Mit einer Großübung im Hamburger Hafen haben sich Behörden auf eine potenzielle Masseninfektion an Bord eines Kreuzfahrtschiffes mit Ziel Deutschland präpariert. «Großschadensereignisse im Hafen stellen Rettungskräfte vor besondere Herausforderungen», sagte der Leiter des Hafen- und Flughafenärztlichen Dienstes der Hansestadt, Martin Dirksen-Fischer, am Freitag. «Die Anfahrtswege sind oft lang und unübersichtlich, die Einsatzorte teils aufgrund von Sperrgebieten und beengten Räumlichkeiten schwer zugänglich.» Daher sei es wichtig, einen fundierten Plan mit allen Beteiligten zu entwickeln und zu testen, bevor der Ernstfall eintritt. Das durchgespielte Szenario: Auf einem Schiff mit mehreren hundert Menschen auf dem Weg nach Hamburg bricht eine unbekannte Infektionskrankheit aus. Das löst komplexe Abläufe mit etlichen Beteiligten aus: So verschafft sich das Havariekommando des Bundes und der Küstenländer an Bord ein Bild von der Lage, parallel muss die Unterbringung Erkrankter organisiert werden. Proben müssen zur Bestimmung der Erreger untersucht werden, Rettungswege vor Ort bekannt sein. Als Premiere sieht die Sozialbehörde einen «digitalen Ansatz zur Vereinfachung der Triage». Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen. «Ein Triagierungsalgorithmus erlaubt dabei eine elektronisch abrufbare Übersicht über Anzahl und Zustand der infektiösen Patienten», berichtet die Behörde. «Dadurch vereinfacht sich die Kommunikation aller Beteiligten und ermöglicht eine Planung und Koordination vorhandener Einsatzkräfte und -materialien.» Die mehrstündige Übung am Kreuzfahrtterminal Steinwerder gehört zu einem bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie gestarteten Forschungsprojekt, von dessen Ergebnissen auch andere Häfen profitieren sollen. Das Projekt soll die Handlungsfähigkeit verbessern, wenn es zu einem Massenanfall von Erkrankten kommt. «Als Hafenstadt ist es für Hamburg von Bedeutung, mit dem durch globale Handels- und Verkehrsbeziehungen jederzeit möglichen Eintrag unbekannter Infektionen so umzugehen, dass die Bevölkerung geschützt wird», so die Sozialbehörde. «Im Fokus des Forschungsprojekts stehen daher vor allem Schiffe mit vielen Menschen an Bord, wie zum Beispiel Kreuzfahrtschiffe.» Passagiere und Besatzung könnten bei Landausflügen mit verschiedensten Erregern in Kontakt kommen und diese auf dem Schiff verbreiten, hieß es.
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Hamburg bereitet sich auf Seuchenausbruch auf Schiff vor
Corona-Ausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen mit Tausenden Fahrgästen waren zu Beginn der Pandemie eine Herausforderung. Was in solchen Fällen zu tun ist, haben Hamburger Behörden in einer Übung durchgespielt.
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