10. November 2022 / Aus aller Welt

Rockerboss Hanebuth wegen Schlägerei verurteilt: Geldstrafe

Ein Mitglied der Hells Angels schlägt einen Werkstattbesitzer. Seine Kumpels, darunter Rockerboss Frank Hanebuth, geben ihm Rückendeckung. Schon zum zweiten Mal fällt ein Urteil in dem Fall.

Der angeklagte Ex-Rockerboss Frank Hanebuth sitzt in einem Gerichtssaal vom Landgericht Hannover.
Veröffentlicht am 10. November 2022 um 16:08 Uhr

Der Berufungsprozess hat für Rockerboss Frank Hanebuth keine wesentliche Verbesserung bewirkt: In dem Verfahren um einen verprügelten Werkstattbesitzer sind der 58-Jährige und vier weitere Männer zu Geldstrafen in vierstelliger Höhe verurteilt worden - wie in erster Instanz.

Das Urteil des Landgerichts Hannover erging wegen gefährlicher Körperverletzung in einem minder schweren Fall beziehungsweise Beihilfe dazu, wie Richterin Karin Goldmann am Donnerstag sagte. Den Männern sei es darauf angekommen, ihr Opfer «massiv einzuschüchtern», es sei eine «Machtdemonstration» gewesen. Hintergrund der Entscheidung seien Videos vom Tatgeschehen. Laut Anklage zählen die Verurteilten zur Rockergruppe Hells Angels.

Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 3600 Euro gegen einen 48-Jährigen, der das Opfer geschlagen hatte. Hanebuth muss 4800 Euro zahlen - in seinem Fall wurde eine rechtskräftige Verurteilung wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz hinzugezählt, nachdem die Berufung dagegen zurückgenommen worden war. Die übrigen Männer im Alter zwischen 37 und 49 Jahren müssen Geldstrafen zwischen 1800 und 4500 Euro bezahlen. Der Staatsanwalt hatte Bewährungsstrafen für drei Männer und Geldstrafen für die beiden übrigen, darunter Hanebuth, gefordert. Die Verteidiger verlangten Freisprüche, ihre Mandanten hätten bis auf den 48-Jährigen keine Gewaltbereitschaft gezeigt.

Streit um Geld

Hanebuth war nach Überzeugung des Gerichts mit den anderen Männern beteiligt, als der Kfz-Mechaniker geschlagen wurde. Der Rockerboss und die übrigen Verurteilten erschienen demnach im April 2018 bei dem Werkstattbesitzer. Es soll um einen Streit um Geld gegangen sein, das Opfer sprach aber auch von einem «Konflikt» um seine Ex-Partnerin. Der Mann verweigerte allerdings die Aussage weitgehend. Goldmann erklärte, das Tatopfer habe keinerlei Interesse an einer Tatverfolgung - «warum auch immer».

In erster Instanz hatte das Amtsgericht Hannover im August 2020 ebenfalls Geldstrafen in vierstelliger Höhe verhängt. Bei der neuerlichen Verurteilung zu Geldstrafen gehe es nicht darum, «irgendein Exempel zu statuieren gegenüber irgendeiner Gruppierung», betonte Goldmann. Die Verteidiger kündigten an, das Urteil zunächst «sacken lassen» zu wollen. Auf ihr letztes Wort verzichteten die verurteilten Männer, sie schlossen sich ihren Anwälten an. Hanebuth tat dies mit den Worten: «Ich bin sprachlos.»


Bildnachweis: © Moritz Frankenberg/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

US-Medien: Schreiben behauptet Tod vermisster Nancy Guthrie
Aus aller Welt

Das Verschwinden der Mutter von US-Moderatorin Savannah Guthrie sorgte in den USA Anfang des Jahres für großes Aufsehen. Nun berichten US-Medien über eine mutmaßliche Nachricht der Entführer.

weiterlesen...
45-Jähriger in U-Haft - Trauer nach Tat in Stade
Aus aller Welt

Ein Termin zum Sorgerecht für ein Baby endet tödlich. Sechs Menschen, die vermitteln und helfen wollten, sterben. Am Tag danach kommt der 45-Jährige in U-Haft.

weiterlesen...
Gewalt in Stade: «Was die gesehen haben, hinterlässt Spuren»
Aus aller Welt

Sechs Tote, mehrere Verletzte: Ein Gewaltverbrechen erschüttert eine Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade. Die Behörden teilen erste Erkenntnisse.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Nach tödlichem Hundeangriff: Kind wird obduziert
Aus aller Welt

Die Rasse des Hundes wird in Sachsen-Anhalt als gefährlich eingestuft, dennoch war das Tier Teil der Familie. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft nach dem Fall weiter vorgehen.

weiterlesen...
Wiederverwendbare Rakete: China fängt erstmals Stufe auf
Aus aller Welt

Eine Raketenstufe fliegt zurück zur Erde und wird auf See aufgefangen: China meldet einen bedeutenden Durchbruch. Solche wiederverwendbare Raketen gibt es bisher nur sehr wenige.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Nach tödlichem Hundeangriff: Kind wird obduziert
Aus aller Welt

Die Rasse des Hundes wird in Sachsen-Anhalt als gefährlich eingestuft, dennoch war das Tier Teil der Familie. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft nach dem Fall weiter vorgehen.

weiterlesen...
Wiederverwendbare Rakete: China fängt erstmals Stufe auf
Aus aller Welt

Eine Raketenstufe fliegt zurück zur Erde und wird auf See aufgefangen: China meldet einen bedeutenden Durchbruch. Solche wiederverwendbare Raketen gibt es bisher nur sehr wenige.

weiterlesen...