25. April 2023 / Aus aller Welt

Hamburger Kiezgröße: «Der schöne Klaus» ist tot

Der Zuhälter Klaus Barkowsky war der Anführer der «Nutella-Bande». Seine Karriere begann in einer Bar auf St. Pauli. Jetzt ist der letzte Pate von St. Pauli gestorben.

Klaus Barkowsky ist tot. Die Hamburger Kiezgröße ist mit 69 Jahren gestorben.
Veröffentlicht am 25. April 2023 um 18:02 Uhr

In der Amazon-Serie «Luden» reitet Klaus Barkowsky (Aaron Hilmer) auf einem Schimmel zur Party mit seinen Mädchen: Er wollte feiern wie die Prominenten um Künstler Andy Warhol im legendären Studio 54 in New York.

«1. Klasse Jumbo-Jet» war das Lebensmotto des Zuhälters, der in einer Bar auf der Reeperbahn anfing und in den 1980er Jahren zum gefürchteten Luden aufstieg. Am Dienstag ist die Hamburger Kiezgröße, auch genannt «Der schöne Klaus», nach dpa-Informationen im Alter von 69 Jahren in Hamburg gestorben. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. Danach soll er schwer krank gewesen sein und sich das Leben genommen haben.

Barkowsky war Gründer und Anführer der «Nutella-Bande», einer Gruppe von Zuhältern auf St. Pauli, insbesondere entlang der Herbertstraße und an der Reeperbahn. Er mietete unter anderem Etablissements im Eros-Center und ließ bis zu 15 Frauen für sich anschaffen. Dabei schreckte er auch nicht davor zurück, sich mit konkurrierenden Luden anzulegen.

Als das Geschäft auch wegen der Aidskrise nicht mehr so gut lief, mischte die Bande auch beim Drogenhandel mit. Später stieg Barkowsky aus dem Milieu aus, arbeitete als Künstler, stürzte aber auch immer wieder gnadenlos ab.

Um den Zuhälter ranken sich zahlreiche Legenden. So soll er auch den Namen «Lamborghini-Klaus» getragen haben, nachdem er zu Beginn der 1970er Jahre mit seinem ersten Auto, einer Corvette, von einem Porsche 911 überholt worden war. Daraufhin wollte er ein Auto, mit dem er nie wieder überholt werden könne.

Haftstrafe und Alkoholprobleme

1989 erhielt er eine Haftstrafe, nachdem er ein Messerwerfen veranstaltet hatte, bei dem eine Klinge eine 21-Jährige in den Rücken traf. In einer Kneipe wurde er von einem Zuhälter des Falschspiels bezichtigt und angeschossen. Später kämpfte er mit Alkoholproblemen und war regelmäßig in der Hamburger Szenekneipe «Elbschlosskeller» anzutreffen.

«Luden - Könige der Reeperbahn»

Der Hamburger Schauspieler Aaron Hilmer, der in der sechsteiligen Amazon-Serie «Luden - Könige der Reeperbahn» Klaus Barkowsky spielt, beschreibt Klaus als «wahnsinnig komplexe Figur». «Es gibt Menschen, die glauben ihre eigenen Lügen», sagte Hilmer zum Serienstart im März der Deutschen Presse-Agentur. So ein Mensch sei auch die Figur Klaus. «Er ist wahnsinnig berechnend, gleichzeitig aber auch ein Sunnyboy, der es immer hinbekommt, die Probleme beiseite zu schieben und trotzdem zuversichtlich weiterzumachen», sagte der 23-Jährige. Zur Vorbereitung habe er ein paar Fotos von Klaus Barkowsky benutzt, die sehr ausdrucksstark sind. «Das hat mir schon gereicht.»

Disclaimer: Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de.


Bildnachweis: © Marcus Brandt/dpa
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