Ein verheerender Waldbrand in der Provinz Huelva im Südwesten Spaniens hat sich ausgebreitet. Das Feuer wütet bereits seit Donnerstag. Die Regionalregierung von Andalusien schätzte die betroffene Fläche auf mehr als 20.000 Hektar. Das entspricht einer Fläche von 200 Quadratkilometern - etwa so groß wie das Stadtgebiet von Hannover. Unklar ist noch, wie viel Fläche davon tatsächlich den Flammen zum Opfer gefallen ist. Das Feuer sei derzeit «außerhalb der Löschkapazität», sagte der andalusische Innenminister Antonio Sanz. Nicht wegen fehlender Mittel, sondern «aufgrund des extremen und unberechenbaren Verhaltens der Flammen», erklärte er vor Journalisten. Es gehe zunächst in erster Linie darum, «die Menschen zu schützen». Insgesamt 479 Personen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. In der Nähe der Kleinstadt Niebla, rund 60 Kilometer westlich von Sevilla, kämpfen unterdessen rund 600 Einsatzkräfte weiter gegen die Flammen. Sie werden im hügeligen, teils schwer zugänglichen Waldgebiet zeitweilig von mehr als 20 Löschflugzeugen und Hubschraubern unterstützt. In der Nacht war es nach Angaben von Feuerwehrsprechern gelungen, mit kontrolliertem Feuer und schwerem Gerät wichtige Verteidigungslinien aufzubauen. Das Feuer war am Donnerstag im Gebiet Raboconejo unweit der 4.200-Einwohner-Gemeinde Niebla ausgebrochen und hatte sich in den vergangenen Tagen rasch ausgebreitet. Vor allem die Hitze mit Temperaturen von über 30 Grad und die starken, wechselnden Winde erschweren die Löscharbeiten. Spanien wird in diesem Jahr von einer außergewöhnlichen Waldbrandsaison heimgesucht. «Seit Jahresbeginn sind fast 200.000 Hektar betroffen», hatte die Ministerin für den ökologischen Wandel, Sara Aagesen, am Sonntag bei einem Besuch in Huelva gesagt. 2026 habe es bereits 40 Großbrände gegeben. «Im vergangenen Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt 15.» Nach Angaben des spanischen Waldbrandportals «Incendios Forestales» waren am Montag landesweit 41 Wald- und Vegetationsbrände aktiv. Die meisten wüteten demnach in der bei Urlaubern beliebten Region Valencia im Osten sowie in Kastilien und León im Nordwesten des Landes. Betroffen waren aber auch die Regionen Andalusien, Katalonien und Kastilien-La Mancha.Spanien erlebt heftige Waldbrandsaison
Bildnachweis: © Clara Carrasco/EUROPA PRESS/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Großer Waldbrand in Andalusien breitet sich aus
Im Südwesten Spaniens fliehen Hunderte vor einem Waldbrand, der sich weiter schnell ausbreitet. Ein Minister spricht von einem Feuer, das derzeit «außerhalb der Löschkapazität» sei.
Meistgelesene Artikel
- 27. August 2026
Goldener Kamm in Gütersloh
Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...
- 17. August 2026
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Das Feuer aus Belgien rückt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.
- 16. August 2026
Brand im Hohen Venn: Evakuierung bei Monschau angeordnet
Wegen des Waldbrandes im Hohen Venn müssen Anwohner in Deutschland ihre Häuser verlassen. Eine Notunterkunft ist eingerichtet.
Neueste Artikel
- 16. September 2026
Malaria bei Anwohnern von Flughafen - wie kam es dazu?
In Frankfurt sind erneut Menschen an der tropischen Variante von Malaria erkrankt – diesmal mehrere Kilometer vom Flughafen entfernt. Was zu den Hintergründen der nun insgesamt acht Fälle bekannt ist.
- 16. September 2026
KI-Kameras und neue Konzepte: Wiesn-Sicherheit verstärkt
Ein überfülltes Festgelände, Panik - und ganz viel Glück. Das Oktoberfest ist im vergangenen Jahr womöglich knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Das soll nicht noch mal passieren.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 16. September 2026
Malaria bei Anwohnern von Flughafen - wie kam es dazu?
In Frankfurt sind erneut Menschen an der tropischen Variante von Malaria erkrankt – diesmal mehrere Kilometer vom Flughafen entfernt. Was zu den Hintergründen der nun insgesamt acht Fälle bekannt ist.
- 16. September 2026
KI-Kameras und neue Konzepte: Wiesn-Sicherheit verstärkt
Ein überfülltes Festgelände, Panik - und ganz viel Glück. Das Oktoberfest ist im vergangenen Jahr womöglich knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Das soll nicht noch mal passieren.

