27. April 2022 / Aus aller Welt

«Queen say sorry!»: Gegenwind für Prinz Edward und Sophie

Mitglieder der Royal Family werden bei ihren Reisen durch das Commonwealth mittlerweile häufiger mit der britischen Kolonialgeschichte konfrontiert. Diesmal trifft es zwei weniger bekannte Adlige.

Prinz Edward, Earl of Wessex, und seine Frau Sophie, Countess of Wessex.
Veröffentlicht am 27. April 2022 um 19:56 Uhr

Bei ihrer Karibikreise haben Queen-Sohn Prinz Edward (58) und seine Frau Gräfin Sophie (57) Gegenwind wegen der britischen Kolonialvergangenheit zu spüren bekommen.

Wie die Nachrichtenagentur PA am Mittwoch meldete, wurden die beiden in dem Inselstaat St. Lucia zwar von offizieller Seite mit viel Wärme empfangen, doch es gab auch Protest gegen den Besuch.

Während das Paar eine Kakao-Plantage besuchte, versammelte sich demnach eine kleine Gruppe von Demonstranten am Zaun des Geländes und forderte eine Entschuldigung der Queen für Sklaverei und koloniale Ausbeutung sowie Entschädigungen. Auf Bildern waren Menschen mit Fahnen der Rastafari-Bewegung und Plakaten zu sehen mit Slogans wie «Queen say sorry!» oder «There is blood on your hands Queen» (An Ihren Händen ist Blut, Königin).

Auch Prinz William (39) und Herzogin Kate (40) hatten kürzlich bei einer Reise in die Karibik mit Negativschlagzeilen zu kämpfen gehabt. Sie hatten unter anderem in Jamaika den Ärger von Nachfahren früherer Sklaven über das erlittene Unrecht zu spüren bekommen. Auch für Edward und Sophie dürfte die Reise, die am Donnerstag zu Ende geht, einen bitteren Beigeschmack haben.

Beide Paare waren im Namen der 96-jährigen Queen Elizabeth II. unterwegs, die in diesem Jahr ihr 70. Thronjubiläum feiert. Die Trips waren eigentlich als Charme-Offensive in den früheren Kolonien gedacht, in denen die britische Königin noch Staatsoberhaupt ist. In mehreren der Staaten gibt es inzwischen Bestrebungen, sich von der britischen Königsfamilie loszusagen. Erst im vergangenen Herbst hatte sich der Karibikstaat Barbados zur Republik erklärt.


Bildnachweis: © Joe Giddens/PA Wire/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Aus aller Welt

Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.

weiterlesen...
Die Kinder der Flut: «Dieses Wasser und die ganzen Schreie»
Aus aller Welt

Eine Nacht voller Angst, danach zerstörte Zuhause und Spielplätze: Kinder aus dem Ahrtal erzählen, wie die Flut ihr Leben bis heute prägt.

weiterlesen...
US-Medien: Schreiben behauptet Tod vermisster Nancy Guthrie
Aus aller Welt

Das Verschwinden der Mutter von US-Moderatorin Savannah Guthrie sorgte in den USA Anfang des Jahres für großes Aufsehen. Nun berichten US-Medien über eine mutmaßliche Nachricht der Entführer.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Von Koalas und Kobolden: Wenn KI den Urlaub plant
Aus aller Welt

Sie werden nie müde und kennen angeblich jeden Geheimtipp: KI-Assistenten erobern die Urlaubswelt. Die digitalen Helfer sind immer höflich und meistens hilfreich – aber manchmal auch herrlich daneben.

weiterlesen...
Nach Geisterfahrt auf A45: Zwölfjährige gestorben
Aus aller Welt

Nach dem folgenschweren Unfall einer Geisterfahrerin in Hessen ist eines der lebensgefährlich verletzten Kinder gestorben. Drei Menschen schweben weiterhin in Lebensgefahr.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Von Koalas und Kobolden: Wenn KI den Urlaub plant
Aus aller Welt

Sie werden nie müde und kennen angeblich jeden Geheimtipp: KI-Assistenten erobern die Urlaubswelt. Die digitalen Helfer sind immer höflich und meistens hilfreich – aber manchmal auch herrlich daneben.

weiterlesen...
Nach Geisterfahrt auf A45: Zwölfjährige gestorben
Aus aller Welt

Nach dem folgenschweren Unfall einer Geisterfahrerin in Hessen ist eines der lebensgefährlich verletzten Kinder gestorben. Drei Menschen schweben weiterhin in Lebensgefahr.

weiterlesen...