16. Oktober 2021 / Aus aller Welt

Neue «Eichhörnchenbrücken» in Trier

Eine ganz einfache Idee: Ein Seil wird über die Straße egespannt, auf der Eichhörnchen gefahrlos die Seite wechseln können. Gibt es in Trier, aber auch in Berlin und Hamburg.

Petra Lieser aus Trier an einer «Eichhörnchenbrücke», die Mitarbeiter der Stadt auf ihre Anfrage angelegt haben.
Veröffentlicht am 16. Oktober 2021 um 11:08 Uhr

Damit Eichhörnchen gefahrlos über die Straße kommen können, gibt es in Trier jetzt zwei «Eichhörnchenbrücken». Dabei handelt es sich jeweils um ein acht Zentimeter dickes Tau, das über eine Straße zwischen zwei Bäumen gespannt ist.

Die «Brücken» sind erst seit wenigen Wochen «in Betrieb»: Die ersten Hörnchen seien bereits über das Seil geflitzt, sagt Stadtsprecher Ernst Mettlach.

Große Erleichterung bei Anwohnerin Petra Lieser, die die Idee für die «Brücken» hatte. «Ich habe mich an die Stadt gewandt, weil ich immer so viele tote Eichhörnchen genau an dieser Stelle hier gefunden habe», sagt sie im Stadtteil Mariahof. Ruckzuck sei ihr Vorschlag umgesetzt worden. Und: Seit die Taue gespannt sind, habe sie keine toten Tiere mehr entdeckt.

Um die Eichhörnchen zum sicheren Überqueren in großer Höhe zu animieren, füllt Lieser jeden Tag Futterspender auf, die unterhalb der Taue an den Straßenseiten angebracht sind. «Das Futter ist jeden Tag weg», erzählt sie. Sie wisse, dass sich auch Vögel an den Kernen bedienten. «Die Nüsse holen sicher die Eichhörnchen.» 

Nach Recherchen von Lieser gibt es «Eichhörnchenbrücken» noch in Berlin und in Hamburg. «Es könnte sie überall geben, wo Eichhörnchen überfahren werden», meint sie. Im Prinzip brauche es nicht viel dazu - nur eben jemanden, der anfangs die Tiere mit Futter anlockt. Die Taue in Trier seien je acht bis zehn Meter lang.

An der «Gefahrenstelle» in Trier sei das Problem, dass die Straße breit sei und die Tiere vom Gebüsch aus auf die Straße hüpften. «Das sieht kein Autofahrer», sagt Lieser. An einer der «Brücken» hätten Mitarbeiter des Amtes Stadtraum auch eine Wildkamera angebracht, die auslösen soll, wenn sich ein Tier nähert. Auf einem der ersten Fotos sei allerdings kein Eichhörnchen abgelichtet, sondern ein Eichelhäher: «Und der schaut mitten in die Linse», sagt der Sprecher.


Bildnachweis: © Birgit Reichert/dpa
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