Nach den verheerenden Überschwemmungen im Südosten Brasiliens hat sich die Zahl der Todesopfer auf 54 erhöht. In der Großstadt Juiz de Fora wurden nach Angaben der Stadtverwaltung 48 Tote und 13 Vermisste registriert. In der rund 100 Kilometer entfernten Stadt Ubá kamen sechs weitere Menschen ums Leben, zwei gelten dort als vermisst. Heftige Regenfälle haben seit der Nacht von Montag auf Dienstag im Bundesstaat Minas Gerais eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Die Überschwemmungen rissen Häuser mit sich und überfluteten Straßen. Mehr als 3.500 Bewohner wurden obdachlos. Die Bergungsarbeiten mussten in der Nacht zu Donnerstag zeitweise wegen anhaltender Regenfälle und der Gefahr neuer Erdrutsche unterbrochen werden. Die hügelige Topografie der Region begünstigt bei Starkregen Erdrutsche und Überschwemmungen. Besonders stark betroffen war ein Viertel von Juiz de Fora. Dort starb eine Mutter, nachdem sie sich beim Einsturz ihres Hauses schützend auf ihren sechsjährigen Sohn geworfen hatte, wie das Nachrichtenportal «G1» berichtete. «Sie hat sich auf Antony geworfen und so sein Leben gerettet», berichtete die Mutter der Verstorbenen demnach. Der Junge überlebte verschüttet unter den Trümmern. Eine andere Bewohnerin verlor bei einem Erdrutsch sowohl ihre Mutter als auch ihre zweijährige Tochter. «Es ging alles sehr schnell. Ich habe meine Mutter und meine Tochter auf einmal verloren, alles, was ich in diesem Leben hatte», sagte sie dem Radiosender «Itatiaia» unter Tränen. Die Stadt hatte bereits den Katastrophenfall ausgerufen, den Unterricht an städtischen Schulen ausgesetzt und mehrere Einrichtungen in Notunterkünfte umgewandelt. Bürgermeisterin Margarida Salomão sprach von dem regenreichsten Februar seit Beginn der Messungen und bezeichnete die Lage als kritisch. Weitere Niederschläge werden mindestens bis Freitag erwartet.Stadt erlebt regenreichsten Februar seit Beginn der Messungen
Bildnachweis: © Silvia Izquierdo/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Mehr als 50 Tote bei Überschwemmungen in Brasilien
Heftige Regenfälle haben im Südosten Brasiliens eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Tausende Menschen verlieren ihr Zuhause – und auch geliebte Familienangehörige.
Meistgelesene Artikel
- 14. Juli 2026
Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.
Das Verschwinden der Mutter von US-Moderatorin Savannah Guthrie sorgte in den USA Anfang des Jahres für großes Aufsehen. Nun berichten US-Medien über eine mutmaßliche Nachricht der Entführer.
Eine Nacht voller Angst, danach zerstörte Zuhause und Spielplätze: Kinder aus dem Ahrtal erzählen, wie die Flut ihr Leben bis heute prägt.
Neueste Artikel
Der ADAC hat stichprobenartig Haltestellen untersucht, ob sie für Menschen mit Behinderung gut zu erreichen sind. Wie das Ergebnis ausfällt und welche Reaktionen es gibt.
- 20. Juli 2026
Anwalt: Tate-Brüder wollen sich Auslieferung widersetzen
Nach ihrer Festnahme in den USA sitzen die Influencer Andrew und Tristan Tate laut ihres Anwaltes in Einzelzellen. Die britische Anklagebehörde will sie vor Gericht stellen.
Weitere Artikel derselben Kategorie
Der ADAC hat stichprobenartig Haltestellen untersucht, ob sie für Menschen mit Behinderung gut zu erreichen sind. Wie das Ergebnis ausfällt und welche Reaktionen es gibt.
- 20. Juli 2026
Anwalt: Tate-Brüder wollen sich Auslieferung widersetzen
Nach ihrer Festnahme in den USA sitzen die Influencer Andrew und Tristan Tate laut ihres Anwaltes in Einzelzellen. Die britische Anklagebehörde will sie vor Gericht stellen.

