24. Juli 2025 / Aus aller Welt

Irans Hauptstadt droht Verlegung wegen Wasserkrise

Inmitten wachsender Wasserversorgungsengpässe im Iran rückt die Hauptstadt in den Fokus. Präsident Peseschkian hält eine Verlegung Teherans für möglich, sollte die Wasserknappheit nicht gelöst werden.

Besonders trocken ist es in der iranischen Provinz Sistan und Belutschistan, die an Afghanistan und Pakistan grenzt. (Archivbild)
Veröffentlicht am 24. Juli 2025 um 11:04 Uhr

Angesichts der Wasserknappheit in der iranischen Hauptstadt Teheran schließt Präsident Massud Peseschkian eine Verlegung der 15-Millionen-Metropole nicht aus. «Die Lage ist ernst und Teheran hat wirklich kein Wasser mehr», sagte Peseschkian laut dem Nachrichtenportal Asr-Iran. Die Verlegung der Hauptstadt wäre dann als Notlösung nicht auszuschließen. 

Die Wasserkrise hat in vielen Landesteilen starke Auswirkungen und ist beherrschendes Thema für viele Iranerinnen und Iraner. In mehr als 20 von 31 Provinzen spitzt sich die Lage zu.

Normale Wasserversorgung in kommenden Wochen nicht möglich

Einer der größten Stauseen könnte bereits innerhalb der nächsten vier Wochen austrocknen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. An sieben Staudämmen im ganzen Land sei der Füllstand auf unter zehn Prozent gerutscht, in den Provinzen Hormusgan und Fars trockneten zwei Talsperren komplett aus. Klimaexperten sagten, 80 Prozent der Stauseen seien fast leer. Eine normale Wasserversorgung sei mindestens in den kommenden zwei Monaten nicht mehr möglich - nämlich bis Regenfälle im Herbst die Lage entspannen.

Peseschkian nannte jahrelange Dürre im Land als einen Grund für die aktuelle Krise, kritisierte aber auch die Umweltpolitik der Vorgängerregierungen, die dieses Thema weitgehend ignoriert hatten. Die Regierung hält wegen der Krise bis mindestens Samstag alle Behörden und Schulen geschlossen. Die Energie- und Wasserkrise hat auch zur Schließung vieler Fabriken geführt und die Produktionskapazitäten im Land erheblich geschwächt. Im Zuge dessen wird mit einer großen Entlassungswelle gerechnet. Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani sprach von einer «Naturkatastrophe». 

Kritiker werfen Regierung Misswirtschaft vor

Kritiker werfen dem islamischen System und den Provinzverwaltungen im Umgang mit den Wetterherausforderungen Misswirtschaft vor. Viele Einwohner Teherans haben die Hauptstadt bereits in Richtung Norden des Landes verlassen. In den Provinzen am Kaspischen Meer gibt es derzeit keine Probleme mit der Wasserversorgung.


Bildnachweis: © Mohammad Dehdast/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

US-Medien: Schreiben behauptet Tod vermisster Nancy Guthrie
Aus aller Welt

Das Verschwinden der Mutter von US-Moderatorin Savannah Guthrie sorgte in den USA Anfang des Jahres für großes Aufsehen. Nun berichten US-Medien über eine mutmaßliche Nachricht der Entführer.

weiterlesen...
45-Jähriger in U-Haft - Trauer nach Tat in Stade
Aus aller Welt

Ein Termin zum Sorgerecht für ein Baby endet tödlich. Sechs Menschen, die vermitteln und helfen wollten, sterben. Am Tag danach kommt der 45-Jährige in U-Haft.

weiterlesen...
Gewalt in Stade: «Was die gesehen haben, hinterlässt Spuren»
Aus aller Welt

Sechs Tote, mehrere Verletzte: Ein Gewaltverbrechen erschüttert eine Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade. Die Behörden teilen erste Erkenntnisse.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Erneute Gewitter in Sachsen und im Süden erwartet
Aus aller Welt

Bereits am Dienstag hat es teils ordentlich gewittert im Land. Zum Abend hin rechnet der Deutsche Wetterdienst heute mit erneutem Unwetterpotenzial.

weiterlesen...
Gut eine halbe Million Kinder in Europa ohne Impfschutz
Aus aller Welt

566.000 Kinder in der WHO-Europaregion sind komplett ohne Impfschutz – in Deutschland sind es laut WHO 21.000. Was steckt hinter den Lücken und wo ist die Lage besonders kritisch?

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Erneute Gewitter in Sachsen und im Süden erwartet
Aus aller Welt

Bereits am Dienstag hat es teils ordentlich gewittert im Land. Zum Abend hin rechnet der Deutsche Wetterdienst heute mit erneutem Unwetterpotenzial.

weiterlesen...
Gut eine halbe Million Kinder in Europa ohne Impfschutz
Aus aller Welt

566.000 Kinder in der WHO-Europaregion sind komplett ohne Impfschutz – in Deutschland sind es laut WHO 21.000. Was steckt hinter den Lücken und wo ist die Lage besonders kritisch?

weiterlesen...