7. Juni 2023 / Aus aller Welt

Mehr als 30 Tote nach Vergiftung mit gepanschtem Getränk

Es ist nicht das erste Mal, dass in Russland nach dem Verzehr von Alkohol Menschen Opfer von Vergiftungen werden. Jetzt ist die Rede von 90 neuen Fällen in verschiedenen Regionen des Landes.

Anstoßen am Abend: Nach dem Verzehr von gepanschtem Alkohol sind in Russland mehrere Menschen gestorben. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 7. Juni 2023 um 12:32 Uhr

In Russland sind mehr als 30 Menschen an einer Vergiftung durch ein gepanschtes Alkoholmischgetränk gestorben. Das teilte das russische Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Es gebe insgesamt 90 bekannte Vergiftungsfälle in sechs Regionen des Landes, hieß es. Das russische Innenministerium teilte mit, dass das Getränk Spuren vom lebensgefährlichen Methylalkohol aufweisen soll.

Am Mittwoch wurden mehrere weitere Fälle in weiteren Regionen bekannt, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS meldete. Demnach tranken die Menschen ein alkoholhaltiges Mischgetränk mit dem Namen «Mister Sidr», das von einem Unternehmen in der russischen Stadt Samara produziert wurde.

Die russische Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor zog nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 37.000 Liter des Getränks aus dem Verkehr. Der für die Produktion verantwortliche Unternehmer wurde laut russischen Ermittlern am Montag festgenommen. Die Regierung in der zentralasiatischen Republik Kasachstan, die an die Region Samara grenzt, ordnete ebenfalls an, das Getränk aus dem Verkauf zu nehmen.

In Russland kommt es immer wieder zu schweren Vergiftungen mit Alkohol, weil etwa billiger Industriealkohol Getränken beigemischt wird. Nach Angaben der russischen Statistikbehörde Rosstat starben 2020 rund 10.200 Menschen an einer Alkoholvergiftung, das waren 3700 Menschen mehr als im Jahr 2019.


Bildnachweis: © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
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