19. März 2026 / Aus aller Welt

Kategorie-5-Zyklon «Narelle» steuert auf Queensland zu

Seit 100 Jahren hat es im Nordosten von Australien keinen Sturm dieses Ausmaßes mehr gegeben: «Narelle» könnte Experten zufolge mit Windböen von mehr als 250 km/h wüten. Was erwarten die Behörden?

Der Zyklon könnte am Freitagmorgen (Ortszeit) ganz im Nordosten Australiens auf Land treffen.
Veröffentlicht am 19. März 2026 um 11:44 Uhr

Der Nordosten von Australien bereitet sich auf schwere Unwetter vor: Der Tropensturm «Narelle» hat sich zu einem Zyklon der höchsten Kategorie 5 verstärkt und steuert auf den Bundesstaat Queensland zu, wie das staatliche Wetteramt BoM mitteilte. Australiens Premierminister Anthony Albanese sprach von einem «sehr gefährlichen Wetterereignis». 

Die Behörden erwarten, dass das System am Freitagmorgen (Ortszeit) mit Böen von mehr als 250 Kilometern pro Stunde auf Land treffen könnte. Das habe es in der Region seit mehr als 100 Jahren nicht mehr gegeben, betonte der Premierminister von Queensland, David Crisafulli. Am Abend erreichte der Sturm über dem Meer Windgeschwindigkeiten von 220 km/h und enorme Böen von 315 km/h in seinem Zentrum, berichtete der Wetterdienst Weatherzone. «Narelle» befand sich rund 240 Kilometer nordöstlich von Cooktown.

Da er sich weiter verstärkt habe, werde es immer wahrscheinlicher, dass der Sturm auch als Kategorie-5-Zyklon auf Land treffen werde, sagte der Meteorologe Thomas Saunders dem Sender ABC. «Es ist noch nicht zu spät, einen Plan zu machen. Überlegen Sie sich, was Sie vor, während und nach dem Zyklon tun werden», rief der Chef der örtlichen Behörde für Katastrophenbewältigung (QRA) die Bevölkerung auf.

Starkregen und Sturzfluten befürchtet

Besonders betroffen dürfte die Region zwischen dem Küstenort Lockhart River und der Landzunge Cape Melville auf der Halbinsel Cape York sein. Neben extremen Winden wird vor allem mit heftigen Regenfällen und Sturzfluten gerechnet. Allerdings ist das Gebiet nicht sehr dicht besiedelt.

Die Regionalregierung warnte auch vor möglichen Strom- und Kommunikationsausfällen sowie abgeschnittenen Verkehrswegen. Die Anwohner müssten sich auf längere Ausfälle einstellen, «denn ein System dieser Größenordnung wird die Netze auf die Probe stellen, daran besteht kein Zweifel», sagte Crisafulli.

Auch Northern Territory bereitet sich vor

Schulen wurden geschlossen, Einsatzkräfte verstärkt und Bewohner in besonders gefährdeten Gebieten zur Evakuierung oder zum Aufsuchen sicherer Unterkünfte aufgerufen. Auch das benachbarte Northern Territory bereitet sich bereits auf Auswirkungen des Sturms am Wochenende vor.

Erst im vergangenen Jahr hatte das tropische Sturmtief «Alfred» in Teilen von Queensland und New South Wales schwere Überschwemmungen verursacht. Viele Menschen wurden von den Wassermassen eingeschlossen und mussten auf Hilfe warten. Hunderttausende Haushalte und Geschäfte waren zeitweise ohne Strom.


Bildnachweis: © Brian Cassey/AAP/dpa
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