16. November 2023 / Aus aller Welt

ICE rammt stehenden Zug - Ermittlungen zum Aufprall laufen

Bei der Kollision zwischen einem ICE und einer Werkstattbahn wird glücklicherweise niemand verletzt. Die Ermittlungen zur Unfallursache haben aber gerade erst begonnen.

Stark beschädigt stehen ein ICE und eine Regionalbahn auf der Strecke zwischen Hamburg und Bremen.
Veröffentlicht am 16. November 2023 um 14:45 Uhr

Schockmoment auf den Gleisen: Mehr als 500 Reisende sitzen in einem ICE auf der Strecke zwischen Hamburg und Bremen als dieser eine stehende Bahn seitlich rammt.

Bei dem Unfall vom Mittwochnachmittag im niedersächsischen Lauenbrück wird niemand verletzt. Die Bilder der zerstörten Frontpartien beider Züge zeugen aber von einer heftigen Kollision und vermitteln den Eindruck, dass den Betroffenen nur knapp etwas Schlimmeres erspart blieb.

Lange Ermittlungen erwartet

Für die Ermittlungen ist die Unfallstelle nach Angaben der Bundespolizei vom Donnerstag beschlagnahmt. Es werde mit langwierigen Untersuchungen gerechnet. «Wir prüfen jede mögliche Form von menschlichem und technischem Versagen», sagte ein Polizeisprecher. Zuständig seien zunächst die Bundespolizeiinspektion Bremen und die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) mit Sitz in Bonn.

In einer ersten Meldung der Beamten vom Mittwoch war zunächst noch die Rede davon, dass der ICE mit einem Regionalzug auf Leerfahrt kollidiert war. Es handelte sich aber um eine Werkstattbahn, die derzeitigen Erkenntnissen zufolge nach einer Bremsung zu spät zum Stehen gekommen war, so dass die Zugspitze in die Weiche ragte.

Der ICE-Fahrer habe dies zwar erkannt, trotz einer Schnellbremsung die Bahn aber mit etwa 50 Kilometern pro Stunde touchiert, sagte der Polizeisprecher. Zuvor hatte der Schnellzug ihm zufolge eine andere Weiche mit etwa Tempo 80 befahren. Es kam zu einer seitlichen Kollision, bei der Werkstattwagen laut Polizei entgleiste.

Weiter Verspätungen und Teilausfälle auf der Strecke

Die Reisenden wurden zu Fuß zum Bahnhof Lauenbrück geleitet. Von dort nahm nach Angaben der Bahn ein weiterer ICE gestrandete Fahrgäste auf. Die Bahnstrecke wurde zunächst in beiden Richtungen voll gesperrt. Das Regionalzugbetreiber Metronom richtete einen Ersatzverkehr mit Bussen sowie einen Hotelzug für Wartende am Bahnhof Tostedt ein. Seit dem späten Abend war ein Gleis an der Unfallstelle wieder befahrbar - allerdings mit stark reduzierter Geschwindigkeit.

Am Donnerstag teilte das Metronom-Unternehmen mit, dass es auf der Strecke zwischen Hamburg und Bremen weiter zu Verspätungen und Teilausfällen komme. Die Strecke sei nach der Kollision zwischen Tostedt und Scheeßel bis auf Weiteres nur ein- statt dreigleisig befahrbar.

Nach der Freigabe der Unfallstelle am Donnerstagnachmittag sei mit den Bergungsarbeiten begonnen worden, sagte eine Bahnsprecherin. Wann diese abgeschlossen sein könnten, sei überhaupt nicht absehbar. Auch für die Nennung einer möglichen Schadenssumme sei es noch viel zu früh.


Bildnachweis: © Jörn Hüneke/TNN/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Aus aller Welt

Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.

weiterlesen...
Die Kinder der Flut: «Dieses Wasser und die ganzen Schreie»
Aus aller Welt

Eine Nacht voller Angst, danach zerstörte Zuhause und Spielplätze: Kinder aus dem Ahrtal erzählen, wie die Flut ihr Leben bis heute prägt.

weiterlesen...
US-Medien: Schreiben behauptet Tod vermisster Nancy Guthrie
Aus aller Welt

Das Verschwinden der Mutter von US-Moderatorin Savannah Guthrie sorgte in den USA Anfang des Jahres für großes Aufsehen. Nun berichten US-Medien über eine mutmaßliche Nachricht der Entführer.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Deutsche Urlauberin stürzt in Südtirol zu Tode
Aus aller Welt

Im Passeiertal macht sich eine Gruppe von Wanderern auf den Weg zu einer Tour. Kurz danach verunglückt eine etwa 60 Jahre alte Frau tödlich. Die anderen werden psychologisch betreut.

weiterlesen...
Erfolge im Kampf gegen großen Waldbrand bei Madrid
Aus aller Welt

Nach fünf Tagen gibt es Hoffnung: Einsatzkräfte stoppen weitgehend die Ausbreitung des Waldbrands unweit der spanischen Hauptstadt. Wie die Wetterlage die Löscharbeiten erschwert.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Deutsche Urlauberin stürzt in Südtirol zu Tode
Aus aller Welt

Im Passeiertal macht sich eine Gruppe von Wanderern auf den Weg zu einer Tour. Kurz danach verunglückt eine etwa 60 Jahre alte Frau tödlich. Die anderen werden psychologisch betreut.

weiterlesen...
Erfolge im Kampf gegen großen Waldbrand bei Madrid
Aus aller Welt

Nach fünf Tagen gibt es Hoffnung: Einsatzkräfte stoppen weitgehend die Ausbreitung des Waldbrands unweit der spanischen Hauptstadt. Wie die Wetterlage die Löscharbeiten erschwert.

weiterlesen...