Die US-Raumfahrtbehörde Nasa schmeißt den Plan für ihr krisengeplagtes Mondprogramm «Artemis» komplett um. Die Mission «Artemis 3», mit der ursprünglich frühestens 2028 eine Crew auf dem Mond landen sollte, solle nun bereits im kommenden Jahr starten, aber nicht auf dem Mond landen, sagte Nasa-Chef Jared Isaacman bei einer Pressekonferenz. Anstelle dessen solle die «Orion»-Kapsel sich bei dieser Mission im Weltraum mit einem oder zwei Mondlandern zusammendocken. Diese Lander sollen von den privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk und Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos entwickelt und gebaut werden. Zudem solle es dann 2028 möglicherweise sogar gleich zwei Mondlandungsversuche geben - «Artemis 4» und «Artemis 5». Die Abstände zwischen den einzelnen Missionen seien bisher zu groß gewesen, sagte Nasa-Chef Isaacman. «Mit stetig zunehmender glaubhafter Konkurrenz von unserem größten geopolitischen Kontrahenten müssen wir uns schneller bewegen, Verzögerungen eliminieren und unsere Ziele erreichen.» Schon seit Jahren gibt es einen neuen Wettlauf von Raumfahrtnationen zum Mond. Größter Konkurrent der USA ist China mit dem vorgegebenen Ziel, bis 2030 Menschen auf den Mond zu bringen. Auch Russland will mit Menschen auf den Mond, hat aber mit Verzögerungen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Mission «Artemis 2» solle unterdessen weiter wie geplant so bald wie möglich starten. Mit dieser Mission sollen erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie ihr kanadischer Kollege Jeremy Hansen sollen bei der etwa zehntägigen Mission um den Mond herum fliegen. Zuletzt waren US-Astronauten 1972 auf dem Mond. Aufgrund von technischen Problemen am Raketensystem verzögert sich «Artemis 2» momentan allerdings, ein neues mögliches Startdatum gibt es noch nicht. Das Raketensystem - bestehend aus der Rakete «Space Launch System» und der «Orion»-Kapsel - war in den vergangenen Tagen für Reparaturarbeiten zurück in den Hangar gebracht worden, wo ein Problem mit der Helium-Zufuhr gelöst werden soll. Zuvor waren bei Tests bereits mehrere weitere Probleme aufgetaucht und teilweise auch schon wieder behoben worden.«Müssen uns schneller bewegen»
Start von «Artemis 2» weiter so bald wie möglich
Bildnachweis: © Sam Lott/NASA via AP/dpa
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Nasa schmeißt Plan für «Artemis»-Mondprogramm um
Die erste bemannte Mondmission seit mehr als 50 Jahren lässt wegen technischer Probleme weiter auf sich warten. Jetzt greift der neue Nasa-Chef Isaacman durch - mit drastischen Planänderungen.
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