28. Juni 2026 / Aus aller Welt

Großeinsätze gegen Waldbrände in Gebieten mit Kampfmitteln

In einem brennenden Areal in Rheinland-Pfalz kommt es zu Explosionen, ein Ort wird geräumt. Auch an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg läuft ein großer Einsatz. Und das ist nicht alles.

Über dem Areal in Rheinland-Pfalz steigen Rauschwaden empor, ein Funkturm muss gesichert werden.
Veröffentlicht am 28. Juni 2026 um 16:33 Uhr

Waldbrände als Folge der anhaltenden Trockenheit haben Feuerwehren in mehreren Ecken Deutschlands in Atem gehalten. In Rheinland-Pfalz brach ein Feuer in einem Gebiet mit Munition im Boden aus, dort gab es Explosionen, ein Ort musste komplett geräumt werden. 

Ein größerer Einsatz lief auch in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg, wo Feuerwehren versuchten, einen erneuten Waldbrand unter Kontrolle zu bringen. Auch andernorts loderten Flammen. Deutschland wird seit Tagen von einer Hitzewelle beherrscht. 

Im rheinland-pfälzischen Kreis Bad Kreuznach war der Waldbrand nach Kreisangaben am Samstagnachmittag an einem Steilhang in der Nähe des Ortes Traisen ausgebrochen. Am späten Samstagabend wurden erst einzelne Gebäude in unmittelbarer Nähe geräumt, in der Folge entschieden die Einsatzkräfte, mehrere Straßen im nördlichen Teil von Traisen zu räumen. 

Räumung von Gebäuden bis nachts um 2 Uhr 

Menschen mussten bis 2.00 Uhr in der Nacht Gebäude in einem Radius von einem Kilometer um den Brand verlassen, eine Notunterkunft wurde eingerichtet. Der Kreis bot älteren oder kranken Menschen sowie Müttern mit Kindern unter drei Jahren an, sich zu melden, damit Hotelzimmer vermittelt werden können. 

Doch damit nicht genug: Weil sich die Flammen im Verlauf des Sonntags weiter ausbreiteten, entschieden die Einsatzkräfte, Traisen komplett zu räumen - vorsorgehalber, wie es vom Kreis hieß. In dem von dem Feuer betroffenen Areal kam es immer wieder zu Explosionen; es war früher eine Entsorgungsfläche für Munition. 

In den Blick der Feuerwehr rückte mehr und mehr ein naher Funkturm, der laut Kreis für die Mobilfunkversorgung im Kreis wichtig ist. Es werde versucht, diesen mit Wasser und durch das Fällen von Bäumen drumherum zu sichern. 

Böiger Wind bereitet Sorgen in der Gohrischheide 

In der Gohrischheide in Ostdeutschland fürchtete man einen vorhergesagten böigen Wind, weil dieser zu Funkenflug und neuen Brandausbrüchen führen kann. Man habe das Feuer über Nacht auf einem eingeschlossenen Abschnitt halten können, teilte Zeithains Bürgermeister Mirko Pollmer (parteilos) am Sonntagmorgen mit. Mit ansteigenden Temperaturen und aufkommendem Wind im Tagesverlauf gehe man aber davon aus, dass das Feuer noch einmal aufflammen werde. 

Auch dieses Feuer war am Samstag ausgebrochen, in der Gohrischheide hatte es erst vor einem Jahr den größten Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gegeben. Auch das Gebiet im Landkreis Meißen ist munitionsbelastet, was Löscharbeiten erschwert. Ortschaften waren von dem Feuer zunächst nicht bedroht. 

Bereits seit Mittwoch sind Einsatzkräfte mit einem Großbrand bei Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt. Am Sonntag wollte die Feuerwehr hier unter anderem einen Randbereich des stark munitionsbelasteten ehemaligen sowjetischen Panzerschießplatzes kühlen. 

Zumindest wanderten die Flammen nicht mehr weiter Richtung Norden, wo sich eine Strom- und dahinter eine Bahntrasse befinden. Der Stromnetzbetreiber Edis hatte die Leitung am Freitag vorsorglich abgeschaltet, das hatte aber keine Auswirkungen auf Verbraucher. Auch hier kann die Feuerwehr wegen einer starken Belastung mit Altmunition das Areal nicht betreten, auch hier gab es bereits Explosionen. Dennoch hieß es am Sonntagnachmittag, der Brand sei unter Kontrolle gebracht. 

Waldbrände auch in Sachsen-Anhalt 

In Sachsen-Anhalt gilt ein Blitzeinschlag als mögliche Ursache für einen Waldbrand in einem Ortsteil der Stadt Tangerhütte im Landkreis Stendal. Hier brannten rund 600 bis 700 Quadratmeter Kiefernwald ab. In Blankenburg im Landkreis Harz, ebenfalls in Sachsen-Anhalt, ging die Feuerwehr auf einer Fläche von ungefähr 4,5 Hektar gegen Flammen vor. Auch Löschflugzeuge waren im Einsatz.


Bildnachweis: © Thomas Frey/dpa
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