4. Juli 2024 / Aus aller Welt

Lehrer verschwunden - 30 Hinweise nach «Aktenzeichen XY»

2018 wurde der pensionierte Lehrer Helmut Strigl zuletzt gesehen. Der mysteriöse Vermisstenfall beschäftigt auch Deutschlands bekannteste Fahndungssendung - und die bringt neue Hinweise.

In Rudi Cernes Sendung startet die Polizei einen Zeugenaufruf.
Veröffentlicht am 4. Juli 2024 um 10:44 Uhr

Nach der Fahndungssendung «Aktenzeichen XY... Ungelöst» sind 30 neue Hinweise im Fall eines seit Jahren verschwundenen Lehrers aus Oberbayern bei der Polizei eingegangen. «Eine konkrete "heiße Spur" hat sich bislang nicht ergeben», sagte ein Polizeisprecher in Ingolstadt.

Die Ermittler suchen seit Jahren nach dem Lehrer. Im November 2021 wurde der pensionierte Pädagoge Helmut Strigl von einer Cousine als vermisst gemeldet. Dass ihn jemand gesehen hat, ist sogar noch viel länger her: Am 25. Juni 2018 wurde der damals 64-Jährige das letzte Mal an seinem Wohnort in Rennertshofen bei Neuburg an der Donau gesehen. 

Er lebte in einem ehemaligen Bauernhof, der seinen Eltern gehört hatte, und pflegte kaum soziale Kontakte. Nachdem er als vermisst gemeldet worden war, öffnete die Polizei das völlig vermüllte Anwesen, fand aber keinen Hinweis darauf, wo der Mann sein könnte.

«Keinerlei Spuren hinterlassen»

«Er hat keinerlei Spuren hinterlassen», sagte Silke Poller, ermittelnde Kriminalhauptkommissarin der Polizei Ingolstadt in der ZDF-Sendung von Rudi Cerne. Sie geht davon aus, dass Strigl einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Wenige Monate vor seinem Verschwinden war der Lehrer pensioniert worden - und die Ruhestandszahlungen gingen jahrelang weiter auf seinem Konto ein, wurden aber «auf weitere Konten transferiert», wie Poller sagte. Dafür sei seine Unterschrift auf Überweisungsaufträgen gefälscht worden. 

Strigls Fahrer verurteilt

Ein Mann, der für Strigl gearbeitet hat, wurde bereits wegen Urkundenfälschung verurteilt und sitzt laut Poller derzeit eine Haftstrafe ab. Er hatte jahrelang als Fahrer für den Lehrer gearbeitet, nachdem dieser seinen Führerschein hatte abgeben müssen, weil er mit 1,6 Promille am Steuer seines Autos erwischt worden war. Der Mann hatte nach Angaben in der Sendung mit einem Bekannten zusammen auch ein Zimmer in Strigls Haus ausgeräumt. 

Die Ermittlungen der Polizei konzentrieren sich unter anderem auf das Auto des Lehrers, einen blauen BMW. Die Beamten wollen wissen, wer den Wagen zwischen Juni 2018 und Juni 2019 gesehen hat und wo. 


Bildnachweis: © Sina Schuldt/dpa
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