25. März 2022 / Aus aller Welt

Rahmenabkommen Biodiversität kommt nicht voran

Das Abkommen soll das Artensterben weltweit, die Zerstörung der Natur und den Verlust von Lebensräumen für Flora und Fauna stoppen. Doch die Verhandlungen in Genf stocken.

„Wald statt Asphalt“ auf einer Brücke im Bamberger Hain. Die Verhandlungen über das internationale Rahmenabkommen zum Schutz der Biodiversität sind ins Stocken geraten.
Veröffentlicht am 25. März 2022 um 13:01 Uhr

Das geplante internationale Rahmenabkommen zum Schutz der Biodiversität kommt nicht wie geplant voran. Eigentlich sollte bei den Verhandlungen in Genf ein weitgehend unterschriftsreifes Papier für eine Abschlusskonferenz im Spätsommer in Kunming in China erstellt werden.

Aber die fast 200 Länder lagen wenige Tage vor Abschluss nach Angaben aus Teilnehmerländern teils noch weit auseinander. Wahrscheinlich werde eine zusätzliche Verhandlungsrunde voraussichtlich in Montreal in Kanada nötig, hieß es. «Wir brauchen mehr Ehrgeiz, mehr Finanzierungszusagen und mehr Ideen, wie die Schutzvorgaben überhaupt genau umgesetzt werden sollen», sagte Thilo Maack von Greenpeace.

Es gibt auch positive Zeichen

Als positives Zeichen zeichnete sich eine breite Zustimmung zu dem Ziel ab, 30 Prozent aller Meeres- und Landflächen bis 2030 unter Schutz zu stellen. Zur Zeit sind nur rund 8 Prozent der Meere und 17 Prozent der Landflächen geschützt. Was «Schutz» allerdings genau bedeutet und ob und wie diese Zonen anschließend trotzdem noch genutzt werden können, war noch offen.

Das Abkommen soll im Rahmen der UN-Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) geschlossen werden. Es soll das Artensterben weltweit, die Zerstörung der Natur und den Verlust von Lebensräumen für Flora und Fauna stoppen. Dazu gehört unter anderem ein grundlegender Wandel der Landwirtschaft sowie weniger Umweltverschmutzung, wie die Umweltorganisationen Naturschutzbund Deutschland, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Greenpeace, Campaign for Nature, Forum Umwelt und Entwicklung und die Umweltstiftung WWF fordern. Die Rechte von indigenen Bevölkerungen müssten berücksichtigt werden, und ärmere Länder müssten finanziell unterstützt werden.

Umweltschädliche Subventionen abbauen

Die Organisationen riefen die Bundesregierung, die sich eigentlich für ehrgeizige Ziele einsetzt, auf, mehr Führungsstärke zu zeigen. Sie forderten unter anderem, dass sie die Finanzmittel für Biodiversitätsschutz weltweit auf mindestens zwei Milliarden Euro jährlich aufstockt und umweltschädliche Subventionen, die auf rund 67 Milliarden Euro im Jahr zu beziffern seien, vollständig abbaut.


Bildnachweis: © Nicolas Armer/dpa
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