14. Februar 2023 / Aus aller Welt

«Foodsharing»: Essen aus Telefonzelle

Millionen Tonnen Lebensmittel werden pro Jahr in Deutschland weggeworfen. In Coburg kann man gespendetes Essen aus einer ehemaligen Telefonzelle mitnehmen.

Eine «Foodsharing»-Station in einer gelben Telefonzelle ist mit Brötchen und Borten befüllt.
Veröffentlicht am 14. Februar 2023 um 08:11 Uhr

Mit einer «Foodsharing-Telefonzelle» in der Altstadt will Coburg der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenwirken. Aus dem gelben ehemaligen Fernsprecher könne jeder vor dem Wegwerfen gerettetes Essen herausnehmen, sagte ein Sprecher der Stadt Coburg in Oberfranken. Beim «Foodsharing» («Essen teilen») werden genießbare Lebensmittel, die ansonsten im Müll gelandet wären, an Menschen verteilt, die sie gebrauchen können.

Anders als bei den Tafeln müssen beim Foodsharing die Empfänger der Lebensmittel nicht unbedingt ein geringes Einkommen haben. Das Angebot steht allen offen. Über eine Internetplattform teilen Foodsharing-Aktivisten mit, welche Lebensmittel an welchem Standort (den sogenannten Fairteilern) abgeholt werden können.

Essen mitnehmen - rund um die Uhr

Ehrenamtliche des Coburger Foodsharing-Netzwerks nehmen Essensspenden entgegen, prüfen, ob sie noch genießbar sind, und verteilen sie an mehreren Ausgabestellen - eine davon ist die gelbe Telefonzelle in der Metzgergasse vor dem Stadtbüro der Diakonie Coburg. Rund um die Uhr kann man von dort Lebensmittel mitnehmen. Überwiegend seien es Backwaren, heißt es von der Diakonie. 

Rund ein Jahr Arbeit steckt nach Angaben der Verantwortlichen hinter der Foodsharing-Telefonzelle, die kein Telefon mehr hat. In einer Kooperation hatten unter anderem Stadt, Diakonie und örtliche Foodsharing-Aktivisten den ehemaligen Fernsprechautomaten über eBay angeschafft, entkernt, abgeschliffen und neu gestrichen, wie Stadt und Diakonie mitteilten. Die Stadt sieht das Projekt als Beitrag zur Nachhaltigkeit. Wie eine Sprecherin von Foodsharing betont, hat die Belieferung der Coburger Tafel Vorrang - dieser nehme man nichts weg.


Bildnachweis: © Daniel Vogl/dpa
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