25. Juli 2023 / Aus aller Welt

Hitzewellen hängen mit dem Klimawandel zusammen

Hitzerekord in Katalonien und Temperaturen von mehr als 50 Grad in den USA und China: Hitzewellen wie im Juli 2023 sind keine Seltenheit mehr. Laut einer Studie ist der Zusammenhang zur Klimaerwärmung klar.

Menschen ruhen sich an einem heißen und sonnigen Sommertag in Madrid aus.
Veröffentlicht am 25. Juli 2023 um 15:52 Uhr

Hitzewellen wie im Juli dieses Jahres in Südeuropa und dem Südwesten der USA wären laut einer Studie ohne den von Menschen gemachten Klimawandel so gut wie unmöglich. Das geht aus einem Bericht der Initiative World Weather Attribution hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde.

Demnach sind extrem hohe Temperaturen über einen längeren Zeitraum keine seltenen Ereignisse mehr, sondern dürften in Südeuropa im Schnitt alle zehn Jahre auftreten, in den USA und Mexiko alle 15 Jahre und in China alle 5 Jahre.

Die Studie, an der Forscher des Imperial College in London, des Royal Netherlands Meteorological Institute (KNMI) und des Red Cross Red Crescent Climate Centre in Den Haag beteiligt waren, zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit extrem hoher Temperaturen, wie sie in diesem Juli in Teilen Südeuropas und der USA gemessen wurden, in einem fiktiven Szenario ohne die globale Erwärmung gegen null ginge. In China würden Extremtemperaturen, wie jetzt gemessen, nur alle 250 Jahre auftreten.

Temperaturrekorde vom Death Valley bis China

An gleich mehreren Orten wurden in diesem Monat außergewöhnlich hohe Temperaturen gemessen. In vielen Fällen handelte es sich um Rekorde. Im Death Valley im US-Bundesstaat Kalifornien und im Nordwesten Chinas wurden mehr als 50 Grad Celsius registriert. In China handelte es sich um die höchste je gemessene Temperatur. Auch die spanische Region Katalonien verzeichnete den heißesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen.

Allein in den USA seien von der extremen Hitze 100 Millionen Menschen betroffen gewesen, hieß es in der Mitteilung. Dort seien Tausende hitzebedingte Krankheiten registriert worden. Dutzende starben an den Folgen der Hitze in den Vereinigten Staaten. In Mexiko kosteten die Extremtemperaturen in diesem Juli demnach sogar mehr als 200 Menschen das Leben.

Die Verwendung fossiler Brennstoffe muss aufhören

Das Ergebnis der Studie sei nicht überraschend, sagte die Klimaexpertin Friederike Otto vom Imperial College in London einer Mitteilung zufolge. «Die Welt hat nicht aufgehört, fossile Kraftstoffe zu verbrennen, das Klima wird weiterhin wärmer und Hitzewellen werden extremer», so die Wissenschaftlerin und Mitautorin. Sie betonte jedoch auch, dass es nicht zu spät sei, um «eine sichere und gesunde Zukunft» zu schaffen. Dafür müsse die Verwendung fossiler Brennstoffe aber dringend aufhören.

Für die Studie nahmen die Forscher die Durchschnittstemperaturen in drei Regionen der Welt im Juli in den Fokus, die in diesem Juli besonders stark von Hitzewellen betroffen waren. Sie verglichen die Daten dann mit einem Modell, das die Temperaturen in einer fiktiven Welt ohne den von Menschen verursachten Klimawandel berechnet.

Auch das Wetterphänomen El Niño habe wahrscheinlich zu den Hitzewellen in einigen Regionen beigetragen, hieß es in der Mitteilung. El Niño ist ein natürliches Phänomen, das alle paar Jahre auftritt. Es kann die Folgen des Klimawandels verschärfen, weil es einen zusätzlich wärmenden Effekt hat. Je nach Weltregion gibt es durch El Niño mehr Hitze und Dürren oder mehr Überschwemmungen. Der Anstieg der globalen Temperaturen infolge des Verbrennens fossiler Kraftstoffe sei aber der Hauptgrund für die Schwere der Hitzewellen, heißt es in der Studie. Sie wurde vom Imperial College im Internet veröffentlicht.

Der an der Studie unbeteiligte Klimawandelexperte Richard Betts vom britischen Wetterdiensts Met Office zeigte sich im Gespräch mit dem Sender Sky News überzeugt von deren Ergebnissen. Für die Studie seien dieselben Modelle verwendet worden wie für Wettervorhersagen. «Das ist eine sehr etablierte Methode und dies sind akzeptierte Schlussfolgerungen», sagte er.


Bildnachweis: © Manu Fernandez/AP/dpa
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