Der tödliche Schuss eines heute 15-jährigen Mittelschülers auf einen ein Jahr jüngeren Mitschüler in Lohr am Main kam von hinten. Das Projektil habe das Opfer in den Hinterkopf getroffen, bestätigte ein Gerichtsgutachter. Das Landgericht Würzburg verhandelt seit zehn Tagen in dem aufsehenerregenden Fall. Der 15-Jährige hatte den tödlichen Schuss zu Beginn der Hauptverhandlung gestanden. Er sei allerdings nicht absichtlich gefallen. Die genauen Umstände der Gewalttat ließen sich nicht mehr rekonstruieren, sagte ein weiterer Gutachter vor Gericht aus. Der 15-jährige Deutsche steht seit dem 3. Mai in nichtöffentlicher Verhandlung vor der Großen Jugendkammer. Laut Anklage tötete er im vergangenen September auf dem Gelände einer Schule im fränkischen Lohr am Main den 14-jährigen Italiener mit einem einzigen Schuss aus einer Pistole. Die beiden Jungen gingen in dieselbe Mittelschule in der Kleinstadt im Spessart. Über seine Verteidiger hatte der Angeklagte laut Sprecherin weiter erklären lassen, ihm tue die Tat leid, er wünschte, er könnte alles rückgängig machen. Fragen zur Sache habe der Jugendliche nicht beantwortet, wie eine Gerichtssprecherin aus der Sitzung berichtete. Da der Angeklagte jugendlich ist, schreibt das Gesetz eine Verhandlung hinter verschlossenen Türen vor. In Jugendverfahren steht der Erziehungsgedanke im Vordergrund. Bei Mord beträgt das Höchstmaß der Jugendstrafe zehn Jahre. Sicherungsverwahrung ist unter engen Voraussetzungen möglich. Die Tatwaffe, eine Neun-Millimeter-Pistole des Typs Ceska CZ 75, gehörte einem 66-Jährigen, der im selben Haus wie der Angeklagte lebte. Wie der Jugendliche an die Waffe kam, ist öffentlich bisher nicht bekannt. Laut Angaben des Gerichts könnte der Prozess schon Anfang August zu Ende gehen. Der nächste Verhandlungstag ist für den 19. Juli anberaumt. Jungen gingen in dieselbe Schule
Zehn Jahre als Höchstmaß für Mord
Bildnachweis: © Daniel Karmann/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Jugendlicher hat Mitschüler von hinten erschossen
Ein Jugendlicher erschießt seinen Mitschüler. Das Landgericht Würzburg verhandelt seit zehn Tagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit den Fall. Das Urteil rückt näher.
Meistgelesene Artikel
- 14. Juli 2026
Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.
Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...
- 18. Juli 2026
Drei Stunden Stau am Schweizer Gotthard-Tunnel
Blechlawinen vor dem Gotthard-Tunnel, Proteste in Amsteg: Wie Urlauber und Anwohner unter dem Mega-Stau leiden – und welche Alternativen es gibt.
Neueste Artikel
- 11. August 2026
Korallen am Great Barrier Reef erholen sich nach Abkühlung
Nach Jahren schwerer Bleichen gibt es am Great Barrier Reef erste Anzeichen von Erholung. Ein später Monsun sorgte für dringend benötigte Abkühlung. Aber das Naturwunder bleibt unter Druck.
- 11. August 2026
Rund 200 Kilometer Strecke: Extremschwimmerin ist unterwegs
Nathalie Pohl hat ihre Fluss-Challenge begonnen. Sie will von Frankfurt nach Köln schwimmen – vier Tage lang, 200 Kilometer weit und mit einem Ziel: mehr Kindern sicheres Schwimmen zu ermöglichen.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 11. August 2026
Korallen am Great Barrier Reef erholen sich nach Abkühlung
Nach Jahren schwerer Bleichen gibt es am Great Barrier Reef erste Anzeichen von Erholung. Ein später Monsun sorgte für dringend benötigte Abkühlung. Aber das Naturwunder bleibt unter Druck.
- 11. August 2026
Rund 200 Kilometer Strecke: Extremschwimmerin ist unterwegs
Nathalie Pohl hat ihre Fluss-Challenge begonnen. Sie will von Frankfurt nach Köln schwimmen – vier Tage lang, 200 Kilometer weit und mit einem Ziel: mehr Kindern sicheres Schwimmen zu ermöglichen.

