22. Juli 2025 / Aus aller Welt

Nach «Hai-Alarm» Badeverbot am Ballermann - Frau verletzt

Eine ältere Urlauberin wird verletzt aus dem Wasser geholt, Rettungsschwimmer schlagen Alarm. Was steckt hinter dem ungewöhnlichen Zwischenfall an der Playa de Palma?

Fischattacken stören die Idylle an der spanischen Mittelmeerküste fast nie. (Archivfoto)

Nach einem vermuteten Hai-Angriff ist an der Playa de Palma auf Mallorca ein mehrstündiges Badeverbot verhängt worden. Eine 85 Jahre alte italienische Urlauberin hatte kurz vor Mittag beim Baden auf Höhe des Strandlokals «Balneario 06» - in Deutschland als «Ballermann 6» bekannt - eine schlimme Verletzung an der linken Wade erlitten, wie die Regionalzeitungen «Diario de Mallorca» und «Última Hora» sowie weitere Medien unter Berufung auf die Behörden der spanischen Mittelmeerinsel berichteten. Die Urlauberin wurde mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Zunächst war von einem möglichen Angriff eines Blauhais die Rede - einer auch im Mittelmeer vorkommenden Haiart, die jedoch in der Regel auf hoher See lebt und selten in Strandnähe gesichtet wird. «Schwimmen ist wegen einer möglichen Hai-Attacke verboten», rief eine Rettungsschwimmerin nach dem Vorfall an der Playa immer wieder in ein Megafon.

Die Polizei und Rettungskräfte bestätigten zunächst eine Bisswunde, Experten zweifelten jedoch bald an einem Hai-Angriff. Auf Fotos der klaffenden Wunde seien keine typischen Bissspuren zu erkennen, hieß es. Stattdessen könnten laut Einschätzung von Fachleuten ein Drückerfisch oder ein Blaufisch für die Verletzung verantwortlich sein. Diese Arten leben ebenfalls im Mittelmeer und sind für gelegentliche Bisse bekannt, gelten jedoch als weniger gefährlich.

Experten rätseln 

«Wir versuchen nun herauszufinden, was die Frau gebissen haben könnte. Es sieht aber nicht nach einem Hai aus», wurde die Leiterin der Stiftung für den Meeresschutz des Palma Aquariums, Debora Morrison, in der «Mallorca Zeitung» zitiert. «Wir haben gehört, dass vor ein paar Tagen ein Blauhai gesichtet wurde», sagte sie. Für diese Information gebe es aber keine Beweise.

Nach dem Vorfall hatten Rettungsschwimmer um die Mittagszeit Badegäste schnell aus dem Wasser geholt und den gesamten Strandabschnitt zwischen den Balnearios 1 und 10 gesperrt. Sie suchten auch das Wasser mit Jetskis ab - bisher ohne Ergebnis. Am Nachmittag wurden die roten Flaggen wieder durch gelbe und grüne ersetzt. Baden ist wieder erlaubt.


Bildnachweis: © Clara Margais/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Brand in der Schweiz: Kerzen oder Feuerwerk als Auslöser?
Aus aller Welt

Wie ist es zu der verheerenden Tragödie bei einer Silvesterparty in der Schweiz mit Dutzenden Toten gekommen? Zwei Besucherinnen berichten.

weiterlesen...
Sturmtief Elli bringt noch mehr Schnee
Aus aller Welt

Viel Neuschnee, Schneeverwehungen und Glatteis: Ein Sturmtief steuert auf Deutschland zu. Spannend - und turbulent - wird es ab der Nacht zum Freitag.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Auch ein Top-Räuber fängt klein an: T. rex war Spätzünder
Aus aller Welt

Bei jedem Schritt eines T. rex bebte der Boden – zumindest, wenn er ausgewachsen war. Bis dahin dauerte es aber wohl erstaunlich lange. Auch das wiederum hatte seine Vorteile.

weiterlesen...
Meeresschutzabkommen tritt in Kraft – «Historischer Tag»
Aus aller Welt

Die Hohe See macht zwei Drittel der Meere aus – geschützt war sie bisher kaum. Ein Vertrag soll Ökosystemen, Klima und Menschheit nützen. Experten loben ihn als fortschrittlichen Meilenstein.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Auch ein Top-Räuber fängt klein an: T. rex war Spätzünder
Aus aller Welt

Bei jedem Schritt eines T. rex bebte der Boden – zumindest, wenn er ausgewachsen war. Bis dahin dauerte es aber wohl erstaunlich lange. Auch das wiederum hatte seine Vorteile.

weiterlesen...
Meeresschutzabkommen tritt in Kraft – «Historischer Tag»
Aus aller Welt

Die Hohe See macht zwei Drittel der Meere aus – geschützt war sie bisher kaum. Ein Vertrag soll Ökosystemen, Klima und Menschheit nützen. Experten loben ihn als fortschrittlichen Meilenstein.

weiterlesen...