Wegen einer tödlichen Messerattacke auf seine Frau hat das Landgericht Neubrandenburg einen 75-Jährigen zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Das Gericht befand den Mann nach Aussage eines Gerichtssprechers des Totschlags in einem minderschweren Fall schuldig. «Weiter ist das Gericht davon ausgegangen, dass es vorab eine starke verbale Kränkung vonseiten des Opfers gegen den Angeklagten gegeben hat und er deswegen eben aus dieser Affektsituation heraus die Tat begangen hat.» Demnach habe die Frau ihm gesagt, sie habe ihn nicht geliebt. Nach gutachterlicher Beratung sei davon auszugehen, dass wegen des Streits ein «Affektstau» vorgelegen habe und die Steuerungsfähigkeit durch den Affekt eingeschränkt gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft warf dem Deutschen früheren Gerichtsangaben zufolge vor, Ende April im gemeinsamen Haus in Waren an der Müritz mit einem Küchenmesser zwanzigmal auf Kopf und Oberkörper seiner Frau eingestochen zu haben. Sie starb demnach durch Blutverlust. Nach Aussage des Gerichtssprechers hat der Mann die Tat im Prozess eingeräumt, wie auch schon zuvor bei der Polizei. Früheren Angaben zufolge soll der Mann die Leiche der Frau nach der Attacke in die Dusche des Hauses gelegt und Decken darauf gelegt haben. Zudem habe er versucht, Spuren zu beseitigen. Anfang Mai hielt er sich demnach wenige Nächte in einem Hotel in Trassenheide auf Usedom auf. «Das war wohl der letzte Ort, wo sie zusammen noch Urlaub gemacht hatten», sagte der Gerichtssprecher. Das Verbrechen sei zunächst einige Tage unentdeckt geblieben. Am 4. Mai hatte er sich in Waren zur Polizei begeben und die Tat offenbart. Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig. Der Verurteilte und die Staatsanwaltschaft können Revision einlegen, die dann der Bundesgerichtshof prüfen müsste.Tod durch Blutverlust
Erst Hotelaufenthalt, dann Gang zur Polizei
Bildnachweis: © Stefan Sauer/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Frau mit 20 Stichen getötet - Haftstrafe für 75-Jährigen
Ein Mann tötet seine Frau im Streit mit einem Küchenmesser. Er stellte sich erst nach einem Hotelaufenthalt. Wieso sieht ein Gericht einen minderschweren Fall von Totschlag?
Meistgelesene Artikel
- 27. August 2026
Goldener Kamm in Gütersloh
Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...
- 17. August 2026
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Das Feuer aus Belgien rückt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.
- 16. August 2026
Brand im Hohen Venn: Evakuierung bei Monschau angeordnet
Wegen des Waldbrandes im Hohen Venn müssen Anwohner in Deutschland ihre Häuser verlassen. Eine Notunterkunft ist eingerichtet.
Neueste Artikel
- 13. September 2026
Fährunglück in Indonesien: Rettungskräfte suchen Vermisste
In Inselstaat Indonesien sind Fähren unverzichtbar. Doch auf dem Weg nach Borneo reißt der Funkkontakt zu einem Schiff ab. Es werden Tote geborgen, nach mehr als 120 Menschen wird noch gesucht.
- 13. September 2026
Noch einmal richtig Sommer - bis 30 Grad möglich
Sonne und Wärme tanken ist die Devise: Auf zwei sommerliche Tage folgt Mitte der Woche ein Wetterumschwung.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 13. September 2026
Fährunglück in Indonesien: Rettungskräfte suchen Vermisste
In Inselstaat Indonesien sind Fähren unverzichtbar. Doch auf dem Weg nach Borneo reißt der Funkkontakt zu einem Schiff ab. Es werden Tote geborgen, nach mehr als 120 Menschen wird noch gesucht.
- 13. September 2026
Noch einmal richtig Sommer - bis 30 Grad möglich
Sonne und Wärme tanken ist die Devise: Auf zwei sommerliche Tage folgt Mitte der Woche ein Wetterumschwung.

