8. April 2022 / Aus aller Welt

Gipfel der Welle klar überschritten, Verhalten aber wichtig

Erst waren es nur Anzeichen, nun ist das RKI sicher: Der Gipfel der Corona-Welle ist überschritten. Ein Selbstläufer wird die nächste Zeit laut dem Institut aber nicht.

Die letzte Corona-Welle sei überschritten, das Verhalten bleibe aber wichtig - so das RKI.
Veröffentlicht am 8. April 2022 um 01:35 Uhr

Anhand mehrerer Kriterien sieht das Robert Koch-Institut (RKI) den Höhepunkt der derzeitigen Corona-Welle nun klar als überschritten an.

Das geht aus dem RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend hervor, der sich vor allem auf Daten aus der vergangenen Woche bezieht. In der vorigen Ausgabe hatte das RKI es noch als nur wahrscheinlich bezeichnet, dass der Gipfel erreicht oder möglicherweise bereits überschritten sei.

Die Gesundheitsexperten sprechen aber immer noch von einem sehr hohen Infektionsdruck - mehr als eine Million Fälle seien binnen einer Woche gemeldet worden. Die Kapazitäten im Gesundheitssystem, insbesondere im stationären und intensivmedizinischen Bereich, seien durch Personalausfälle nach wie vor hoch belastet. Beschäftigte fehlten wegen Erkrankung oder Quarantäne.

Auf Twitter appellierte das RKI: «Wir tragen Verantwortung für uns und andere!» Vom Verhalten hänge der Verlauf der nächsten Wochen sehr stark ab. Geraten wird zum Tragen von Masken und zum Einhalten von Abständen. Man solle Rücksicht auf Risikogruppen nehmen und bei Krankheit zu Hause bleiben. Zudem hieß es erneut: «Impfen lassen.» Insbesondere Risikogruppen und Menschen ab 70 empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) eine zweite Auffrischimpfung zum Schutz vor schwerer Erkrankung.

Die Einschätzung zum überschrittenen Gipfel begründete das RKI unter anderem mit dem Absinken der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz um 19 Prozent im Wochenvergleich. Auch gingen die Zahlen laut Bericht in allen Altersgruppen sowie in fast allen Bundesländern zurück. Auch die Zahlen der Tests und der geschätzten Arztbesuche sanken.

Das weiter hohe Niveau an bestätigten Corona-Fällen ist laut Bericht vermutlich durch mehrere Faktoren zu erklären: die leichtere Übertragbarkeit des Omikron-Subtyps BA.2, die Lockerungen und ein geändertes Verhalten der Bevölkerung. BA.2 hatte sich in den vergangenen Wochen immer stärker verbreitet und verursachte nach jüngsten verfügbaren Daten bereits vorletzte Woche rund neun von zehn Neuinfektionen. Darauf deutet eine Stichprobe hin.

Zeitweise waren im März mehr als 1,5 Millionen erfasste Neuinfektionen wöchentlich gemeldet worden. Zusätzlich vermuteten Experten eine sehr hohe Zahl nicht gemeldeter Fälle, etwa weil nicht immer nach einem positiven Schnelltest eine PCR-Untersuchung gemacht wird.


Bildnachweis: © Oliver Berg/dpa
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