28. Februar 2026 / Aus aller Welt

Nasa schmeißt Plan für «Artemis»-Mondprogramm um

Die erste bemannte Mondmission seit mehr als 50 Jahren lässt wegen technischer Probleme weiter auf sich warten. Jetzt greift der neue Nasa-Chef Isaacman durch - mit drastischen Planänderungen.

Mit der Mission «Artemis 2» sollen vier Astronauten bald in Richtung Mond fliegen. (Archivbild)
Veröffentlicht am 28. Februar 2026 um 00:05 Uhr

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa schmeißt den Plan für ihr krisengeplagtes Mondprogramm «Artemis» komplett um. Die Mission «Artemis 3», mit der ursprünglich frühestens 2028 eine Crew auf dem Mond landen sollte, solle nun bereits im kommenden Jahr starten, aber nicht auf dem Mond landen, sagte Nasa-Chef Jared Isaacman bei einer Pressekonferenz.

Anstelle dessen solle die «Orion»-Kapsel sich bei dieser Mission im Weltraum mit einem oder zwei Mondlandern zusammendocken. Diese Lander sollen von den privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk und Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos entwickelt und gebaut werden. Zudem solle es dann 2028 möglicherweise sogar gleich zwei Mondlandungsversuche geben - «Artemis 4» und «Artemis 5».

«Müssen uns schneller bewegen»

Die Abstände zwischen den einzelnen Missionen seien bisher zu groß gewesen, sagte Nasa-Chef Isaacman. «Mit stetig zunehmender glaubhafter Konkurrenz von unserem größten geopolitischen Kontrahenten müssen wir uns schneller bewegen, Verzögerungen eliminieren und unsere Ziele erreichen.»

Schon seit Jahren gibt es einen neuen Wettlauf von Raumfahrtnationen zum Mond. Größter Konkurrent der USA ist China mit dem vorgegebenen Ziel, bis 2030 Menschen auf den Mond zu bringen. Auch Russland will mit Menschen auf den Mond, hat aber mit Verzögerungen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu kämpfen.

Start von «Artemis 2» weiter so bald wie möglich

Die Mission «Artemis 2» solle unterdessen weiter wie geplant so bald wie möglich starten. Mit dieser Mission sollen erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie ihr kanadischer Kollege Jeremy Hansen sollen bei der etwa zehntägigen Mission um den Mond herum fliegen. Zuletzt waren US-Astronauten 1972 auf dem Mond. 

Aufgrund von technischen Problemen am Raketensystem verzögert sich «Artemis 2» momentan allerdings, ein neues mögliches Startdatum gibt es noch nicht. Das Raketensystem - bestehend aus der Rakete «Space Launch System» und der «Orion»-Kapsel - war in den vergangenen Tagen für Reparaturarbeiten zurück in den Hangar gebracht worden, wo ein Problem mit der Helium-Zufuhr gelöst werden soll. Zuvor waren bei Tests bereits mehrere weitere Probleme aufgetaucht und teilweise auch schon wieder behoben worden.


Bildnachweis: © Sam Lott/NASA via AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Goldener Kamm in Gütersloh
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...

weiterlesen...
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Aus aller Welt

Das Feuer aus Belgien rückt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.

weiterlesen...
Brand im Hohen Venn: Evakuierung bei Monschau angeordnet
Aus aller Welt

Wegen des Waldbrandes im Hohen Venn müssen Anwohner in Deutschland ihre Häuser verlassen. Eine Notunterkunft ist eingerichtet.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Malaria bei Anwohnern von Flughafen - wie kam es dazu?
Aus aller Welt

In Frankfurt sind erneut Menschen an der tropischen Variante von Malaria erkrankt – diesmal mehrere Kilometer vom Flughafen entfernt. Was zu den Hintergründen der nun insgesamt acht Fälle bekannt ist.

weiterlesen...
KI-Kameras und neue Konzepte: Wiesn-Sicherheit verstärkt
Aus aller Welt

Ein überfülltes Festgelände, Panik - und ganz viel Glück. Das Oktoberfest ist im vergangenen Jahr womöglich knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Das soll nicht noch mal passieren.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Malaria bei Anwohnern von Flughafen - wie kam es dazu?
Aus aller Welt

In Frankfurt sind erneut Menschen an der tropischen Variante von Malaria erkrankt – diesmal mehrere Kilometer vom Flughafen entfernt. Was zu den Hintergründen der nun insgesamt acht Fälle bekannt ist.

weiterlesen...
KI-Kameras und neue Konzepte: Wiesn-Sicherheit verstärkt
Aus aller Welt

Ein überfülltes Festgelände, Panik - und ganz viel Glück. Das Oktoberfest ist im vergangenen Jahr womöglich knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Das soll nicht noch mal passieren.

weiterlesen...