31. Oktober 2024 / Aus aller Welt

Internetnutzung junger Menschen in Deutschland steigt wieder

Nach dem Ende der Corona-Pandemie hatten sich etliche Jugendliche in Deutschland eine kleine Online-Diät verordnet. Nun verbringen sie wieder mehr Zeit im Netz.

Jugendliche verbringen nach einem Rückgang in den Jahren nach der Corona-Pandemie wieder mehr Zeit im Internet.
Veröffentlicht am 31. Oktober 2024 um 17:26 Uhr

Jugendliche verbringen nach einem Rückgang in den Jahren nach der Corona-Pandemie wieder mehr Zeit im Internet. Derzeit sind sie durchschnittlich 71,5 Stunden pro Woche online, das sind 1,6 Stunden mehr als im Vorjahr. Dies ist das zentrale Ergebnis der repräsentativen «Jugend-Digitalstudie 2024» der Postbank. Die Internetnutzung stieg damit erstmals seit dem Corona-Jahr 2020 wieder an. Damals erreichte sie mit 81,6 Stunden ihren Höhepunkt und ging seitdem schrittweise zurück.

Die Postbank untersucht seit 2019, wie sich das Leben Jugendlicher in Deutschland bezüglich Digitalisierung und insbesondere in Bezug auf Finanzthemen verändert. Dafür befragte sie im September dieses Jahres 1.000 Jugendliche in Deutschland im Alter von 16 bis 18 Jahren.

Smartphones dominieren

Bei den Zugangsgeräten bevorzugen Jugendliche eindeutig das Smartphone: 91 Prozent nutzen es, um ins Internet zu gehen. Tablets verwenden 49 Prozent, Laptops 44 Prozent.

Die Art der Internetnutzung unterscheidet sich nach Geschlecht: Mädchen und Jungen verbringen zwar etwa gleich viel Zeit im Internet - Mädchen 72,4 Stunden pro Woche, Jungen 71 Stunden -, sie nutzen jedoch die Geräte unterschiedlich intensiv. Während das Smartphone und das Tablet im Geschlechtervergleich ähnlich beliebt sind, gibt es bei Desktop-PCs große Unterschiede. Die PCs nutzen mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Jungen zum Spielen und Arbeiten, bei Mädchen sind sie bei nur 15 Prozent gefragt.

Online-Lernen gewinnt an Bedeutung

Jugendliche nutzen das Internet zunehmend für schulische oder berufliche Zwecke. Die Postbank-Studie zeigt, dass die Nutzung des Netzes für Bildungszwecke im laufenden Jahr erneut gestiegen ist und sich damit der Aufwärtstrend seit 2019 fortsetzt. Junge Menschen verbringen aktuell 4,6 Stunden pro Tag online für Schule, Ausbildung oder Studium. 2023 lag die Zahl noch bei 4,3 Stunden, 2019, zu Beginn der Befragung, waren es nur 2,5 Stunden.

«Dieser Trend ist gleich mehrfach erfreulich», sagte Thomas Brosch, Leiter Digitalvertrieb der Postbank. Er zeige, dass Jugendliche digitale Lernangebote zunehmend nutzen, um sich persönlich weiterzuentwickeln und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. «Das ist nicht nur eine gute Nachricht für die deutsche Wirtschaft. Es verdeutlicht auch, dass die Corona-Pandemie im Rückblick einen Wendepunkt markiert: Home-Schooling und Online-Konferenzen haben die Vorteile digitaler Bildung veranschaulicht, und junge Menschen nehmen diese Chancen heute wahr.»


Bildnachweis: © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
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