14. Juni 2024 / Aus aller Welt

Makah-Stamm darf wieder Grauwale jagen

Die Ureinwohner des Makah-Stamms in den USA durften zuletzt 1999 einen Grauwal erlegen. Tierschützer protestierten - mit Erfolg. Ein Gericht stoppte die Waljagd. Nun machen die Behörden eine Ausnahme.

Die Ureinwohner des Makah-Stammes hatten jahreland von der Grauwaljagd gelebt.
Veröffentlicht am 14. Juni 2024 um 07:36 Uhr

Die Ureinwohner des Makah-Stammes im US-Bundesstaat Washington dürfen nach jahrzehntelanger Pause ihre traditionelle Jagd auf Grauwale wieder aufnehmen. Die amerikanische Ozean- und Klimabehörde NOAA gab am Donnerstag (Ortszeit) eine entsprechende Sondergenehmigung für den indigenen Stamm im Nordwesten der USA bekannt.

Demnach darf der Stamm aus dem Pazifik-Küstendorf Neah Bay in einem Zeitraum von zehn Jahren bis zu 25 Grauwale für zeremonielle Zwecke und zur Selbstversorgung jagen.

Dabei müssen weitere Auflagen eingehalten werden. So dürfen etwa pro Jahr höchstens zwei bis drei Tiere getötet werden. Nach Angaben der Behörde wird der Bestand der Grauwale in der Region nach jüngsten Erhebungen auf rund 17.000 bis 21.00 Tiere geschätzt.

Die Indigenen hatten jahrhundertelang von der Grauwaljagd gelebt. Ein zwischen der US-Regierung und den Makahs bestehender Vertrag aus dem Jahr 1855 garantierte den Ureinwohnern ein Walfangrecht. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts allerdings töteten nicht-indigene Walfänger so viele Tiere, dass die Art vom Aussterben bedroht war und später unter strengen Schutz gestellt wurde.

Heftige Proteste bei Jagd

Mit einer Sondergenehmigung der Internationalen Walfangkommission (IWC) nahm der Stamm 1999 die Jagd erneut auf und erlegte einen Grauwal. Von einem Zedernkanu aus schleuderten die Makahs damals Harpunen auf das Tier und töteten es dann mit einem Gewehrschuss. Die Jagd wurde von heftigen Protesten empörter Tierschützer begleitet, die auch vor Gericht zogen und einen Stopp erwirken konnten.

Der Stamm setzte seitdem seine Bemühungen um eine Jagderlaubnis fort und ging den Weg durch die Instanzen. Die jüngste Entscheidung der Ozean- und Klimabehörde räumt den Makahs nun ein Sonderrecht im Rahmen des Marine Mammal Protection Act (MMPA) zum Schutz von Meeressäugern ein.


Bildnachweis: © ---/NOAA/AP/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Goldener Kamm in Gütersloh
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...

weiterlesen...
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Aus aller Welt

Das Feuer aus Belgien rückt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.

weiterlesen...
Brand im Hohen Venn: Evakuierung bei Monschau angeordnet
Aus aller Welt

Wegen des Waldbrandes im Hohen Venn müssen Anwohner in Deutschland ihre Häuser verlassen. Eine Notunterkunft ist eingerichtet.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Alphaville-Sänger kritisiert «Beschneidung» und warnt
Aus aller Welt

Nach dem Hin und Her um einen Alphaville-Auftritt auf dem Glücksgefühle-Festival findet Sänger Marian Gold klare Worte: Er warnt vor rechtsradikalen Tendenzen und kritisiert die Veranstalter scharf.

weiterlesen...
Forscher: Wasserdefizit in Deutschland verschlimmert sich
Aus aller Welt

In Deutschland nehmen die Wasserreserven immer weiter ab. Nun machen Forscher deutlich, dass nicht fehlender Regen, sondern die steigenden Temperaturen dafür maßgeblich sind.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Alphaville-Sänger kritisiert «Beschneidung» und warnt
Aus aller Welt

Nach dem Hin und Her um einen Alphaville-Auftritt auf dem Glücksgefühle-Festival findet Sänger Marian Gold klare Worte: Er warnt vor rechtsradikalen Tendenzen und kritisiert die Veranstalter scharf.

weiterlesen...
Forscher: Wasserdefizit in Deutschland verschlimmert sich
Aus aller Welt

In Deutschland nehmen die Wasserreserven immer weiter ab. Nun machen Forscher deutlich, dass nicht fehlender Regen, sondern die steigenden Temperaturen dafür maßgeblich sind.

weiterlesen...