1. September 2021 / Aus aller Welt

Niederlande: Dutzende tote Schweinswale angespült

Tote Schweinswale werden zu Dutzenden an den Wattinseln der Niederlande angespült, teilweise schon stark verwest. Was hat den Tod der Tiere verursacht? Forscher rätseln noch.

Dutzende tote Schweinswale sind auf den niederländischen Watteninseln angespült worden und versetzen Umweltschützer in Sorge.
Veröffentlicht am 1. September 2021 um 13:20 Uhr

Dutzende tote Schweinswale sind auf den niederländischen Watteninseln angespült worden und versetzen Umweltschützer in Sorge.

Die hohe Zahl toter Wale sei sehr ungewöhnlich und die Ursache noch nicht bekannt, teilte die niederländische Naturschutzorganisation «Natuurmonumenten» mit. Einige der Wale seien zur Untersuchung zur Universität Utrecht gebracht worden, wo unter anderem der Gesundheitszustand und der Mageninhalt der Tiere untersucht werde.

Über die Ursache werde viel spekuliert, sagte Naturaufseherin Cynthia Borras. Es könne sich um eine Epidemie unter den Schweinswalen handeln. Andererseits werde gerade im Wattenmeer an einem Windturbinenpark gearbeitet und es habe vor kurzem eine internationale Aktion der Marine zur Beseitigung alter Munition im Wattenmeer begonnen. Beides könnte das Leben der Wale demnach beeinträchtigen. «Ich wohne schon seit 15 Jahren auf Schiermonnikoog, aber so etwas habe ich noch nicht mitgemacht», sagte Borras. «Man findet mal einen toten Seehund oder toten Schweinswal am Strand, aber so viele Tiere auf einmal, das ist außergewöhnlich und besorgniserregend.»

Wie die Naturexpertin sagte, handelt es sich um ausgewachsene Wale mit einer Länge von 1,40 bis 1,70 Metern, die bereits stark verwest seien. Wahrscheinlich seien die toten Tiere bereits länger im Meer gewesen und dann von starkem Wind ans Ufer getrieben worden.

In Deutschland sorgt sich die Vorsitzende des Vereins Schweinswale, Denise Wenger, um die Ursachen des Walsterbens. «Etliche Wale auf den Fotos wiesen Hämatome und für Fraßspuren untypische Hautdefekte auf. So war mein erster Gedanke, dass das eine Folge von Altmunitionssprengung sein könnte.» Die hohe Zahl verendeter Wale spreche dafür, dass bei den aktuellen Minensprengungen keine Maßnahmen zum Schutz der Tiere vor dem tödlichen Schalldruck getroffen wurden.

Seit Jahren gibt es Bemühungen, die große Menge an Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg, die noch in der Nordsee liegen, unschädlich zu machen. Alleine im niedersächsischen Teil der Nordsee wurden im vergangenen Jahr rund 7,35 Tonnen Weltkriegsmunition beseitigt. Nach offiziellen Schätzungen liegen allein in der deutschen Nordsee rund 1,3 Millionen Tonnen Munition aus Weltkriegszeiten.


Bildnachweis: © Andreas Reuland/Schweinswale e.V./dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Goldener Kamm in Gütersloh
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...

weiterlesen...
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Aus aller Welt

Das Feuer aus Belgien rückt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.

weiterlesen...
Brand im Hohen Venn: Evakuierung bei Monschau angeordnet
Aus aller Welt

Wegen des Waldbrandes im Hohen Venn müssen Anwohner in Deutschland ihre Häuser verlassen. Eine Notunterkunft ist eingerichtet.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Jugendlicher flieht in gestohlenem Auto – Polizei schießt
Aus aller Welt

Ein 17-Jähriger rast in einem gestohlenen Auto davon und durchbricht eine Straßensperre. Dabei soll er auf einen Polizisten zugefahren sein. Nun sitzt der Jugendliche in Untersuchungshaft.

weiterlesen...
Fährunglück in Indonesien: Rettungskräfte suchen Vermisste
Aus aller Welt

In Inselstaat Indonesien sind Fähren unverzichtbar. Doch auf dem Weg nach Borneo reißt der Funkkontakt zu einem Schiff ab. Es werden Tote geborgen, nach mehr als 120 Menschen wird noch gesucht.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Jugendlicher flieht in gestohlenem Auto – Polizei schießt
Aus aller Welt

Ein 17-Jähriger rast in einem gestohlenen Auto davon und durchbricht eine Straßensperre. Dabei soll er auf einen Polizisten zugefahren sein. Nun sitzt der Jugendliche in Untersuchungshaft.

weiterlesen...
Fährunglück in Indonesien: Rettungskräfte suchen Vermisste
Aus aller Welt

In Inselstaat Indonesien sind Fähren unverzichtbar. Doch auf dem Weg nach Borneo reißt der Funkkontakt zu einem Schiff ab. Es werden Tote geborgen, nach mehr als 120 Menschen wird noch gesucht.

weiterlesen...