31. Oktober 2022 / Aus aller Welt

Israelische Küste mit zwei Tonnen Mikroplastik verschmutzt

Wissenschaftler schlagen Alarm: Wer am Strand von Tel Aviv unterwegs ist, kommt unausweichlich damit in Kontakt. Jeder Kubikmeter soll laut Messungen fast 18.000 Partikel aus Mikroplastik enthalten.

Die israelische Küste ist laut einer Studie mit mehr als zwei Tonnen Mikroplastik verschmutzt.
Veröffentlicht am 31. Oktober 2022 um 16:13 Uhr

Die israelische Küste ist laut einer Studie mit mehr als zwei Tonnen Mikroplastik verschmutzt. Am stärksten belastet seien die Strände in Tel Aviv und Chadera mit fast 18.000 solchen Partikeln pro Kubikmeter, schreibt ein Team der Universität Tel Aviv im Fachblatt «Marine Pollution Bulletin».

Die Befunde seien alarmierend. Kontakt mit Mikroplastik sei angesichts der Ergebnisse praktisch unvermeidbar, betont das Team und verweist auf Risiken sowohl für die Umwelt als auch für die menschliche Gesundheit. Quellen der Verschmutzung sind demnach Lebensmittelverpackungen, Einwegprodukte aus Plastik und Fischernetze. 

Das Team um Ines Zucker hatte den Grad der Verschmutzung entlang der Küste gemeinsam mit Israels Mittelmeer-Forschungszentrum untersucht. Dazu wurden Proben an sechs Stränden zwischen Haifa und Aschkelon entnommen.

Ko-Autor Andrey Ethan Rubin sagte zu den Auswirkungen von rund zwei Tonnen Mikroplastik: «Durch Umweltbedingungen wird dieses Plastik langsam in kleinere Partikel zerlegt.» Je kleiner diese Partikel seien, umso schwerer sei es, sie wieder aus der Umwelt zu entfernen, und desto schädlicher seien sie für die Umwelt und die menschliche Gesundheit. «Die Plastik-Partikel, die ins Meer getrieben werden, werden von Fischen verschluckt, und ihre Überreste erreichen am Ende die Menschen.»

Forscherin Zucker forderte mit Blick auf die Ergebnisse regulatorische Schritte, «um Israels Beitrag zur Verschmutzung des Mittelmeers mit Mikroplastik zu verringern». Mikroplastik bezeichnet gewöhnlich Kunststoffteilchen mit einem Durchmesser unter fünf Millimeter.


Bildnachweis: © Oded Balilty/AP/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Goldener Kamm in Gütersloh
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...

weiterlesen...
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Aus aller Welt

Das Feuer aus Belgien rückt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.

weiterlesen...
LKA übernimmt Ermittlungen nach Explosion in Augsburg
Aus aller Welt

Nach der Explosion im Augsburger Bahnhofsviertel übernimmt nun das LKA Bayern die Ermittlungen. Zu den Hintergründen der Tat schweigen die Ermittler weiter.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Analyse: Erderwärmung erhöhte Risiko für Sturzflut im Nepal
Aus aller Welt

Die rasche Erwärmung im Himalaya verschärft Risikofaktoren für Sturzfluten wie im August in Nepal. Diese können nach Expertenangaben weiterhin geschehen. Das Ausmaß übersteige die Anpassungsfähigkeit.

weiterlesen...
Zahnanalyse bestätigt: Der T. rex war Warmblüter
Aus aller Welt

Von wegen kaltblütige Echse. Forscher haben an Zähnen eines Museums-Dinos gekratzt und wissen nun: Der T. rex hatte eine Körpertemperatur, die gar nicht so weit von unserer entfernt war.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Analyse: Erderwärmung erhöhte Risiko für Sturzflut im Nepal
Aus aller Welt

Die rasche Erwärmung im Himalaya verschärft Risikofaktoren für Sturzfluten wie im August in Nepal. Diese können nach Expertenangaben weiterhin geschehen. Das Ausmaß übersteige die Anpassungsfähigkeit.

weiterlesen...
Zahnanalyse bestätigt: Der T. rex war Warmblüter
Aus aller Welt

Von wegen kaltblütige Echse. Forscher haben an Zähnen eines Museums-Dinos gekratzt und wissen nun: Der T. rex hatte eine Körpertemperatur, die gar nicht so weit von unserer entfernt war.

weiterlesen...