10. September 2025 / Aus aller Welt

Spanien fordert erneut Ausschluss Israels vom ESC

Die linksgerichtete Regierung Spaniens zählt in Europa zu den schärfsten Kritikern des israelischen Militäreinsatzes in Gaza. Nun rückt die Teilnahme Israels am ESC erneut in den Fokus der Debatte.

Pedro Sánchez ist ein scharfer Kritiker des militärischen Vorgehens von Israel in Gaza. (Archivfoto)
Veröffentlicht am 10. September 2025 um 13:04 Uhr

Wegen des Gaza-Kriegs fordert die spanische Regierung erneut den Ausschluss Israels vom Eurovision Song Contest. Sollte dies nicht geschehen, müsse Spanien gegebenenfalls über einen Rückzug vom Musik-Wettbewerb nachdenken, sagte Kulturminister Ernest Urtasun im Interview des staatlichen TV-Senders RTVE. Zuvor hatte in Spanien unter anderem auch Ministerpräsident Pedro Sánchez den Ausschluss Israels gefordert.

RTVE ist einer der fünf größten Geldgeber des ESC. Auf die Frage nach einem möglichen Rückzug des Senders sagte Urtasun: «Das ist eine Entscheidung, die RTVE treffen muss. Aber was ich sagen kann, ist: Wenn Israel teilnimmt und wir es nicht schaffen, sie (die Israelis) auszuschließen, wird man Maßnahmen ergreifen müssen.» Man werde dann auch einen Rückzug erwägen müssen.

Sánchez hatte im Mai als Begründung für seine Forderung das militärische Vorgehen Israels im Gazastreifen genannt. Die Offensive habe sogar in der Nacht des ESC-Finales 2025 mit weiteren Bombardierungen angedauert, betonte er. In Anspielung auf den Umgang mit Russland sagte der sozialistische Politiker: «Wir dürfen keine doppelten Standards in der Kultur zulassen.» Niemand habe sich empört, als Russland wegen der Invasion der Ukraine vom ESC ausgeschlossen wurde. «Dasselbe sollte auch für Israel gelten.»


Bildnachweis: © Diego Radamés/EUROPA PRESS/dpa
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