21. September 2021 / Aus aller Welt

Businsassen bedroht - Festnahme nach Großeinsatz auf der A 9

Ein Mann bedroht in einem Reisebus auf der A 9 in Bayern Fahrgäste. Nach einer mutmaßlichen Geiselnahme und stundenlangem Großeinsatz der Polizei wird er festgenommen.

Der betroffene Reisebus steht auf der Autobahn 9 in Fahrtrichtung München.
Veröffentlicht am 21. September 2021 um 23:33 Uhr

Stunden der Angst auf der Autobahn: Nach einer mutmaßlichen Geiselnahme in einem Reisebus hat die Polizei am Dienstagabend auf der Autobahn 9 zwischen Hilpoltstein und Greding in Bayern einen Tatverdächtigen festgenommen.

Der 30-Jährige soll Morddrohungen ausgestoßen haben. Er war längere Zeit mit drei Busfahren allein im Fahrzeug. Gegen 21.30 Uhr habe es einen Zugriff der Polizei gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

Zwei Menschen leicht verletzt

Am Nachmittag sei es in dem Bus zu einem Streit gekommen, sagte der Polizeisprecher. Der 30 Jahre alte Tatverdächtige habe gedroht, er werde alle umbringen. Es sei zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Fahrgästen gekommen, hieß es am späten Abend. Dabei seien zwei Menschen zwei leicht verletzt worden. Die Alarm-Meldung sei um kurz nach 17.00 Uhr bei der Polizei eingegangen.

Der Täter habe behauptet, eine Waffe zu haben. Ob der Mann tatsächlich bewaffnet war, konnte am späten Abend noch nicht endgültig geklärt werden. Zunächst sei bei ihm keine Waffe gefunden worden, erläuterte die Polizei. Man müsse aber nicht nur den Mann, sondern auch den Bus durchsuchen. Der Festgenommene sollte noch in der Nacht verhört werden.

Stundenlanger Großeinsatz

Kräfte des Spezialeinsatzkommandos SEK hatten nach einem stundenlangen Großeinsatz, an dem Dutzende Beamte beteiligt waren, zugegriffen. Die «Bild» berichtete über Detonationen. Diese gingen nach Angaben des Sprechers auf Blendmittel zurück, die das SEK einsetzte, um den Täter abzulenken.

Drei Busfahrer waren laut Polizei lange bei dem Täter im Bus - zunächst war die Rede von zwei Fahrern gewesen. Sie hatten aber zum Zeitpunkt des Zugriffs den Bus ebenfalls verlassen, wie es hieß. Alle übrigen Passagiere befanden sich bereits zuvor im Freien auf dem Seitenstreifen. Ob es sich tatsächlich um eine Geiselnahme handelte, wie anfangs angenommen worden war, blieb am späten Abend noch unklar.

Die betroffenen Menschen würden betreut und nach dem Hergang befragt. Die meisten sprächen wenig Deutsch. Wann die Fahrgäste ihre Reise fortsetzen können, war offen. Bei dem Bus wurde die Heckscheibe beschädigt.

Lange Staus während unklarer Lage

Der serbische Bus war unterwegs in Richtung München und soll sich laut Polizeisprecher weiter auf dem Weg in Richtung Südosteuropa befunden haben. Wegen der Auseinandersetzung habe der Bus auf dem Standstreifen gehalten, die Fahrgäste verließen das Fahrzeug. Nur die drei Busfahrer und der Tatverdächtige blieben zunächst in dem Bus.

Die Polizei hatte bereits nach der Meldung die Autobahn 9 zwischen den Anschlussstellen Hilpoltstein und Greding in beiden Fahrtrichtungen komplett gesperrt. Autofahrer saßen fest, es bildeten sich lange Staus. Gegen 22.30 wurde die Strecke wieder freigegeben. Am Abend floss der Verkehr wieder. Auch die Bahnstrecke, die entlang der Autobahn verläuft, war wegen der zunächst unklaren Lage zeitweise gesperrt.


Bildnachweis: © Ralph Goppelt/Vifogra/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Goldener Kamm in Gütersloh
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...

weiterlesen...
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Aus aller Welt

Das Feuer aus Belgien rückt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.

weiterlesen...
Brand im Hohen Venn: Evakuierung bei Monschau angeordnet
Aus aller Welt

Wegen des Waldbrandes im Hohen Venn müssen Anwohner in Deutschland ihre Häuser verlassen. Eine Notunterkunft ist eingerichtet.

weiterlesen...

Neueste Artikel

TV-Helikopter stürzt in Los Angeles ab - mehrere Tote
Aus aller Welt

Ein schwerer Autounfall in Los Angeles lockt Hubschrauber von Nachrichtensendern an, die berichten wollen. Dann stürzt einer der Helikopter ab. Mindestens drei Menschen kommen ums Leben.

weiterlesen...
Ozonloch über der Antarktis so klein wie selten seit 1990
Aus aller Welt

Weniger FCKW, kleineres Ozonloch – doch UV-Risiken bleiben. Was die WMO-Chefin zum Schutz empfiehlt - und was das für die Menschen bedeutet.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

TV-Helikopter stürzt in Los Angeles ab - mehrere Tote
Aus aller Welt

Ein schwerer Autounfall in Los Angeles lockt Hubschrauber von Nachrichtensendern an, die berichten wollen. Dann stürzt einer der Helikopter ab. Mindestens drei Menschen kommen ums Leben.

weiterlesen...
Ozonloch über der Antarktis so klein wie selten seit 1990
Aus aller Welt

Weniger FCKW, kleineres Ozonloch – doch UV-Risiken bleiben. Was die WMO-Chefin zum Schutz empfiehlt - und was das für die Menschen bedeutet.

weiterlesen...