21. Februar 2024 / Aus aller Welt

«Fest der nackten Männer» in Japan wird eingestellt

Das berühmte Volksfest der nackten Männer in Japan fand in diesem Jahr zum letzten Mal statt. Damit endet die 1000-jährige Geschichte. Aber wieso?

Männer, die nur mit einem Lendenschurz bekleidet sind, drängeln sich bei dem über 500 Jahre alten Saidaiji-Eyo-Festival im Saidaiji-Tempel, um einen heiligen Holzstab zu ergattern.
Veröffentlicht am 21. Februar 2024 um 08:13 Uhr

Es ist eines der wildesten Feste Japans: Beim berühmten Somin-sai-Festival liefern sich Horden von Männern, die alle nichts weiter anhaben als einen Tanga-förmigen Lendenschurz und dünne Socken, nachts bei winterlichen Temperaturen ein heftiges Gerangel. Sie wollen einen Hanfsack mit Glücksbringern ergattern im Glauben, dass dies vor Unheil bewahrt. Das Spektakel im Kokusekiji-Tempel in der nordöstlichen Präfektur Iwate hat eine 1000-jährige Geschichte - doch diese endete nun.

Das Heiligtum habe beschlossen, das Fest einzustellen, weil die Teilnehmer in die Jahre gekommen seien und es einen Mangel an Nachfolgern gebe, die die Tradition fortführen könnten, berichtete die japanische Zeitung «Asahi Shimbun». Damit fällt eines der skurrilsten Volksfeste Japans der rasanten Überalterung zum Opfer. Kein anderes Industrieland altert so schnell wie Japan.

Und so versammelten sich in diesem Jahr ein letztes Mal Horden von fast nackten Männer in eisiger Kälte in dem Tempel. Sie reinigten sich zunächst in einem Fluss und gingen dann zu einer Halle des Heiligtums, wo sie für eine gute Ernte und andere Segnungen beteten, bevor sie dann um einen Hanfsack rangelten, der kleine Glücksbringer enthielt, wie die Zeitung berichtete.

Das Somin-sai-Festival war eines der drei wichtigsten «Hadaka Matsuri», Feste der nackten Männer, in dem Inselreich. Dazu gehört auch das Saidaiji Eyo im Tempel Saidaiji Kannonin in der 700 Kilometer von Tokio entfernten Präfektur Okayama. Auch dort rangeln nachts bei winterlichen Temperaturen 10 000 Männer im Lendenschurz und dünnen Socken, um zwei Holzstäbe zu ergattern in dem Glauben, dass diese ein Jahr lang Glück bringen.


Bildnachweis: © -/kyodo/dpa
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