24. Januar 2024 / Aus aller Welt

Forscher: Wichtiger Schritt bei Rettung von Nashorn-Art

Das Nördliche Breitmaulnashorn gilt als das seltenste Großsäugetier der Welt. Forscher wollen die Unterart retten - und erzielen einen «wissenschaftlichen Durchbruch».

Der durch künstliche Befruchtung erzeugte Embryo eines südlichen Breitmaulnashorns liegt auf einem Tisch.
Veröffentlicht am 24. Januar 2024 um 12:57 Uhr

Auf dem Weg zur Rettung des so gut wie ausgestorbenen Nördlichen Breitmaulnashorns hat ein internationales Forscherteam ein wichtiges Etappenziel erreicht. Den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gelang es, einen durch künstliche Befruchtung erzeugten Nashorn-Embryo zumindest eine Zeit lang in einer Leihmutter wachsen zu lassen, wie sie am Mittwoch in Berlin erläuterten.

Zwar handelte es sich bei dem Embryo um ein vergleichsweise häufig vorkommendes Südliches Breitmaulnashorn, doch mit der Methode sollen später auch Exemplare der Nördlichen Unterart erzeugt werden.

Nur noch zwei Exemplare

Das Nördliche Breitmaulnashorn gilt als das seltenste Großsäugetier der Welt. Insgesamt gibt es - auch aufgrund von Wilderei - nur noch zwei Exemplare: zwei Weibchen, die in Kenia leben. Das könnte das Aus der Unterart sein, doch Fachleute haben Spermien von männlichen Exemplaren aufbewahrt und damit Eizellen des jüngeren Weibchens befruchtet. Die daraus entstandenen Embryos sollen später von einer Leihmutter der Südlichen Unterart ausgetragen werden.

Der Embryonentransfer auf die Leihmutter sei weltweit der erste erfolgreiche bei den Dickhäutern, erklärten Teilnehmer des Wissenschaftsprogramms BioRescue bei der Vorstellung der Ergebnisse. Das Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung leitet das Forschungsprojekt. «Zusammen haben wir etwas erreicht, was wir nie für möglich gehalten haben», sagte Veterinärmediziner und Projektleiter Thomas Hildebrandt. Es habe viele Jahre gedauert, um einen Erfolg zu erzielen. Die Forscher nennen den Embryotransfer einen «wissenschaftlichen Durchbruch».

Schwangere Nashornkuh starb

Der Embryo wurde in einem italienischen Reproduktionslabor durch künstliche Befruchtung hergestellt und im September vergangenen Jahres in Kenia in die Leihmutter eingesetzt - die Schwangerschaft glückte. Allerdings starb die schwangere Nashornkuh an einer Infektion - und mit ihr der 70 Tage alte Fötus.

Die Wissenschaftler testen ihr Vorgehen zunächst an der Südlichen Unterart, um die wertvollen Embryonen der Nördlichen Unterart für spätere Versuche aufzuheben. In einem nächsten Schritt wollen die Forscher die Methode aber dann auf die bedrohte Art übertragen. Dafür wurden seit 2019 bereits 30 Embryonen des Nördlichen Breitmaulnashorns erzeugt und eingefroren. Bis zu einer erfolgreichen Geburt können aber noch Jahre vergehen.


Bildnachweis: © Jon A. Juarez/Conservation and Research Fund e.V./dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Goldener Kamm in Gütersloh
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...

weiterlesen...
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Aus aller Welt

Das Feuer aus Belgien rückt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.

weiterlesen...
Brand im Hohen Venn: Evakuierung bei Monschau angeordnet
Aus aller Welt

Wegen des Waldbrandes im Hohen Venn müssen Anwohner in Deutschland ihre Häuser verlassen. Eine Notunterkunft ist eingerichtet.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Fährunglück in Indonesien: Rettungskräfte suchen Vermisste
Aus aller Welt

In Inselstaat Indonesien sind Fähren unverzichtbar. Doch auf dem Weg nach Borneo reißt der Funkkontakt zu einem Schiff ab. Es werden Tote geborgen, nach mehr als 120 Menschen wird noch gesucht.

weiterlesen...
Noch einmal richtig Sommer - bis 30 Grad möglich
Aus aller Welt

Sonne und Wärme tanken ist die Devise: Auf zwei sommerliche Tage folgt Mitte der Woche ein Wetterumschwung.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Fährunglück in Indonesien: Rettungskräfte suchen Vermisste
Aus aller Welt

In Inselstaat Indonesien sind Fähren unverzichtbar. Doch auf dem Weg nach Borneo reißt der Funkkontakt zu einem Schiff ab. Es werden Tote geborgen, nach mehr als 120 Menschen wird noch gesucht.

weiterlesen...
Noch einmal richtig Sommer - bis 30 Grad möglich
Aus aller Welt

Sonne und Wärme tanken ist die Devise: Auf zwei sommerliche Tage folgt Mitte der Woche ein Wetterumschwung.

weiterlesen...