10. Juni 2025 / Aus aller Welt

Mehr als jeder Dritte: Kindern fehlt Zeit für Kreatives

Eine große Mehrheit der Deutschen hält kreative Tätigkeiten für Kinder für wichtig. Doch bekommen sie auch die Zeit und Möglichkeiten dafür? In einer Umfrage sehen viele Menschen Probleme.

Kreative Aktivitäten für Kinder finden laut einer Umfrage fast alle Deutschen wichtig - gerade digitale Medien sehen viele aber als Hindernis. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 10. Juni 2025 um 08:01 Uhr

Zu viel Digitales, zu wenig Zeit und Geld: Mehr als jeder Dritte findet laut einer aktuellen Umfrage, dass Kinder im Kita- und Grundschulalter nicht genug Zeit und Möglichkeiten für Kreatives bekommen. Das teilte das Deutsche Kinderhilfswerk zum Weltspieltag am 11. Juni mit.

Der Forsa-Umfrage zufolge bewertet eine breite Mehrheit (96 Prozent) kreative Aktivitäten als sehr oder eher wichtig. Dass Kinder diese außerhalb von Grundschule und Kita genügend ausüben könnten, findet knapp die Hälfte (51 Prozent). Eine große Gruppe (41 Prozent) sieht es jedoch umgekehrt - auch unter den Befragten, die selbst Kinder im Haushalt haben, sieht mehr als jeder Dritte (37 Prozent) nicht genügend Zeit und Möglichkeiten für Kreatives.

Besondere Sorgen bei geringen Einkommen und im Osten

Gerade digitale Medien sehen die Befragten als mögliches Hindernis. Dass deren ständige Verfügbarkeit es Kindern schwer machen könnte, sich für Kreatives zu begeistern, bejahen 81 Prozent der Befragten. Drei Viertel halten es für möglich, dass Eltern nicht genug unterstützen oder Freude an kreativen Aktivitäten vermitteln würden.

Auch begrenzte finanzieller Möglichkeiten der Eltern könnten beim Kreativ sein im Weg stehen - die Befragten mit geringem Haushaltseinkommen stimmen dieser These verstärkt zu (70 Prozent). Dass es zu wenige attraktive und gut erreichbare Angebote gebe, bejahen deutliche mehr Befragte im Osten (54 Prozent) als im Westen (35 Prozent).

Die Umfrage führte das Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 14. bis 16. April 2025 im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes durch. Insgesamt wurden 1.001 zufällig ausgewählte deutschsprachige Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren in Deutschland befragt.

Kinderhilfswerk: Kreatives wichtig für die Entwicklung

Die Umfrage verdeutliche, wie wichtig kreative Aktivitäten und freies Spielen für Kinder seien, teilte das Deutsche Kinderhilfswerk mit. Das mache Kindern nicht nur Spaß, sondern sei auch für ihre Entwicklung wichtig - etwa für geistige Fähigkeiten und ihr Gemeinschaftsgefühl. Erwachsene müssten daher dafür sorgen, dem Spielen und Kreativ sein «ausreichend Raum und Zeit zu geben», sagte der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann.

Die UN-Kinderrechtskonvention besagt in Artikel 31, dass jedes Kind ein Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung hat. Auf dieses fundamentale Recht wollen die Vereinten Nationen mit dem Weltspieltag am 11. Juni hinweisen. In Deutschland rufen das Deutsche Kinderhilfswerk und das Bündnis Recht auf Spiel zu vielen Aktionen rund um den Tag auf.


Bildnachweis: © Christian Charisius/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

SOS aus Eisbrocken: Deutsche Camper von der Ostsee gerettet
Aus aller Welt

Zwei Deutsche übernachten im Bottnischen Meerbusen auf der zugefrorenen Ostsee. Plötzlich bricht das Eis unter ihrem Zelt weg. Die Rettung kommt erst nach Stunden.

weiterlesen...
TÜV NORD gibt Tipps für entspannte Osterreisen ohne Stress
Aktuell

Reifendruck prüfen und günstigere Tankstellen abseits der Autobahn nutzen

weiterlesen...
 Unbekannte greifen 22-Jährigen an
Polizeimeldung

Gütersloh (ots) - Schloß Holte-Stukenbrock (FK) - Zwei bislang unbekannte Täter haben Dienstagabend (17.03., 23.30...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Kaufbeuren ist Deutschlands neue Blitzhauptstadt
Aus aller Welt

Kaufbeuren im bayerischen Allgäu führt das neue Blitz-Ranking an, doch die Zahl der Einschläge ist 2025 ungewöhnlich niedrig. Das gilt besonders für den Norden.

weiterlesen...
Betäubt und vergewaltigt - Justiz geht gegen Netzwerk vor
Aus aller Welt

Sie sollen Frauen betäubt und vergewaltigt und sich dafür gegenseitig Tipps gegeben haben. Die deutsche Justiz ermittelt gegen mehrere Männer aus China. Frauen wurden als «tote Schweine» bezeichnet.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Kaufbeuren ist Deutschlands neue Blitzhauptstadt
Aus aller Welt

Kaufbeuren im bayerischen Allgäu führt das neue Blitz-Ranking an, doch die Zahl der Einschläge ist 2025 ungewöhnlich niedrig. Das gilt besonders für den Norden.

weiterlesen...
Betäubt und vergewaltigt - Justiz geht gegen Netzwerk vor
Aus aller Welt

Sie sollen Frauen betäubt und vergewaltigt und sich dafür gegenseitig Tipps gegeben haben. Die deutsche Justiz ermittelt gegen mehrere Männer aus China. Frauen wurden als «tote Schweine» bezeichnet.

weiterlesen...