Berichte über blaue Hunde, die in der radioaktiv verseuchten Sperrzone um das havarierte sowjetische Atomkraftwerk Tschernobyl herumlaufen sollen, haben im Internet Aufmerksamkeit erregt. Laut einem Behördenvertreter gibt es dort in der Nordukraine diese Tiere tatsächlich. Die Farbe der Tiere habe aber nichts mit Strahlung zu tun. «Das ist Unsinn», sagte der Generaldirektor des mit der Beobachtung der Zone befassten Staatsunternehmens Ecocentre, Serhij Kirjejew, Journalisten in Tschernobyl. Er löste das Rätsel aus seiner Sicht auf: «Die Hunde wurden sterilisiert, und sie werden mit Blau gekennzeichnet, dass sie sterilisiert wurden.» Sterilisiert werden die Tiere dem Generaldirektor zufolge, damit ihre Ausbreitung eingedämmt wird. «Die Farbe ist harmlos für diese Hunde», versicherte der Fachmann. Zuvor hatten internationale Medien ausgehend von einer Videoaufnahme aus dem radioaktiv belasteten Gebiet von mehreren plötzlich aufgetauchten blauen Hunden berichtet. Die für die Sterilisation zuständige Organisation Clean Futures Fund erklärte dagegen, dass sie zwar sterilisierte Hunde am Kopf mit Farbe markiere. Für mehrere fast vollständig blaue Hunde, die noch nicht sterilisiert seien, lieferte die Organisation eine andere Erklärung: Die Hunde hätten sich vermutlich in einer Substanz gewälzt, die zu der blauen Färbung geführt habe. Die Strahlenkatastrophe von Tschernobyl gilt als die schwerste in der zivilen Nutzung der Atomenergie. Im April 1986 explodierte ein Reaktor in dem damals sowjetischen Kernkraftwerk, und es mussten in einem Umkreis von etwa 30 Kilometern alle Ortschaften geräumt werden. Zehntausende Menschen wurden umgesiedelt, tausende erlitten Strahlenschäden. Zurückgelassene Hunde vermehrten sich, und bis heute gibt es eine Population von Straßenhunden.Generaldirektor: «Die Farbe ist harmlos für diese Hunde»
Bildnachweis: © Andreas Stein/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Behörde: Blaue Hunde in Tschernobyl wurden markiert
Tagelang berichteten mehrere Medien von angeblichen blauen Hunden in der radioaktiv verstrahlten Zone von Tschernobyl. Ein Behördenvertreter und eine Organisation erklären, was es damit auf sich hat.
Meistgelesene Artikel
- 14. Juli 2026
Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.
Eine Nacht voller Angst, danach zerstörte Zuhause und Spielplätze: Kinder aus dem Ahrtal erzählen, wie die Flut ihr Leben bis heute prägt.
Das Verschwinden der Mutter von US-Moderatorin Savannah Guthrie sorgte in den USA Anfang des Jahres für großes Aufsehen. Nun berichten US-Medien über eine mutmaßliche Nachricht der Entführer.
Neueste Artikel
- 22. Juli 2026
Von Koalas und Kobolden: Wenn KI den Urlaub plant
Sie werden nie müde und kennen angeblich jeden Geheimtipp: KI-Assistenten erobern die Urlaubswelt. Die digitalen Helfer sind immer höflich und meistens hilfreich – aber manchmal auch herrlich daneben.
- 22. Juli 2026
Nach Geisterfahrt auf A45: Zwölfjährige gestorben
Nach dem folgenschweren Unfall einer Geisterfahrerin in Hessen ist eines der lebensgefährlich verletzten Kinder gestorben. Drei Menschen schweben weiterhin in Lebensgefahr.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 22. Juli 2026
Von Koalas und Kobolden: Wenn KI den Urlaub plant
Sie werden nie müde und kennen angeblich jeden Geheimtipp: KI-Assistenten erobern die Urlaubswelt. Die digitalen Helfer sind immer höflich und meistens hilfreich – aber manchmal auch herrlich daneben.
- 22. Juli 2026
Nach Geisterfahrt auf A45: Zwölfjährige gestorben
Nach dem folgenschweren Unfall einer Geisterfahrerin in Hessen ist eines der lebensgefährlich verletzten Kinder gestorben. Drei Menschen schweben weiterhin in Lebensgefahr.

