28. September 2023 / Aus aller Welt

Griechische Stadt Volos nach Unwetter erneut unter Wasser

Erst Anfang September wurde Griechenland von einem schweren Sturmtief heimgesucht. Nun hat Starkregen die Hafenstadt Volos erneut unter Wasser gesetzt. «Menschenleben sind in Gefahr», warnt der Bürgermeister.

Ein Anwohner blickt aus dem Fenster seines Hauses auf die überschwemmte Straße.
Veröffentlicht am 28. September 2023 um 12:05 Uhr

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ist die griechische Hafenstadt Volos von Starkregen unter Wasser gesetzt worden.

Bereits bis zum Mittwochnachmittag gab es dort Niederschlagsmengen von um die 113 Liter pro Quadratmeter, danach regnete es fast ununterbrochen weiter, wie der griechische Wetterdienst Meteo mitteilte. Viele Menschen verbrachten die Nacht ohne Strom, der Autoverkehr wurde untersagt. Bewohner konnten ihre Häuser nicht verlassen, weil die Straßen sich in reißende Ströme verwandelt hatten, die Steine, Äste, Unrat, Mülltonnen und sogar Autos in Richtung Meer trieben.

Bürgermeister: «Menschenleben sind in Gefahr»

«Menschenleben sind in Gefahr. Die Welt ist in Gefahr», sagte Bürgermeister Achilleas Beos am Morgen sichtlich geschockt dem Nachrichtensender ERTnews. «80 Prozent der Stadt sind nach wie vor ohne Strom.» Vielerorts stünde das Wasser, die Abflussrohre seien zerstört, die Menschen könnten nicht zur Arbeit gehen. Seit den schweren Überschwemmungen Anfang September habe man unermüdlich daran gearbeitet, die Schäden, den Schlamm und den Müll zu beseitigen, doch so viel Wasser könne einfach nicht abfließen.

Tief «Elias» wütete außerdem auf der Nordhälfte der Insel Euböa und verursachte dort Überschwemmungen und Erdrutsche. Erneut betroffen war auch das Hinterland von Volos, eine große, landwirtschaftlich stark genutzte Ebene, wo das Wasser nach Angaben von Einwohnern wieder meterhoch stand. Feuerwehrleute wurden auch aus anderen Teilen Griechenlands herangezogen, zudem war die Armee mit Booten und Raupenfahrzeugen im Einsatz, um Menschen aus Häusern zu retten.

Vom 4. bis zum 8. September hatte sich über Mittelgriechenland ein schweres Sturmtief festgesetzt. Starkregen überschwemmte vielerorts Dörfer und Städte. Die Niederschlagsmengen erreichten zwischenzeitlich nie gekannte Höhen von teils mehr als 700 Liter pro Quadratmeter in weniger als 24 Stunden. 17 Menschen kamen ums Leben. Sturmtief «Daniel» zog daraufhin weiter - und verursachte die katastrophalen Überschwemmungen in Libyen mit Tausenden Toten.


Bildnachweis: © Petros Giannakouris/AP/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Jetzt noch eine Ausbildung im Handwerk beginnen? Es ist nicht zu spät!
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...

weiterlesen...
Drei Tote bei Sturz von Harzturm
Aus aller Welt

Drei Menschen sterben nach einem Sturz von einem 65 Meter hohen Aussichtsturm im Harz. Was bislang bekannt ist.

weiterlesen...
Drei Stunden Stau am Schweizer Gotthard-Tunnel
Aus aller Welt

Blechlawinen vor dem Gotthard-Tunnel, Proteste in Amsteg: Wie Urlauber und Anwohner unter dem Mega-Stau leiden – und welche Alternativen es gibt.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Nach Ätna-Ausbruch: Flugbetrieb wieder weitgehend normal
Aus aller Welt

Nach dem Ätna-Ausbruch kehrt am Flughafen Catania wieder Normalität ein. Einige Flüge, etwa nach Deutschland, bleiben aber weiterhin betroffen.

weiterlesen...
Feuerwehr in Monschau: Fahren Einsatz zurück
Aus aller Welt

Die Lage in Monschau an der belgischen Grenze hat sich laut Feuerwehr entspannt. Man halte zunächst nur noch 20 Kräfte vorsorglich vor Ort.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Nach Ätna-Ausbruch: Flugbetrieb wieder weitgehend normal
Aus aller Welt

Nach dem Ätna-Ausbruch kehrt am Flughafen Catania wieder Normalität ein. Einige Flüge, etwa nach Deutschland, bleiben aber weiterhin betroffen.

weiterlesen...
Feuerwehr in Monschau: Fahren Einsatz zurück
Aus aller Welt

Die Lage in Monschau an der belgischen Grenze hat sich laut Feuerwehr entspannt. Man halte zunächst nur noch 20 Kräfte vorsorglich vor Ort.

weiterlesen...