11. November 2022 / Aus aller Welt

Cyberangriff auf Krankenkasse: Hacker sind in Russland

Hacker hatten höchst sensible Informationen über Millionen Kunden der australischen Versicherung Medibank gestohlen und diese im Darknet veröffentlicht. Jetzt wurden die Täter identifiziert.

Hacker haben von Medibank gestohlene Kundendaten im Darknet veröffentlicht.

Hinter dem Hackerangriff auf eine große Krankenversicherung in Australien steckt nach Polizeiangaben ein russisches Netzwerk.

«Wir glauben, dass die Verantwortlichen für die Tat in Russland sind», sagte Reece Kershaw, ein Sprecher der australischen Nationalpolizei, in der Hauptstadt Canberra. «Unsere Erkenntnisse weisen auf eine Gruppe lose verbundener Cyberkrimineller hin, die wahrscheinlich auch hinter anderen massiven Sicherheitsverstößen in Ländern auf der ganzen Welt stecken.»

Von dem Hackerangriff seien wahrscheinlich Millionen von Australiern betroffen, erklärte Kershaw. «Dieser Cyberangriff ist ein inakzeptabler Angriff auf Australien und verdient eine Antwort, die den böswilligen und weitreichenden Folgen angemessen ist, die dieses Verbrechen verursacht.»

Die Hacker waren vor einigen Wochen in die Datenbank der Versicherung Medibank eingedrungen und hatten höchst sensible Informationen über Millionen Kunden gestohlen. Damit versuchten sie, das Unternehmen zu erpressen. Dieses weigerte sich aber in Absprache mit Experten für Cyber-Kriminalität, Lösegeld zu zahlen. Daraufhin hatten die Täter vor wenigen Tagen erste sensible Daten von Kunden im Darknet veröffentlicht - also im verborgenen Teil des Internets.

Lösegeld von knapp 10 Millionen Dollar gefordert

Unter anderem waren die medizinischen Befunde und Behandlungen der Versicherten in die Hände der Hacker gelangt, ebenso wie deren Geburtsdaten, Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Mittlerweile wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur AAP weitere Daten offengelegt, offenbar von alkoholkranken Menschen und Frauen, die Abtreibungen vornehmen ließen.

«Wir haben Sie gewarnt. Wir halten immer unser Wort, wenn wir kein Lösegeld erhalten – wir veröffentlichen diese Daten, weil uns sonst in Zukunft niemand glauben wird», schrieb die Gruppe. Sie hatte am Donnerstag mitgeteilt, ein Lösegeld von einem US-Dollar für jeden der 9,7 Millionen betroffenen Kunden der Medibank gefordert zu haben - also insgesamt 9,7 Millionen Dollar (9,5 Millionen Euro).

Medibank hatte mitgeteilt, das Unternehmen werde kein Lösegeld zahlen, weil dies keineswegs sicherstelle, dass die Daten nicht trotzdem veröffentlicht würden. Zudem habe man andere Kriminelle nicht zu ähnlichen Taten ermutigen wollen, sagte Medibank-Chef David Koczkar. Premierminister Anthony Albanese sagte: «Ich bin angewidert von den Verbrechern hinter diesem kriminellen Akt.»


Bildnachweis: © Jono Searle/AAP/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Vermutlicher Blitzeinschlag in Schloß Holte-Stukenbrock
Polizeimeldung

Kriminalität Vermutlicher Blitzeinschlag in Schloß Holte-Stukenbrock Samstagabend (29.06., 23.25 Uhr) brannte eine...

weiterlesen...
Organspende: Informiere Dich für eine bewusste Entscheidung!
Aufklärung

Jeder hat das Recht, über seinen eigenen Körper zu bestimmen - Informiere Dich jetzt!

weiterlesen...
Jobs der Woche: GWE Wärme- und Energietechnik GmbH sucht Dich
Job der Woche

Dein Arbeitgeber mit Karrierechancen aus Gütersloh

weiterlesen...

Neueste Artikel

«Starliner»: Immer noch kein Rückkehrdatum für Astronauten
Aus aller Welt

Rund eine Woche sollten zwei Nasa-Astronauten an Bord der ISS bleiben. Doch dann gab es Probleme mit ihrem «Starliner»-Raumschiff. Jetzt sind es fast zwei Monate - und ein Ende ist nicht in Sicht.

weiterlesen...
Taifun «Gaemi» wütet in Taiwan und China - Schiffe gesunken
Aus aller Welt

Starkregen, Überschwemmungen, umgestürzte Bäume. Taifun «Gaemi» hat mit Wucht erst Taiwan und dann China erreicht. Auf den Philippinen macht ein gesunkener Öltanker Sorgen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

«Starliner»: Immer noch kein Rückkehrdatum für Astronauten
Aus aller Welt

Rund eine Woche sollten zwei Nasa-Astronauten an Bord der ISS bleiben. Doch dann gab es Probleme mit ihrem «Starliner»-Raumschiff. Jetzt sind es fast zwei Monate - und ein Ende ist nicht in Sicht.

weiterlesen...
Taifun «Gaemi» wütet in Taiwan und China - Schiffe gesunken
Aus aller Welt

Starkregen, Überschwemmungen, umgestürzte Bäume. Taifun «Gaemi» hat mit Wucht erst Taiwan und dann China erreicht. Auf den Philippinen macht ein gesunkener Öltanker Sorgen.

weiterlesen...