.

Nach der Entgleisung eines mit gefährlichen Chemikalien beladenen Güterzuges im US-Bundesstaat Ohio drohen Umweltschäden.
Veröffentlicht am 17. Februar 2023 um 07:07 Uhr

Nach dem Entgleisen eines mit Chemikalien beladenen Güterzugs im US-Bundesstaat Ohio wachsen die Sorgen der Anwohner vor gesundheitlichen Folgen. Der Direktor der US-Umweltbehörde Epa versuchte, die Menschen bei einem Besuch vor Ort zu beruhigen.

Man unterstütze die örtlichen Behörden bei der Ermittlung der Auswirkungen des Unfalls und stelle sicher, dass es keine Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung gebe, sagte Michael Regan. Man teste sowohl das Wasser auch als die Luft regelmäßig auf gefährliche Schadstoffe. «Dieser Vorfall hat diese Gemeinde verständlicherweise in ihren Grundfesten erschüttert.»

Der Zug war Anfang Februar in der Gemeinde East Palestine entgleist und in Flammen aufgegangen. Eine riesige Rauchwolke stand über dem Ort nahe der Staatsgrenze zu Pennsylvania. Er wurde vorübergehend evakuiert.

Eisenbahngesellschaft in der Kritik

Seit dem Unfall beklagen sich die Anwohnerinnen und Anwohner über gesundheitliche Probleme - darunter Kopfschmerzen, gereizte Augen und Ausschlag. Sie werfen den Behörden unvollständige Informationspolitik vor und fühlen sich im Stich gelassen. Auch die Eisenbahngesellschaft «Norfolk Southern» steht in der Kritik, einer Versammlung mit Anwohnern blieb sie fern.

Epa-Direktor Regan betonte, dass bei der Untersuchung von 480 Häusern keine Spuren von Chemikalien wie Vinylchlorid oder Chlorwasserstoff entdeckt worden seien. «Die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung hat für uns oberste Priorität», betonte auch die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre. Die örtlichen Behörden fürchten nun, dass Regen Schadstoffe in örtliche Bäche und Flüssen spülen könnte.

Gleichzeitig versuchte die Katastrophenschutzbehörde des Bundesstaates, die Anwohner zu besänftigen. Es könnten zwar Gerüche wahrgenommen werden. Das liege aber daran, dass einige der freigesetzten Schadstoffe eine niedrige Geruchsschwelle hätten. Diese Schadstoffe könnten also in einer Konzentration gerochen werden, die weit unter dem als gefährlich geltenden Wert liege.


Bildnachweis: © Gene J. Puskar/AP/dpa
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